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„Paradiesische Zustände“ für den Fachhandel mit Babyartikeln
Das hat selbst den erfahrenen Handelsexperten verblüfft. Univ.-Prof. Dr. Joachim Zentes, Leiter des Instituts für Handel & Internationales Marketing der Universität des Saarlandes (H.I.M.A.), bezeichnete die Lage des Fachhandels mit Babyartikeln als „paradiesisch“. Die Ergebnisse seiner Studie zum Babyspielzeugmarkt stellte er gestern im Rahmen des Toy Business Forums auf der Spielwarenmesse International Toy Fair vor.
Zum biblischen Vergleich veranlassten ihn die Ergebnisse seiner Studie, die dem Fachhandel mit Babyartikeln ideale Voraussetzungen zum Ausspielen seiner Stärken attestieren. Die Überraschung des Handelsexperten erklärt sich aus der Tatsache, dass er keine andere Branche kenne, in der die Verbraucher so wenig auf den Preis und so sehr auf Qualität und Beratungskompetenz achten.
Das Team um Joachim Zentes befragte im Auftrag der Spielwarenmesse eG 350 Konsumenten und 100 Händler in Deutschland zum Kaufverhalten bei Baby- und Kleinkindartikeln.
Das wichtigste Ergebnis: Beim Kauf von Babyspielzeug zeigen sich die Konsumenten sehr verantwortungsbewusst, vorausschauend und rational. Dennoch gibt es – vor allem bei den weiblichen Befragten – auch spontane Käufe. Die Verbraucher beziehen ihre Informationen zu 62,0 Prozent im Geschäft, zu 55,7 Prozent über Empfehlungen und zu 31,4 Prozent aus dem Internet.
Entsprechend der gewünschten Beratungsintensität gaben die Verbraucher an, dass sie Babyspielzeug am liebsten in Fachgeschäften für Spielzeug und – auf dem zweiten Platz – im Fachgeschäft für Babyartikel kaufen. Im Vergleich fallen Internetshops und Discounter in ihrer Bedeutung deutlich ab.
Rund ein Drittel der Probanden kaufte im zurückliegenden Jahr Babyspielzeug im Internet. Während 67,4 Prozent der Befragten angaben, sie wollen weiterhin gleich viel im Internet kaufen, gaben 22,0 Prozent an, dass sie künftig mehr Babyartikel online kaufen wollen.
Ein Drittel der stationären Händler verfügt gegenwärtig über einen eigenen Onlineshop, 16 Prozent planen den Einstieg in das Internet. Umgekehrt haben 30 Prozent der Onlinehändler vor, in den stationären Handel einzusteigen.
Bei der Produktwahl sind für die Verbraucher die Kriterien Sicherheit und Qualität ausschlaggebend. Ökologische und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit sind den Käufern ebenfalls wichtig und rangieren noch vor dem Kaufpreis. Das weitere Umsatzwachstum werde also nicht zwangsläufig auf ein „Mehr an Produkten“ zurückzuführen sein, so Zentes. Stattdessen werde sich die Zukunft des Babyspielzeugs durch die steigende Qualitätsorientierung der Käufer auf einen „Mehrwert der Produkte“ ausrichten.
Die Wissensbroschüre „Baby’sWorld“ und der Guide „Babyartikel – Aussteller A bis Z“ liegen im Loungebereich der Baby’sWorld in Halle 2 aus. Die komplette Studie kann hier kostenfrei bestellt werden.


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