Spielwarenmesse: Der Point of Sale wird interaktiv

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digitaler Point of Sale
  Marketing

05. Dezember 2016 / Marketing

Der Point of Sale wird interaktiv

von Eva Stemmer und Jörg Meister /  Kommentare anzeigen

Wenn man über POS spricht wird häufig noch strikt zwischen „online“ und „offline“ unterschieden. Doch längst gibt es clevere Lösungen, die die verschiedenen Kontaktpunkte von Waren, Marken und Interessenten verknüpfen. Der Blick in andere Branchen lohnt sich hier.

Buzzwords wie „Digitale Disruption“, „Omnichannel“ und „Customer Journey“ bereiten der stationären Handelslandschaft Bauchschmerzen.  Es ist aber auch nicht einfach, im Tagesgeschäft den Überblick an neuen technischen Entwicklungen am POS zu behalten. Und für sich herauszufinden, welche der kostspieligen Innovationen für das eigene Ladenkonzept geeignet und sinnvoll sind. Zumal alles permanent im Wandel ist und sich so schnell nicht konsolidieren wird.

Die Digitalisierung bietet dem stationären Handel neue Möglichkeiten, den Point of Sale interaktiv zu gestalten:

  • Beacons, also kleine Responder, die tracken, wie sich Kunden im und um den Laden verhalten.
  • interaktive Regale, die „wissen“, was sich der Kunde gerade betrachtet oder welche Produkte er aus dem Display nimmt.
  • „seamless payment“, das den Checkout schneller und kundenfreundlicher macht.
  • Augmented Reality Displays, die Packungsinhalte darstellen oder andere digitale Inhalte plastisch und anschaulich machen.
  • Elektronische Order-Displays, die gerade auch in Schnellrestaurants getestet werden und Click&Collect innerhalb des Ladens ermöglichen.

Sicher sind diese Einzellösungen nicht das Ende der Entwicklung, und bedachtes Beobachten seitens Kunde und Handel daher verständlich. Was aber sicher ist: Die Verbindungen zwischen allen Handelskanälen und digitalen Inhalten werden stärker. Und Händler, die diese Entwicklung ignorieren, werden es künftig schwieriger haben, ein Teil der vernetzen Welt rund um den Kunden zu sein.

Neue Chancen für innovative, wendige Start-Ups, die sich nativ in digitaler und realer Welt bewegen

Doch auch für Start-Ups steht - allem Wandel zum Trotz - der Mensch im Mittelpunkt. Und so boomen Märkte und Markthallen, um zu emotionalisieren und reale, fast schon archaische Erlebnisse zu transportieren. Eine Kombination aus temporären, eventisierten Einzelhandelskonzepten in Kombination mit Slow Culture entwickelt sich. So kann man die Kunden-Interaktion zwar multimedial initiieren, indem man über Social Media Veranstaltungen oder Specials publiziert. Das Shoppen als Eventcharakter findet aber ganz analog und emotional auf ungewohnten Verkaufsflächen statt.

„Interaktiv“ muss ja nicht immer digital sein. Der Ladeneinrichtungs-Hersteller Wanzl hat hierfür das variable Marktstand-artige Verkaufssystem „YourTable“ entwickelt. Es kann auf vielfältige Art kombiniert werden, und bietet dem Kunden bei jedem Besuch neue Möglichkeiten, Ware für sich zu entdecken und mit der Fläche zu interagieren.

Warentisch Your Table von Wanzl
Warentisch Your Table von Wanzl

Digitalisierung im Lagerregal

Nicht nur für das bessere Kundenerlebnis kann Digitalisierung Vorteile bringen. Großes Potential steckt auch in der vernetzten Lagerhaltung und der Warenbestandspflege, gerade wenn mehrere Verkaufskanäle zugleich bespielt werden.

Warenregal mit RFID Technologie
Warenregal mit RFID Technologie

Der Holzspielwarenhersteller tegu aus Honduras beispielsweise nutzt interaktive Regalsysteme zur Warenbestandspflege im Handel. Da die Marke vor allem im inhabergeführten Fachhandel vertreten ist, werden bei klassischen Regalen Warenbestände oft erst nachgeordert, wenn der Haken im Regal leer ist, da entweder kein Warenwirtschaftssystem vorhanden ist, oder schlicht die Zeit fehlt, Regalbestände kontinuierlich zu prüfen.

Das von Seeonic entwickelte Regal, welches von tegu benutzt wird, registriert Käufe interaktiv mittels RFID-Technologie. Die verkauften Artikel werden an den Hersteller gemeldet und automatisiert mit dem Kunden abgerechnet und das Regal neu bestückt. So konnte die Firma auf den derart ausgestatteten Flächen eine deutliche Umsatzsteigerung erzielen.

Bezahlen mit mobile Payment

Lange Zeit waren Smartphones auf Ladenflächen verpönt und den Händlern als „Tor zur billigeren Onlinewelt“ ein Dorn im Auge. Von „Beratungsschmarotzern“ und „Showrooming“ war die Rede. Aber auch den umgekehrten Weg, ROPO genannt, stellt man fest: „Research online, purchase offline. Und laut Studien halten sich beide Wege die Waage. Händler erkennen dabei auch den Wert des mobilen Internets bei den Kunden: Ohne Elektronik-Aufwand auf der Ladenfläche können beispielsweise Mittels QR-Codes am Regal Erklärvideos zu Produkten abgerufen werden, oder die Verfügbarkeit und der Lagerbestand in anderen Filialen oder im Onlinestore des Händlers geprüft werden, da Kunden ihr Endgerät in der Regel immer parat haben.

Kassensystem LocaFox
Kassensystem LocaFox

Aber auch spannende Click&Collect - Formen gestalten sich als vorteilhaft, wenn beispielsweise Berater am Tablet den Einkauf zusammenstellen, vom Onlinekonto des Kunden begleichen, und die fertig gepackte Einkaufstasche beim Verlassen des Ladens bereits an der Kasse steht. Der Anbieter LocaFox hat hier gerade für Einzelhändler ein attraktives System geschnürt, das Kassensystem, Kassenbuch, Warenwirtschaftssystem und Online-Präsenz sinnvoll verknüpft.

Das Schöne an der Vielfalt der Ansätze: Jeder Händler findet das für ihn passende System. Doch dieser Benefit kann zugleich auch das Hindernis beim Einstieg sein.

Setze ich bei der Umstellung auf das richtige Pferd? Oder ist mein System schon morgen überholt?

Branchen- oder Industriestandards haben sich bislang noch nicht herauskristallisiert - aber auch das ist sicher nur eine Frage der Zeit. Neuere Umfragen zeigen, dass die reine Schnäppchen-Mentalität auf dem Rückzug ist: Qualität wird Kunden immer wichtiger. Hierzu gehört auch eine kompetente Beratung der Kunden, die bereits Netzwissen mitbringen. Sie erwarten eine Verzahnung verschiedener Kanäle, on- und offline. Trendforscher sprechen bereits von „No-Line“, da beide Welten längst zu einer Welt verschmolzen sind.

Händler, die Technologie am POS also nur als Werkzeug sehen, um weitermachen zu können wie bisher, werden auf lange Sicht verlieren gegenüber den Unternehmen, die verstehen, dass es nicht um eine Änderung geht, die man aussitzen kann. „Gehe mit der Zeit, sonst gehst Du mit der Zeit.“ - Ein Bonmot, das auch hier wieder seine Gültigkeit beweist.


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