Spielwarenmesse: Das Phäno­men Bobby Car startet in die nächste Gene­ration

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13. März 2017 / Macher

Das Phäno­men Bobby Car startet in die nächste Gene­ration

von Ulrich Texter /  Kommentare anzeigen

Kaum eine andere Spielzeugmarke wird so stark mit einem einzigen Produkt in Verbindung gebracht wie der Kultflitzer der Marke BIG. Mit dem BIG-Bobby-Car Next ist den „Autobauern“ von Simba Dickie nun ein weiterer Coup gelungen. Der Klassiker kommt stylischer denn je daher und ist dazu noch ausgestattet mit moderner LED-Technik. Im Interview mit Uwe Weiler, Chief Operating Officer der Simba Dickie Group, wird deutlich, dass das Phänomen BIG Bobby Car noch lange nicht vorbei ist.

Mehr als 200 Artikel umfasst das Portfolio der BIG Spielwarenfabrik. Hauptumsatzträger ist, auch 45 Jahre nach seiner Markteinführung, das Bobby-Car. Der Rutscher ist längst zu einem Design-Klassiker geworden. Immer wieder gab es Bestrebungen, den „Zeitgeist“ aufzunehmen, um dem kleinen Flitzer ein designerisches Update zu spendieren. Mal war es das „Future Car“, das BIG Solar Mobil von 1994; ein Jahr später wurde die BIG Bobby Car Art Collection präsentiert und kein Geringerer als der französische Star-Designer Philippe Starck schuf das BIG-the-face. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Dennoch, die ursprüngliche Form blieb weiterhin das Maß aller Dinge. Und sie findet sich auch heute im stylischen BIG Bobby Car Next wieder. Vom Bobby Car wurden bis heute mehr als 19 Mio. Exemplare verkauft. Jetzt rollt das Bobby Car auch als Exklusivmodell mit LED-Lichtsignatur vom Band.

Spielwarenmesse®: Herr Weiler, die Architekturzeitschrift DETAIL stellte kürzlich den neuen Kindergarten der Südtiroler Gemeinde Olang vor. Was glauben Sie, ist dort zu sehen?

Uwe Weiler: Ich nehme an ein Bobby Car.

Es sind gleich mehrere. Marktforscher berichten, dass das Bobby Car 2016 besonders beliebt war. Haben Sie eine Erklärung dafür?

U.W.: Das Bobby Car unterliegt eigentlich keinen großen Ausschlägen, weder nach oben noch nach unten. Der Rutscher ist seit Jahren sehr stabil im Durchverkauf. Zusätzliche Impulse gibt eine steigende Geburtenrate. Entwickelt die sich nach oben, wie in den letzten zwei, drei Jahren in Deutschland, beeinflusst das auch die Abverkäufe. Das ist sicherlich ein Grund für die positive Entwicklung im vergangenen Jahr.

Der Exportanteil der Simba-Dickie Gruppe liegt bei rund 75 Prozent. Wie hoch liegt er beim Bobby Car und welche Nationen fahren besonders gerne damit?

U.W.: Das Bobby Car ist, das muss ich leider sagen, ein Phänomen im deutschsprachigen Raum. Als zweitstärkster Markt folgt Schweden.

Was sind die Gründe dafür, dass dieser Klassiker kein Renner in Frankreich oder Spanien ist?

U.W.: Das hat historische Gründe. In jedem Land finden Sie seit Jahrzehnten Rutschfahrzeuge, die mit dem Bobby Car konkurrieren. Das beste Beispiel liefert Frankreich und unsere eigene Marke Smoby, die selber Rutschfahrzeuge herstellt. Diese Fahrzeuge sind in dem jeweiligen Land die Treiber. Auch wenn wir mit viel Marketing-Power versuchen würden, die Umsätze zu steigern, am Ende würden wir uns nur kannibalisieren. Die Kosten wären einfach zu hoch.

Das Bobby Car ist eine Design-Ikone. Ist dieser große Wurf Fluch und Segen zugleich, weil die Spielzeugwelt BIG an diesem Klassiker bewertet?

U.W.: Das kann ich so bestätigen, allerdings würde ich nicht allein auf das Design abheben wollen. Die Mutter aller Bobby Cars folgte ja nicht einer Design-Idee, sondern in erster Linie ergonomischen Zielen, um Kindern eine möglichst bequeme Beinhaltung zu garantieren. Das Bobby Car verzichtete auf scharfe Kanten, alles wurde abgerundet. Und das New Bobby Car ist mit dem ursprünglichen nur noch eingeschränkt zu vergleichen. Es ist moderner, zeitgemäßer und mit dem Bobby Car Next haben wir jetzt die nächste Generation in Nürnberg vorgestellt.

Und was zeichnet die aus?

U.W.: Wir wollten als Marktführer im Bereich Rutschfahrzeuge einmal zeigen, was heute in der Produktion alles möglich ist. Das Design wurde nicht nur verjüngt, sondern verschiedene Produktionsstile zusammengebracht. Das Bobby Car Next ist nicht nur ein einfacher Blaskörper. Es werden z.B. Textilien verarbeitet und Elektronik integriert. Alles in allen haben wir versucht, die modernsten Fertigungstechniken, die man heute in dem Bereich anwenden kann, auch zu nutzen.

Was auf den Preis geht oder?

U.W.: Natürlich hat der Rutscher seinen Preis und er ist sicherlich nicht mehr für den Massenmarkt geeignet, wo das Bobby Car Classic angesiedelt ist. In Deutschland ist aber der Qualitätsgedanke sehr stark ausgeprägt. „Made in Germany“ gilt immer noch was, deswegen glaube ich, dass Eltern und Großeltern auch bereit sind, den Preis zu zahlen. Außerdem bietet er dem Handel die Möglichkeit, speziell dem Fachhandel, mit diesem Produkt auch Geld zu verdienen.

Wie war denn die Resonanz bei den Einkäufern?

U.W.: Die war zur Spielwarenmesse sensationell, was ich so schnell nicht erwartet hatte. Einkäufer aller Vertriebsformen sind von dem Rutscher begeistert.

Mit dem BIG Bobby Car Next ist Ihnen gestalterisch, aber auch technisch eine überzeugende Interpretation des Rutschfahrzeugs gelungen. Erwartet die heutige Elterngeneration mehr „Stil & Design“ gepaart mit Technikintegration?

U.W.: Die heutige Eltern-Generation legt besonderen Wert auf Design, das stimmt. Das gilt auch für ihr Lebensumfeld, den häuslichen Bereich. Ein Bobby Car Next passt unter diesem Designaspekt zu dieser Lebenshaltung.

Sie sprachen davon, dass nicht das Design ausschlaggebend war, sondern die Ergonomie. Und doch findet sich im Next die ikonografische Form wieder.

U.W.: Das sehe ich genauso. Gewisse stilistische Merkmale müssen sich in allen  weiterführenden Modellen vom Bobby Car widerspiegeln. Das beste Beispiel liefert der Porsche 911. Der kam 1963 auf den Markt und in jedem neuen Modell ist die Ursprungsform zu erkennen. Auch bei jedem neuen Bobby Car versuchen wir, uns an den Grundzügen der ursprünglichen Gestaltung zu orientieren.

Lizenzthemen spielen bei der Simba Dickie Group eine wichtige Rolle. Täuscht uns der Eindruck, dass bei BIG im Segment der Fahrzeuge Lizenzen eher eine sekundäre Rolle spielen?

U.W.: Beim Bobby Car spielen für uns Lizenzen keine Rolle. Das Bobby Car ist ein Gattungsbegriff. Würden wir es mit einer Lizenz versehen, würden wir den Rutscher nur verteuern. Im Traktoren-Bereich stellt sich die Sache anders dar, aber hier sind wir nur aktiv, wenn es für uns Sinn ergibt. Der Wettbewerb ist hier sehr stark, was nicht heißt, dass wir nicht ständig an diesen Themen arbeiten.


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Ulrich Texter

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