Spielwarenmesse: Warum Spiele­empfeh­lungen ein aus­gezeich­netes PR-Instrument sind

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22. Mai 2017 / Marketing

Warum Spiele­empfeh­lungen ein aus­gezeich­netes PR-Instrument sind

von Harald Hemmerlein /  Kommentare anzeigen

Spieleauszeichnungen sind einerseits willkommene Werbung für die Spiele selbst und geben andererseits den Verbrauchern eine erste Orientierung, welche Spiele gerade im Trend liegen. Doch was ist ein gutes Spiel? Diese Frage - bezogen auf Brett- und andere Gesellschaftsspiele - führt zu sehr unterschiedlichen Antworten je nach Perspektive und Interesse.

Die Kritierien für ein gutes Gesellschaftsspiel reichen von Experteneinschätzungen über Verbraucher- und Expertenbefragungen bis hin zu empirischen Fakten der Marktforscher. Dazwischen gibt es eine Vielzahl von Empfehlungen. Große Händler, wie zum Beispiel Toys“R“Us betreiben eine Art Self-Fulfilling-Prophecy indem sie dem Verbraucher die Produkte empfehlen, die ihrer Meinung nach zu Bestsellern der jeweiligen Saison werden.

Interessenverbände stellen ähnliche Listen auf, die auch regelmäßig Gesellschaftsspiele empfehlen. In Deutschland sind das der Bundesverband des Spielwareneinzelhandel (BVS) mit den „Top 10 Spielzeug“ - aufgestellt von einer Expertenjury aus dem Handel - und der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie mit dem „Goldenen Schaukelpferd“, ermittelt zusammen mit den Lesern einer Elternzeitschrift. Auch andere Branchenverbände geben ähnliche Empfehlungen zum Beispiel im Rahmen der Initiative „Genius of Play“ in den USA ab.

Sehr erfolgreich entwickelt sich der „Toy Award“, der jährlich von einem Expertenteam der Spielwarenmesse® vergeben wird. Mit Icecool von AMIGO Spiel + Freizeit und Sjoel de Boules von International Stationerywar waren auch in diesem Jahr wieder zwei Gesellschaftsspiele unter den Nominierten.

ICECOOL von AMIGO Spiel + Freizeit
AMIGO Spiel + Freizeit: ICECOOL
Sjoel de Boules von International Stationery
International Stationery: Sjoel de Boules

Die eingangs erwähnten Marktforscher können in Verbraucher- und Handelspanels recht genau ermitteln, wie die Verbraucher ein Spiel bewerten, indem sie es kaufen oder eben nicht. Ebenso wie im Literaturbetrieb kein Kritiker bereit sein wird, die Qualität eines Buches allein an der Höhe seiner verkauften Auflage zu messen, werden wir auch kaum einen Spielekritiker finden, der die Massentauglichkeit eines Spiels allein als Kriterium gelten lässt.

Sehr oft lagen die Spielekritiker mit ihren Einschätzungen übrigens richtig, auch was den langfristigen Erfolg eines ausgezeichneten Spiels am Markt angeht.

Die Spiele-Community redet mit

Die Internetgemeinde hat zu diesem Thema natürlich auch Einiges beizutragen. In Foren tauscht man sich aus, in Blogs und Bloggernetzwerken werden Kommentare abgegeben und Awards verliehen. Ein Beispiel ist das Blogger-Netzwerk Beeple, das sich als Anlaufstelle für Brettspiel-Interessierte sieht und einen Beitrag zur Festigung des Brettspiels in der Gesellschaft leisten möchte.

BEEPLE - Das Brettspiel Blogger Netzwerk - Imagefilm

Dieses Sendungsbewusstsein teilen die Blogger auch mit der weltweit wohl erfolgreichsten PR-Maßnahme für das Spiel: „Spiel des Jahres“.

Bereits 1978 hat ein kleiner Kreis von Spieleenthusiasten die Idee, den ihrer Meinung nach in der öffentlichen Wahrnehmung zu wenig geschätzten Wert des Spiels mit Hilfe der Auszeichnung „Spiel des Jahres“ stärker zu betonen. In einem Erlanger Bierkeller gründeten Jochen Corts, Harald Fritz, Walter Luc Haas, Dieter Hasselblatt, Jürgen Herz, Bernward Thole und Tom Werneck den „Spiel des Jahres e.V.“ Das war der Aufbruch zu einem Riesenerfolg, mit dem wohl auch die Gründungsmitglieder so nicht gerechnet haben.

Heute sind die jährlichen Preisverleihungen in Berlin und Hamburg ein Riesenspektakel. Die Preisträger schaffen es heute meist in die Hauptnachrichtensendungen. Das verschafft den ausgezeichneten Spielen eine Bekanntheit, die fast immer auch zu grandiosen Verkaufserfolgen führt. Entsprechend groß ist die Freude aller Beteiligung nicht nur über die Ehre sondern auch über den kommerziellen Erfolg.

Ein wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte war sicher auch die Differenzierung. Die Zielgruppen für Gesellschaftsspiele sind so heterogen, dass eine Auszeichnung nur eines Titels schwierig ist. Deswegen kam zunächst das „Kinderspiel des Jahres“ hinzu, das jetzt jährlich in Hamburg ausgezeichnet wird. Später ergänzte das „Kennerspiel des Jahres“ die Auszeichnungen als Orientierung für „Vielspieler“.

Die jeweiligen Auswahl- und Nominierungslisten sorgen auch für Aufmerksamkeit für die Spiele, die es nicht auf den ersten Platz schaffen, aber aus Sicht der Jury besonders empfehlenswert sind.

Erfolgreiche Spiele auf lokale Vorlieben angepasst

Die Beispiele zeigen, dass die Spiele-Community in Deutschland besonders aktiv und vielfältig ist. Solche Initiativen gibt es auch in vielen weiteren Ländern. Schließlich sind Spiele stärker als andere Spielwaren kulturell und vor allem sprachlich geprägt. Die Spieletitel unterscheiden sich häufig je nach Sprachraum. Manchmal werden auch die Spielgeschichten, die eine bestimmte Spielemechanik auskleiden, in unterschiedlichen Ländern neu erzählt. Viele Spiele werden auch ausschließlich im jeweiligen Land veröffentlicht. Eine multinationale Angelegenheit also.

Echte global Player gibt es bei den Spielen nur ganz wenige: Monopoly, Cluedo, Spiel des Lebens, Siedler sind die wohl prominentesten Beispiele – von den Klassikern wie Schach, „Mensch ärgere Dich nicht“ (Pachisi) oder Backgammon ganz abzusehen.


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Autor dieses Artikels:

Harald Hemmerlein

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