Spielwarenmesse: DVSI-Stellungnahme zum aktuellen RAPEX Report der Europäischen Kommission

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DVSI-Stellungnahme zum aktuellen RAPEX Report der Europäischen Kommission

13. März 2018 09:25 Uhr:

  • „Aufmerksame und strenge Marktüberwachung verhindert, dass zweitklassige Spielwaren Kinder erreichen.“
  • Deutscher Verband der Spielwarenindustrie sieht dringenden politischen Handlungsbedarf zur Schließung der Vertriebswege von nicht sicheren Produkten.

Wie die Statistiker der Europäischen Kommission gestern bekanntgaben, habe das Schnellwarnsystem der EU für gefährliche Konsumgüter (RAPEX) verhindert, dass minderwertige Spielwaren im letzten Jahr europäische Kinder erreicht haben.

Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) und der Europäische Verband TIE (Toy Industries of Europe), glauben, dass RAPEX eine wichtige Rolle bei der Garantie der Produktsicherheit spielt.

Wirksame Marktüberwachung und deren Durchsetzung sind nach Einschätzung der Verbände entscheidend, um zu unterbinden, dass zweitklassige Spielwaren in die Hände von Kindern geraten. Die Behörden in Europa zollten Spielwaren einen hohen Grad an Aufmerksamkeit. Mit Hinblick auf die Gefährdung der Benutzergruppe Kind sei es gut, dass Spielwaren so intensiv kontrolliert werden. Die Zahl der Meldungen besage allerdings nicht, dass Spielwaren eine unsichere Produktkategorie sind. Wenn die Behörden sich im gleichen Umfang und mit gleicher Aufmerksamkeit auf andere Verbraucher-Produktkategorien konzentrieren würden, wäre die Anzahl der Meldungen erheblich erhöht.

Sowohl der DVSI als auch TIE unterstützten eine effektive Marktüberwachung als auch deren Durchsetzung, die dafür sorge, dass minderwertige, zweitklassige Spielwaren nicht in Kinderhände gelangen.

Darüber hinaus sei es interessant festzustellen, dass die Endverbraucher zunehmend Produkte online direkt aus Ländern außerhalb der EU bestellen und laut der Europäische Kommission die Mehrzahl der festgestellten gefährlichen Produkte eben aus diesen Ländern stammt. Damit würden im Bereich der deutschen Spielwarenindustrie Arbeitsplätze vernichtet und ein großer Schaden verursacht.

Insbesondere vor Weihnachten und einem Anteil des Weihnachtsgeschäfts am Jahresumsatz mit 40% werde deutlich, dass diese Produkte einzig für unseriöse Hersteller und Produktpiraten ein Gewinn sind. Immer mehr ausländische, insbesondere chinesische Verkäufer lagerten ihre Produkte in Logistikzentren von Internetverkaufsportalen ein. Dadurch könnten sie genauso schnell liefern wie deutsche Händler.

Allerdings treten sie mit denen in einen unfairen Wettbewerb. Die Logistik-Dienstleister wie zum Beispiel Amazon agierten nämlich in einer Rechtslücke, denn die Marktüberwachung könne die Ware nicht kontrollieren und die Finanzämter keine Steuern eintreiben. Bei Steuerhinterziehung, Verletzung von gewerblichen Schutzrechten, unsicheren Produkten oder Umweltvergehen müssten chinesische Hersteller und Händler keine Bußgelder fürchten, weil die außerhalb der Reichweite deutscher Behörden sind.

Diese Kriminalitätsformen ließen sich nur bekämpfen, indem die Vertriebswege der Täter gekappt werden. Nachdrücklich sei die Politik gefordert, die Ströme unsicherer und gefälschter, vor allem über das Internet vertriebener Spielwaren aus dem Ausland in die EU und nach Deutschland einzudämmen. Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie setze sich dafür ein, dass Betreiber von Internet-Plattformen für den Verkauf von unsicheren und gefälschten Waren in Verantwortung genommen werden und unterstütze den ersten Schritt der Europäischen Kommission, diesen Plattformen zu empfehlen, in Sachen Spielzeugsicherheit freiwillig mehr zu unternehmen als das bislang der Fall war.

 

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