Spielwarenmesse: Interview EK/servicegroup: neue Trends nicht nur aufgreifen, sondern erschaffen

Sprache wählen

Spielwarenmesse® worldwide

 

Making Trends
  Macher

13. Januar 2016 / Macher

Interview EK/servicegroup: neue Trends nicht nur aufgreifen, sondern erschaffen

von Harald Hemmerlein /  Kommentare anzeigen

Den Kunden individuell ansprechen, das gelingt vermehrt mit Lifestyle und Trendartikeln. Auch in der Spielwarenbranche setzen Trends neue Akzente im Verkauf, sowohl stationär als auch online. Die kommenden Trends und Tipps zur Umsetzung weiß Frank Mertelsmann, Leiter Zentraleinkauf Spielwaren der EK/servicegroup.

Spielwarenmesse®: Designerspielsachen, Mode und Accessoires für Kinder sind fester Bestandteil des Sortiments vieler Spielwaren-Händler und Shops. Wie bei vielen Konsumgütern sind auch bei Spielwaren individuelle Lebensstile und aktuelle Trends mitentscheidend, welches Produkt gekauft wird. Die EK/servicegroup sollte durch ihre Mehrbranchenstruktur in der Lage sein, solche Trends branchenübergreifend frühzeitig zu erkennen und in die Sortimente der einzelnen Branchen zu integrieren. Gibt es bei der EK/servicegroup „Trendscouts“?

Frank Mertelsmann: Wir bewegen uns als Mehrbranchenverbund in vielen einzelhandelsrelevanten Bereichen und das rund um den Globus. Dabei liefern uns unsere Einkäufer, Import- und Industriepartner immer wieder Hinweise auf neue Trends. Dazu kommen die für die entsprechenden Sortimentsbereiche zuständigen Category Manager und unsere Spezialisten im zentralen EK-Marketing. Sie alle blicken über den Tellerrand hinaus und sind für uns die idealen Trendscouts.

Zusätzlich nutzen wir die Expertise von renommierten Trendagenturen, die gesellschaftliche Entwicklungen sowie Branchen- und Konsumententrends auf den Punkt bringen können. Ein handfestes Resultat ist unser regelmäßig aufgelegtes Trendbuch, das die wichtigen Trends zusammenfasst und unseren Handelspartnern entsprechende Orientierung gibt. Denn Fakt ist: Wer Konzepte und Ideen nur kopiert, wird über kurz oder lang scheitern.

„Lifestyle“ ist ja ein ziemlich weit gefasster Begriff. Vor allem im Geschäftsfeld „Living“ haben Sie zu diesem Thema wahrscheinlich schon viele Erfahrungen sammeln können. Kann davon auch das Geschäftsfeld „Family“ – darunter auch Spielwaren – profitieren?

F.M.: Ein klares „Ja“, denn Trends und die Lifestyle-Thematik sind auch im Family-Bereich Motoren der Entwicklung. Gerade dort, wo die Eltern für ihre Kleinen die Kaufentscheidungen treffen, spielt der eigene Lebensstil eine wichtige Rolle. Wenn die Kinder dann größer werden, äußern sie ihre Wünsche klarer und der Einfluss der Eltern sinkt entsprechend.

Den Lifestyle der Teenager prägt dann immer mehr das persönliche Umfeld, das durch TV-Serien, Kinofilme und Markenwerbung, aber vor allem auch durch soziale Netzwerke und Internet-Blogs beeinflusst wird. Die Bedeutung von Lizenzthemen z. B. der Minions oder Star Wars für die Spielwarenbranche kommt nicht von ungefähr.

Dazu gibt es dann Trends, die die ganze Familie faszinieren. Das Angebot von Computer- und Videospielen führt mittlerweile alle Generationen an der Konsole oder dem Smartphone zusammen. Modernes Entertainment gehört zum absoluten Lifestyle und bewegt Handel und Industrie.

Auch im Family-Sektor sind deshalb innovative Ansätze gefragt, um einerseits schnell aktuelle Trends aufzugreifen oder sogar zu antizipieren, und andererseits Produkte anbieten zu können, die attraktiv und margenstark sind. Das ist der Weg der EK.

Sehen Sie aktuell Trends, welche die Sortimente im Geschäftsfeld „Family“ in den nächsten Jahren prägen werden?

F.M.: Die Themen Nachhaltigkeit und Green Living spielen im qualitätsorientierten Fachhandel zum Beispiel bei Holzspielzeug weiter eine große Rolle. Was gerade in politisch und gesellschaftlich unruhigeren Zeiten auffällt, ist die Retro-Bewegung und die nostalgische Hinwendung zu den Klassikern. Hier stehen der Wunsch nach der Wiederentdeckung der eigenen Kindheit und der Vermittlung vertrauter Erfahrungen und Werte im Vordergrund.

Im Bereich Mode und Textilien für Babys und Kleinkinder liegt das Augenmerk vieler Eltern auf dem Ökolabel. Eine Entwicklung, die wir übrigens schon seit einigen Jahren in unseren Sortimenten abbilden.

Darüber hinaus werden wir uns in den kommenden Jahren mit der zunehmenden Digitalisierung und dem Einfluss neuer Technologien in der Spielewelt auseinandersetzen. Die gelungene Verbindung von Offline und Online in den Fachgeschäften wird dabei immer mehr zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

„Stylisch“ kann man Produkte im stationären Handel viel besser präsentieren als im Online Handel. Ein Vorteil für stationäre Händler?

F.M.: Absolut. Generell sind die Handelspartner erfolgreich, die ihr Unternehmen als Bühne verstehen und Sortimente als Show-Act präsentieren. Dafür haben wir unter anderem emotionalisierende Shopkonzepte wie SPIEL & SPASS und HappyBaby entwickelt. In diesen Rahmen können unsere Händler die aktuellen Trends besser als jeder Online-Händler lebendig werden lassen und sich als EK-Mitglieder gleichzeitig branchenübergreifend profilieren.

Wobei eines klar ist: Offline- und Online-Handeln lassen sich nicht auseinanderdividieren. Im Gegenteil kommt es darauf an, die individuellen Fachhandelsstärken vor Ort mit allen Vorteilen des Online-Geschäfts zu verbinden. Die hohe Akzeptanz unserer Multichannel-Plattform myWeb zeigt, dass unsere Händler das genauso sehen.


Entdecken Sie neue Spielzeugtrends und Themen für Ihren Handel mit Spielwaren! Lifestyle und Trendartikel können Sie live auf der Spielwarenmesse® 2016 erleben. Registrieren Sie sich jetzt als Fachbesucher und sichern Sie Ihr Ticket zum Frühbucherpreis!

 

Autor dieses Artikels:

Harald Hemmerlein

Diesen Artikel:

Tags in diesem Artikel:

Genannte Produktgruppen:

Newsletter

Bleiben Sie immer bestens informiert über Trends und Entwicklungen der Spielwarenbranche. Abonnieren Sie einen Newsletter der Spielwarenmesse®.

 

Newsletter

Bleiben Sie immer bestens informiert über Trends und Entwicklungen der Spielwarenbranche. Abonnieren Sie einen Newsletter der Spielwarenmesse®.