Spielwarenmesse: Markt Indien: Qualitäts­marken und MINT-Spielzeug sind gefragt

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Markt Indien: Qualitätsmarken und MINT-Spielzeug sind gefragt
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07. August 2017 / Markt

Markt Indien: Qualitäts­marken und MINT-Spielzeug sind gefragt

von Euromonitor International /  Kommentare anzeigen

Im Jahr 2016 wuchs der Markt für traditionelles Spielzeug in Indien um 6% und auch für die Zukunft ist mit Wachstum zu rechnen. Die organisierten Marktteilnehmer haben aber mit harter Konkurrenz durch No-Name-Produkte aus China zu kämpfen, die billiger sind und sich negativ auf das Wachstum auswirken. Durch gestiegenes Markenbewusstsein, verstärkte Werbeaktivitäten und die Einführung neuer Produkte nimmt die Nachfrage nach Markenspielzeug allmählich zu.

Beim Kaufverhalten im Bereich traditionelles Spielzeug lässt sich eine Verlagerung hin zu edukativem Spielzeug und zum Bereich Kunst und Kreativität beobachten. Eltern mit höherem Bildungsniveau wollen, dass ihre Kinder spielerisch lernen. Das erklärt auch das Wachstum bei den MINT-Spielzeugen.

Angebote für Vorschulkinder und Konstruktionsspielzeug waren mit einem Umsatzwachstum von 20% in 2016 wieder einmal die am schnellsten wachsenden Kategorien. Aufgrund groß angelegter Werbemaßnahmen und eines gestiegenen Bekanntheitsgrads in städtischen Regionen konnte Lego seinen Spitzenplatz bei Konstruktionsspielzeug verteidigen.

Das Geschäft im indischen Spielzeugmarkt ist weiterhin durch hohe Umsätze in den Monaten Mai und Juni gekennzeichnet, da die Schulen in dieser Zeit überwiegend geschlossen sind. Aus diesem Grund sind Eltern viel mit ihren Kindern unterwegs und kaufen ihnen neues Spielzeug, mit dem sie dann in den Sommerferien spielen können.

Hochpreisige Waren wie Drohnen und Roboter bleiben in Indien absolute Nischenprodukte, weil sie sehr teuer sind und es strenge gesetzliche Vorgaben für deren Nutzung gibt. Wer in Indien eine Drohne fliegen lassen will, muss gesetzlich vorgeschriebene Verfahren durchlaufen und von den Behörden eine Erlaubnis einholen. Auch ist der Import von Drohnen nach Indien verboten, sodass internationale Hersteller auf dem indischen Markt nur sehr eingeschränkt aktiv werden können.

Verkauf von Spielwaren Indien Statistik
Vertrieb von Spielwaren in Indien nach Vertriebskanal (Darstellung: Spielwarenmesse; Quelle: Euromonitor International)

Wettbewerbsumfeld

Aufgrund der zunehmenden Bekanntheit von Markenprodukten und der immer größer werdenden Popularität von Action- und Zeichentrickfiguren steigt die Nachfrage nach internationalen Marken. Das internationale Lizenzgeschäft ist ein wichtiger Faktor innerhalb der indischen Spielzeugbranche. Die Anzahl der Lizenzprodukte im Land wächst stetig. Im Jahr 2016 machten Lizenzprodukte 6% des mit traditionellen Spielwaren erwirtschafteten Umsatzes aus, wobei dieser Wert in manchen Kategorien auch ruhig einmal 50% erreichen kann, wie zum Beispiel bei Actionfiguren und Zubehör.

Alle führenden Spielzeugeinzelhändler wie z.B. Funskool India Ltd, Reliance Retail Ltd und Simba Toys India Ltd haben ihre Präsenz durch Eröffnung neuer stationärer Ladengeschäfte sowie durch Listung ihrer Produkte auf führenden Internethandelsseiten wie amazon.in und flipkart.com erweitert. Viele Hersteller gehen auch Allianzen mit dem Filmbusiness ein, um den Absatz zu stimulieren. So hat z.B. Simba die Lizenz für den indischen Blockbuster Bahubali 2 erworben und bereits vor dem Kinostart Waffen wie beispielsweise Schwerter verkauft.

Auch für die Zukunft wird ein Wachstum bei traditionellem Spielzeug prognostiziert, wobei die steigenden Importe aus China auch hier ihre Spuren hinterlassen werden. Viele dieser Importe sind illegal und werden von fliegenden Händlern unter Preis verkauft, was sich negativ auf das Wachstum auswirkt.

Die kleinen und mittelgroßen Spielzeughersteller kämpfen derweil ums Überleben, weil die Importzölle für die Rohstoffe, die für die Spielzeugproduktion benötigt werden, sehr hoch sind. Der Importzoll für Rohstoffe liegt bei 20%-30%, während er für fertige Spielwaren nur 5% ausmacht. Deswegen kommen immer mehr fertige Spielwaren aus China, den USA und Großbritannien ins Land, was sich negativ auf den Absatz der indischen Player auswirkt.

Top 5 Spielwaren-Hersteller in Indien mit Marktanteilen in %
Top 5 Spielwaren-Hersteller in Indien mit Marktanteilen in % (Darstellung: Spielwarenmesse; Quelle: Euromonitor International)

Lizenzgeschäft

Die Medien spielen für das Lizenzgeschäft mit Spielwaren eine wichtige Rolle. Spielzeughersteller profitieren von dem Erfolg von Serien wie z.B. Motu Patlu, Chota Bheem und Shivay, die bei Kindern ungemein populär sind. Zusätzlich hat die Digitalisierung dazu geführt, dass natürlich auch indische Kinder Geräte wie Tablets und Handys nutzen, um sich ihre Lieblingsserien und –filme anschauen, die wiederum mit Lizenzfiguren bevölkert sind.

Das Lizenzgeschäft mit Spielwaren wächst und dieser Trend dürfte auch in Zukunft anhalten. Actionfiguren und Zubehör, Puppen nebst Zubehör sowie Spiele und Puzzles sind die wichtigsten Kategorien in diesem Segment. Auch Stofftiere und Modellfahrzeuge dürften ihren Anteil am Lizenzgeschäft steigern, weil die Hersteller Lizenzen für Hollywood-Filme und Hollywood-Figuren erwerben.

Lizenzen für Spielwaren bleiben aber ein schwieriges Feld, weil Raubkopien auf Schritt und Tritt zu finden sind. Viele dieser aus China stammenden Fälschungen werden in Indien über E-Commerce-Internetseiten vertrieben und dort verbilligt angeboten. Zwar wird versucht, über die sozialen Medien und andere Plattformen ein Bewusstsein für das Problem zu schaffen, jedoch fehlt es an strikten Gesetzen, mit denen die Flut an gefälschtem Spielzeug eingedämmt werden könnte.


Hierbei handelt es sich um einen Auszug des Spielwarenreports für Indien von Euromonitor International. Den kompletten Report mit aktuellen Marktforschungsergebnissen finden Sie hier.

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Autor dieses Artikels:

Euromonitor International

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