Spielwarenmesse: Tipps zum inter­natio­nalen Online-Handel mit Spiel­waren

Sprache wählen

Spielwarenmesse® worldwide

 

Internationaler Online-Handel
  Marketing

08. Mai 2017 / Marketing

Tipps zum inter­natio­nalen Online-Handel mit Spiel­waren

von Nat Luger /  Kommentare anzeigen

Spielen Sie mit dem Gedanken, Ihren Produkte auch in anderen Region zu verkaufen? Angesichts der Tatsache, dass die Umsätze im Onlinehandel weltweit bis zum Jahr 2020 die Marke von 3,5 Billiarden US-Dollar knacken und die Spielwarenmärkte in Europa in derselben Zeitspanne um mehr als 3% pro Jahr zulegen dürften, kann es sicherlich nicht schaden, sich eine internationale Strategie für den Onlinehandel zurechtzulegen. Bevor man sich aber Hals über Kopf in den grenzüberschreitenden Handel mit Spielsachen stürzt, sollte man sich im Klaren darüber sein, was eine Expansion bedeutet und welche Hindernisse einen erwarten können.

Die Kundenerwartungen sind von Region zu Region unterschiedlich. In einigen Ländern sind sie gleich untendurch, wenn sie nicht einen superschnellen Versand und eine kostenlose Rückgabe anbieten, während Kunden in anderen Ländern erst nach Erhalt einer Rechnung zahlen. Gehen Sie also nicht davon aus, dass der Service, den Sie in Ihrem angestammten Markt bieten, auch für Verbraucher in anderen Ländern attraktiv ist. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um die Erwartungen der Kunden in der von Ihnen ausgewählten Region zu ergründen und hinterfragen Sie kritisch, ob Sie diese auch befriedigen können.

So sind Rückgaberechte z.B. in den USA von großer Wichtigkeit – 66% der US-Kunden lesen sich die Rückgabebedingungen durch, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.

Wenn Sie hingegen in den Niederlanden etwas verkaufen wollen, ist es entscheidend, dass Ihre Website schnell und nutzerfreundlich ist, da nur 17% der Kunden dort bereit wären, auf eine Seite zurückzukehren, die sich nicht schnell genug aufbaut.

Wenn Sie China auf dem Radar haben, sollten Sie wissen, dass es dort eine Vielzahl von unterschiedlichen Handelsplattformen gibt, die es zu bearbeiten gilt. Auch sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ganz anders. 90% der Onlinetransaktionen in China laufen über Plattformen wie Alibaba, Tmall oder Taobao. Diese Kanäle sind also enorm wichtig, um Käufer in China anzusprechen. Außerdem ist China das Land der Mobile Shoppers, und es wird damit gerechnet, dass der m-Commerce in der Region bis zum Jahr 2019 rund 71,5% des gesamten Online-Einzelhandels ausmachen wird. Deswegen sind die dortigen Online-Marktplätze auch für mobile Anwendungen optimiert. Wenn Sie sich als Händler also entschließen, ihre Waren auf diesen Kanälen anzubieten, erhalten Sie Zugriff auf die Mobile Shoppers, ohne selbst in eine Optimierung Ihrer Website für mobile Anwendungen investieren zu müssen.

Wo sollte man gelistet sein?

Für Anfänger sind Handelsplattformen ein guter Einstieg. Oftmals gibt es dort detaillierte Templates, die man ausfüllen muss, um sich listen zu lassen. Auch beim Thema Logistik, Versand und Kundendienst stehen Ihnen die Plattformen mit Rat und Tat zur Seite. Jeder kennt natürlich die großen Player wie Amazon, eBay oder Alibaba in China, aber es gibt in vielen Ländern rund um den Globus interessante Alternativangebote. Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, wie viele Player sich dort mittlerweile tummeln: Seit Frühjahr 2017 arbeitet ChannelAdvisor mit mehr als 90 dieser Plattformen weltweit zusammen (u.a. mit Amazon, eBay, Rakuten, Newegg, Sears, Tmall und vielen anderen).

Nehmen wir z.B. Trade Me aus Neuseeland, das dort mit fast 3,9 Mio. Mitgliedern die größte Online-Handelsplattform bildet. In Deutschland gehören Allyouneed, Zalando und Rakuten mit zu den größten Anbietern, während in den USA kaum ein Weg an Newegg, Sears und Jet.com vorbeiführt. In China ermöglicht Tmall Global ausländischen Anbietern durch vereinfachte Prozesse einen unkomplizierten Einstieg in den chinesischen Onlinehandel zu günstigen Preisen. Tophatter ist ebenfalls eine aufstrebende neue internationale Plattform mit großem Potenzial. Auch in Großbritannien und Frankreich gibt es verschiedene interessante Marktplätze, wie z.B. Tesco, Fruugo, ManoMano, LaRedoute und Shop.com.

Um die besten Werbeplätze kloppen sich die Anbieter auf Google, aber das ist beileibe nicht die einzige Suchmaschine, die es gibt. In den USA sind zum Beispiel Bing oder Yahoo hervorragende Alternativen, um Ihre Waren einem breiteren Publikum anzubieten, weil sie nicht so umkämpft sind wie Google. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie über eine Versandadresse in den USA verfügen.

Verteilen Sie doch Ihr SEO-Bugdet einmal auf verschiedene Anbieter und passen Sie es dann in Abhängigkeit vom Ergebnis an. Durch seinen hohen Traffic ist Google das optimale Testgelände, um herauszufinden, was am besten funktioniert. Machen Sie einen Testlauf auf Google, schauen Sie sich die Ergebnisse an und übertragen Sie das Muster dann auf Bing oder Yahoo. Dabei sollten Sie aber stets bedenken, dass es auch einige logistische Hürden zu überwinden gilt, bevor Sie sich Hals über Kopf in den Markt in anderen Ländern stürzen!

Behalten Sie die Logistik im Auge

Das Thema Auftragsabwicklung kann sich als echter Hemmschuh erweisen, wenn man neu in den Vertrieb von Spielwaren im Ausland einsteigt. Abhilfe können hier Plattform-Programme wie Fulfilment by Amazon (FBA) oder das Global Shipping Programme (GSP) von eBay schaffen. Beide ebnen Ihnen den Weg für schnelle und stressfreie Umsätze in zahlreichen Ländern.

Wenn FBA oder GSP nicht zur Verfügung stehen oder Sie es auf eigene Faust versuchen wollen, sollten Sie sich einen zuverlässigen Logistikpartner suchen, der über ausreichend Erfahrung in dem von Ihnen anvisierten Land verfügt. Bedenken Sie auch stets die unterschiedliche Ortszeit und Sprachbarrieren und stellen Sie sicher, dass Ihr Spediteur die Adresse richtig versteht, an die die Ware ausgeliefert werden soll! Und auch Frachtkosten, Maße und Gewichte müssen immer in die richtige Einheit umgerechnet werden.

Wenn Sie erst am Anfang stehen, sollten Sie versuchen, zunächst leichtere Spielwaren mit höheren Margen zu vertreiben, um Ihre Versandkosten niedrig zu halten, bis Sie in der Region Fuß gefasst haben – dann können Sie Ihr Sortiment erweitern.

Checkliste: Think global, act local

  1. Angefangen beim Kundendienst bis hin zum Thema Listing müssen Sie sich überlegen, wie Sie mit den Menschen vor Ort interagieren wollen. Ohne ausreichende Lokalisierung (und das ist mehr als Übersetzung) werden es Ihre Waren sehr schwer haben, Nachfrage in einem neuen Markt zu generieren.

  2. Verlassen Sie sich nicht auf kostenlose Übersetzungs-Tools wie Google Translate, sondern investieren Sie in professionelle Übersetzungen – unglückliche oder falsche Formulierungen können Sie teuer zu stehen kommen. Das gilt vor allem, wenn Sie nach China verkaufen wollen, denn die Bedingungen für Rückgabe und Abwicklung müssen dort eindeutig formuliert sein, damit Sie keine rechtlichen Schwierigkeiten bekommen.

  3. Achten Sie darauf, dass Ihre Marken und die Namen Ihrer Spielwaren auch im Ausland funktionieren. Vermeiden Sie auf jeden Fall Benennungen, die in fremden Kulturen anstößig klingen könnten. Passen Sie Produktnamen lieber den lokalen Gegebenheiten an, damit diese sich leichter einprägen. Und vielleicht macht es auch Sinn, andere Packungsgrößen anzubieten.

  4. Bedenken Sie die Zeitzonen vor Ort, wenn Sie den Kundendienst selbst übernehmen. Lassen Sie Ihre Kunden nicht auf eine Antwort warten. Wenn es um das Thema Lokalisierung geht, können Sie sich mit FBA von Amazon jede Menge Nerven sparen, denn Amazon bietet Ihnen nicht nur Kundenservice an, sondern übernimmt auch Auslieferung und Rückgabe – und zwar in der Muttersprache Ihrer Kunden.

Kann’s losgehen?

Wenn Sie Ihre Hausaufgaben ordentlich gemacht und alle oben genannten Punkte abgeklärt haben, sollte einer erfolgreichen Expansion in ausländische Märkte nichts mehr im Wege stehen. Vielleicht haben Sie auch Themen identifiziert, die Sie sich nochmal anschauen wollen? Nehmen Sie sich die Zeit, damit die Grundlagen stimmen und Sie sich wirklich sicher sein können, dass Sie alles Wichtige bedacht haben.


Über den Autor:
ChannelAdvisor ist seit mehr als 15 Jahren im Bereich grenzüberschreitender Handel (Cross Border Trade, CBT) und internationale Expansion tätig. Bei Fragen können Sie ChannelAdvisor gerne per E-Mail kontaktieren oder den monatlichen e-newsletter abonnieren.

 

Autor dieses Artikels:

Nat Luger, ChannelAdvisor

Diesen Artikel:

Newsletter

Bleiben Sie immer bestens informiert über Trends und Entwicklungen der Spielwarenbranche. Abonnieren Sie einen Newsletter der Spielwarenmesse®.

 

Newsletter

Bleiben Sie immer bestens informiert über Trends und Entwicklungen der Spielwarenbranche. Abonnieren Sie einen Newsletter der Spielwarenmesse®.