Spielwarenmesse: Blogger Relations – Wie gewinne ich Blogger für meine Marke?

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05. Oktober 2015 / Marketing

Blogger Relations – Wie gewinne ich Blogger für meine Marke?

von Mark Bourichter /  Kommentare anzeigen

In so ziemlich jeder Branche tummeln sich mittlerweile Menschen, die mit ihren Blogs eine große Zielgruppe erreichen. Über Blogs haben Unternehmen die Möglichkeit, ohne große Streuverluste und ohne großes Mediabudget ihre Marken zu platzieren. In Form von Produkttests, echtem Storytelling, durch Interviews oder Gastbeiträge. Oder mit Empfehlungsmarketing, indem der Blogger als Markenbotschafter auftritt.

Der Unterschied von Blogs zu den klassischen Medien liegt in der Aufbereitung der Informationen. Blogger können die Klaviatur der sozialen Medien bedienen, unterscheiden sich in Schreibstil durch Emotionalität und Authentizität. Sie hängen nicht am Tropf großer Anzeigenkunden – denn die gibt es in der Regel nicht. Trotzdem verkennen die meisten Absender den Aufwand und die Kosten, die ein gut geführter Blog mit sich bringt. Blogger zu bezahlen ist kein Verbrechen. Und ist um ein vielfaches effizienter als die klassische Printanzeige. Onlinekommunikation ist nachhaltig, denn das Internet vergisst nicht. Positive Berichterstattungen sind über Jahre abrufbar, wirken sich auf die Auffindbarkeit in Suchmaschinen aus und beeinflussen Kaufentscheidungen in den Köpfen der Konsumenten.

Die Ansprache

Klassische Presseinfos an relevante Blogs zu versenden ist da nicht der Königsweg. Kann aber die erste Tür öffnen, wenn das Thema passt. Doch eine nachhaltige Beziehung zu Bloggern aufzubauen geht anders. Ich mache seit zehn Jahren PR und betreibe seit drei Jahren Deutschlands größtes Online-Magazin für Väter, welches auch mal gerne als Blog bezeichnet wird. Ich kenne also beide Seiten der Medaille. Guter Content entsteht nur in einer Zusammenarbeit, die über das Versenden einer Mail hinausgeht. Meinen ersten Kontakt mit der Spezies hatte ich als PR-Mann im Automotive-Bereich. Mit Bloggern, die schon damals von den großen Automobilherstellern per Business-Class in Fünf-Sterne-Hotels verfrachtet wurden. Weltweit. Um Fahrzeuge zu testen. Ich empfahl meinem Kunden (kein Automobilhersteller) mit dieser damals noch durchaus jungen Mediengattung in Kontakt zu treten. Ich hatte kein Budget und keine Ahnung. Also griff ich zum Telefon und habe sie angerufen, meine Geschichte erzählt und sie eingeladen. Reisekostenerstattung oder Aufwandsentschädigung gab es von Kundenseite nicht. Trefferquote: 100 Prozent. Warum? Weil ich ehrlich war und weil das Paket stimmte, um Geschichten zu entwickeln. Vier Dinge also, die wichtig für die Ansprache sind:

  • Der direkte, persönliche Kontakt
  • Das Interesse an einer Zusammenarbeit
  • Ehrlichkeit über Budgetsituation und die Erfahrung mit Bloggern
  • Das Angebot von echtem Storytelling

Wie finde ich die richtigen Blogs?

Ganz einfach: Durch Monitoring. Wer spricht in Ihrer Branche über welche Themen? Am besten bekommen Sie einen Überblick auf Twitter, denn jeder relevante Blog hat einen Twitterkanal. Und jeder Blogger ist so schlau, seine Tweets mit einem Hashtag (#keyword) zu versehen. Marken aus der Spielwarenindustrie sollten nach #familie, #spielzeug, #eltern oder eben #marken suchen, um zu erkennen, welche Personen sich darüber austauschen. Ein Blick auf die Followerzahl ist hier durchaus als Qualitätskriterium zu nennen. Beim Blick auf die Follower kann ich weitere Blogs klassifizieren, denn Blogger sind untereinander vernetzt. Es gibt auch Rankings, die den Social-Buzz von Blogs bewerten, d.h. sie vergleichen, wie oft ein Artikel von Lesern per „gefällt mir“ für gut befunden oder wie oft dieser Artikel in die sozialen Netzwerke geteilt wurde. Je mehr Interaktionen desto wahrscheinlicher ein hoher Einfluss in der Szene. Sie merken schon: Ist gar nicht so schwer. Ebenfalls zu empfehlen ist der Weg über eine Kommunikationsagentur, die sich damit auskennt und bereits Erfahrung im Bereich Blogger Relations vorweisen kann.

Freiräume lassen

Blogger lassen sich sehr sehr ungerne instrumentalisieren. Auch wenn ein Produktionskostenzuschuss für ein Advertorial fließt, heißt das noch lange nicht, die Texte redigieren zu können oder maßlose Anforderungen an Verlinkungen und Keywords zu stellen. Und man sollte Kritik verkraften können oder besser diese nutzen, um das Produkt oder die Dienstleistung zu verbessern. Greift man das Ergebnis einer Person, die sich intensiv mit der Marke beschäftigt hat, auf und berücksichtigt das in der strategischen Ausrichtung, wächst eine echte Partnerschaft zwischen Industrie und schreibender Zunft.

Fazit

Es gibt keinen allumfassenden „Blogger-Knigge“. Empfehlungen zum Thema Beziehungen zu Bloggern, wie beispielsweise das Verwenden von „Du“ oder „Sie“ bei der Ansprache, sind keine Erfolgsgarantien. Behandeln Sie Blogger so, wie sie auch behandelt werden möchten. Bringen Sie Zeit mit, sich dem Thema zu widmen. Ein bisschen Budget kann auch nicht schaden, ist aber durch eine Umschichtung von der Klassik schnell erledigt. Geben Sie den Bloggern so viel wie möglich an eigenem Content an die Hand, denn sie wissen, was sie damit tun können. Kaum eine andere Mediengattung kennt sich im Internet besser aus.


Über den Autor

Mark Bourichter ist seit zehn Jahren in der Medienbranche unterwegs. Als PR-Berater und Social-Media-Experte ist er mehrfach ausgezeichnet. Auch sein Online-Magazin daddylicious.de hat 2014 den Deutschen Preis für Onlinekommunikation gewonnen. DADDYlicious ist ein Online-Magazin für Väter, das sich um Themen kümmert, die werdende Väter und Papas interessieren. Als Ratgeber, News-Seite oder als Plattform für interessante Daddy-Interviews und Gastbeiträge namhafter Fachleute.

 

Autor dieses Artikels:

Mark Bourichter, DADDYlicious

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