Spielwarenmesse: Mehr als jedes vierte Industrieunternehmen setzt auf 3D-Druck

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Mehr als jedes vierte Industrieunternehmen setzt auf 3D-Druck

13. Juni 2018 15:12 Uhr:

  • Anstieg der Nutzung um 8 Prozentpunkte seit 2016
  • 70 Prozent bescheinigen 3D-Druck disruptives Potenzial

Die Wirtschaft setzt auf 3D-Druck. Mehr als jedes vierte deutsche Industrieunternehmen (28 Prozent) hat bereits solche Geräte im Einsatz. Das ergibt eine repräsentative Befragung von 553 Fertigungsunternehmen ab 100 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Das sind 8 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2016, damals waren es gerade einmal 20 Prozent.

Angetrieben wird die Entwicklung von großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern. Hier nutzt bereits mehr als jedes dritte (35 Prozent) 3D-Druck-Technologien, bei den Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern ist es jedes vierte (25 Prozent).

„Die 3D-Druck-Technologie ist für den starken und innovativen Industriestandort Deutschland ein Glücksfall. Die Technologie bietet die einmalige Chance, in Niedriglohnländer abgewanderte Wertschöpfung nach Deutschland zurückzuholen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Unternehmen nutzen digitale Technologien, um die Produktentwicklung zu beschleunigen und Fertigungsprozesse zu optimieren. 3D-Druck ist ein Innovationsbeschleuniger und steigert die Wettbewerbsfähigkeit.“

Mittel- bis langfristig könnte der 3D-Druck in bestimmten Bereichen die derzeit gängigen Produktionsverfahren, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten maßgeblich beeinflussen. So sagen sieben von zehn Unternehmen (70 Prozent), dass 3D-Druck die Industrie disruptiv, das heißt tiefgreifend, verändern wird. Dabei erwartet jedes zweite dieser Unternehmen (49 Prozent), dass die disruptiven Veränderungen bereits in den kommenden zehn Jahren eintreten. 48 Prozent von ihnen schätzen, dass es mehr als eine Dekade dauert. Lediglich zehn Prozent aller Unternehmen schreiben dem 3D-Druck keinerlei disruptives Potential zu, 17 Prozent halten es für eher unwahrscheinlich, dass 3D-Druck disruptiv wirkt.

„In der Luftfahrtindustrie oder auch der Medizintechnik hat sich das innovative Fertigungsverfahren bereits etabliert. Andere Branchen werden hier nachziehen“, sagt Berg. Allerdings sei 3D-Druck derzeit noch eine Ergänzung zu traditionellen Fertigungsverfahren und verdrängt diese bislang nicht vollständig. Berg: „Die additive Fertigung hat das Potenzial, sich in vielen Bereichen zum bevorzugten Produktionsverfahren zu entwickeln.“

Konkret nutzt jedes dritte Industrieunternehmen, das 3D-Druck einsetzt, dieses Verfahren vor allem zur Herstellung von Mustern beziehungsweise Gießformen oder Werkzeugen (34 Prozent) sowie zur Herstellung von Ersatzteilen (32 Prozent). Knapp jedes vierte (23 Prozent) erstellt damit visuelle Modelle, 12 Prozent fertigen damit funktionale Modelle zum Test. Weniger üblich ist die Produktion von Montagevorrichtungen oder Sonderanfertigungen (jeweils 8 Prozent) im 3D-Druck.


Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 553 Produktionsleiter, Vorstände oder Geschäftsführer von Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern in Deutschland telefonisch befragt. Die Fragestellungen lauteten:  Nutzen Sie in Ihrem Unternehmen 3D-Druck?, „Was sind aus Sicht Ihres Unternehmens die wichtigsten Vorteile von 3D-Druck?, „Wie wahrscheinlich ist es, dass 3D-Druck bestehende Geschäftsmodelle und/oder Wertschöpfungsketten disruptiv, d.h. tiefgreifend, verändern wird?, „Wie lange wird es Ihrer Meinung nach dauern, bis 3D-Druck Geschäftsmodelle und/oder Wertschöpfungsketten disruptiv verändern wird?“ und „Wofür wird 3D-Druck bereits konkret eingesetzt?“

 

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