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28. November 2016 / Markt

Spielzeugmarkt Frankreich: Content gibt den Takt vor

von Euromonitor International /  Kommentare anzeigen

Dank der Popularität von Figuren und Helden aus beliebten Filmen/TV-Serien konnten Konstruktionsspielzeug, Actionfiguren & Zubehör sowie Stofftiere zweistellige Zuwachsraten verzeichnen. Neben den positiven Effekten aus dem Lizenzgeschäft hat auch die zunehmende Beliebtheit der Produkte etablierter Marken zu einer steigenden Nachfrage nach Spielzeug in Frankreich geführt. Französische Verbraucher sind bereit, für Qualität und namhafte Hersteller etwas tiefer in die Tasche zu greifen als für Eigenmarken.

Aktuelle Markttrends

Man kann davon ausgehen, dass die Nachfrage auch weiterhin robust bleibt, denn die französischen Verbraucher halten Spielwaren für unverzichtbar, um einerseits ihren Kindern Freude und Entwicklungsmöglichkeiten zu geben und andererseits ein erfülltes soziales Leben mit Freunden und Verwandten führen zu können. Und auch die Hersteller dürften weiterhin innovative Produkte auf den Markt bringen, die bei den Verbrauchern gut ankommen.

Insgesamt gaben die Franzosen 2015 Marken- und Lizenzprodukten den Vorzug, wenn sie Spielzeug kauften. Die Einzelhandelsumsätze mit Lizenzwaren stiegen um 15%. Dies ist in erster Linie auf Kinokassenschlager wie Star Wars, Minions und Frozen, aber auch auf Fernsehserien wie Paw Patrol, Peppa Wutz und Pokémon zurückzuführen.

Und auch die starke Nachfrage nach Videospielen führte 2015 nicht zu einem Kannibalisierungseffekt in Form eines Nachfragerückgangs bei herkömmlichen Spielwaren. Zwar verbringen Kinder immer mehr Zeit mit Videospielen - gleichzeitig wollen sie aber auch noch traditionelle Spielsachen haben und bekommen diese auch. Außerdem führt der Gruppendruck dazu, dass Kinder Produkte aus beiden Kategorien besitzen wollen - unabhängig von der Zeit, die sie mit ihnen tatsächlich verbringen.

Es steht zu erwarten, dass 2016-2017 sowohl auf EU-Ebene als auch in Frankreich neue Vorschriften zur Reduzierung bzw. zum Verbot von Bisphenol A verabschiedet werden, die traditionelles Spielzeug betreffen. Andererseits dürften Themen wie Datenschutz aufgrund des verstärkten Vordringens von Connected Toys ebenfalls Debatten entfachen und den Gesetzgeber zum Handeln zwingen.

Made in France oder doch lieber multinationale Konzerne?

Bei traditionellem Spielzeug haben in Frankreich die multinationalen Konzerne das Heft in der Hand. Unter den Top-20-Herstellern ist mit der Asmodee Group gerade einmal ein französisches Unternehmen vertreten. Allerdings kommen kleinere Unternehmen wie z.B. Juratoys, Vulli, Jouets Ecoiffier und TF1 Games auf fast 1% des Umsatzes und konnten durch ihr Bekenntnis zu Made in France mit entsprechender Werbung und innovativen Produkten ihren Anteil am Kuchen vergrößern.

Die Hersteller setzen im Allgemeinen immer weniger auf niedrigpreisige Produkte und konzentrieren sich stattdessen auf Angebote im oberen Preissegment. Daher lässt sich eine Zunahme der Durchschnittsstückpreise für herkömmliches Spielzeug beobachten.

Top 5 Spielwaren-Hersteller in Frankreich mit Marktanteilen in %
Top 5 Spielwaren-Hersteller in Frankreich mit Marktanteilen in % (Darstellung: Spielwarenmesse; Quelle: Euromonitor International)

Spielzeughersteller investieren stark in Werbung und Verkaufsförderung

Mattel, Hasbro und Vtech belegen bei den Ausgaben für Werbung in den konventionellen Medien (TV, Radio, Außenwerbung, Print und Kino) die drei vordersten Plätze. LEGO war insbesondere bei der digitalen und der Fernsehwerbung aktiv und hat dort wichtige Neuerscheinungen wie die diversen neuen Star Wars-Bausätze im Beutel, Lego Ideas oder andere Saisonartikel beworben.

Die Asmodee Group als führender französischer Player wiederum setzt eher auf Direktmarketing und ist in den Sommermonaten vor allem an Stränden und auf Musikfestivals präsent. Außerdem hat man probeweise eine Zusammenarbeit mit dem staatlichen französischen Bahnunternehmen SNCF gestartet und stellt kostenlose Spiele und Puzzles für die Fahrgäste zur Verfügung.

Vertrieb von Spielwaren in Frankreich nach Vertriebskanal
Vertrieb von Spielwaren in Frankreich nach Vertriebskanal (Darstellung: Spielwarenmesse; Quelle: Euromonitor International)

Lizenztrends bei Spielwaren

Die zwei wichtigsten Lizenzen des Jahres 2015 waren Frozen - Die Eiskönigin und Star Wars. Frozen konnte 3% des Gesamtumsatzes an traditionellen Spielwaren auf sich vereinigen, Star Wars gelang es, seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als zu verdoppeln. Neue Lizenzen, die ebenfalls gut liefen, waren Peppa Wutz, Paw Patrol, Teenage Mutant Ninja Turtles, Lilo & Stitch und Minions.

Man darf damit rechnen, dass die im Verlauf des Jahres 2016 noch anstehenden Filmstarts (Batman vs Superman, Monster High Trolls, Kung Fu Panda 3, Angry Birds The Movie, Ice Age, Ninja Turtles und Star Wars Rogue One) ebenfalls zur Konsolidierung und Weiterentwicklung des Lizenzgeschäfts beitragen und älteren Lizenzthemen den Rang ablaufen werden.

In Frankreich beliebte Figuren, die durchaus das Zeug haben, im Lizenzbusiness erfolgreich zu sein, sind „Mune, le Gardien de la Lune“ (Mune: Der Wächter des Mondes) und „Phantom Boy“. Diese beiden in Frankreich produzierten Zeichentrickfilme, die 2015 auf den Markt kamen, machen einen kleineren Teil der der insgesamt in Frankreich verkauften Lizenzspielwaren aus.


Hierbei handelt es sich um einen Auszug des Spielwarenreports für Frankreich von Euromonitor International. Den kompletten Report mit aktuellen Marktforschungsergebnissen finden Sie hier.

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Autor dieses Artikels:

Euromonitor International

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