Spielwarenmesse: Safety Day 2019: „Wissen, was gespielt wird“

Sprache wählen

 

Safety Day 2019: „Wissen, was gespielt wird“

24. Oktober 2019 16:10 Uhr

  • Fortbildung ist Zukunftssicherung – nach dem Motto findet seit mehr als 15 Jahren der vom DVSI und dem TÜV Rheinland organisierte Safety Day statt. Auch in diesem Jahr lockten die Sicherheits- und Rechtsexperten rund 50 Interessenten nach Köln, um sich am 17. Oktober ein Update in punkto Spielzeugsicherheit, aktuelle gesetzliche Entwicklungen, Marktüberwachung und die Einführung eines „Waffenscheins“ zu holen.

Spielzeugsicherheit ist eine komplexe Herausforderung, die eine umfassende Qualifizierung verlangt, um ein Unternehmen erfolgreich in die Zukunft steuern. Davon zeugte auch die diesjährige Agenda, die so unterschiedliche Themen wie „Spielzeugsicherheit entlang der gesamten Supply Chain“, „Hygieneanforderungen der Spielzeugrichtlinie“ und „Waffenrechtliche Bewertung von Spielzeug“ bot. Diese Mischung aus „Special interest-“ und die gesamte Branche betreffenden Themen ist seit Jahren das Erfolgsrezept des DVSI SafetyDays, wie Daniel Disam, Qualitätsmanagement Schleich, bestätigt. „Der SafetyDay 2019 liefert uns viele interessante, spannende, gute und hilfreiche Informationen, die wir jetzt bei Schleich aufarbeiten und umsetzen werden. Besonders gut hat uns gefallen, dass das Seminar stringent geclustert war, sodass wir genau die Informationen, die für Schleich relevant sind, rausfiltern konnten.“

Dass Spielzeugsicherheit und Qualität viele Facetten aufweist, wurde besonders in den ersten drei Referaten am Vormittag deutlich. Qualität, so der Tenor der Vorträge, beginne schon am Anfang der Lieferkette, weshalb sich Hersteller von einer „risikoorientierten Prüfung“ zu einem umfassenden „Compliance Management“ und zur „Supply Chain Resilienz“ weiterentwickeln müssten.

„Ich glaube“, sagt der neue DVSI-Sicherheitsexperte Alexander Breunig, der das Seminar moderierte, „diese Entwicklung ist unaufhaltbar, denn alle Grenzwertdiskussionen zielen letztendlich auf die Vermeidung von potenziell gefährlichen Stoffen ab. Das verdeutlichte auch Marco Scialpi in seinem Referat über Kunststoffmaterialien, die mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommen.“ Lebensmittelkontaktmaterialien unterliegen besonders strengen Anforderungen, weshalb Scialpi auch dazu riet, die Ideen und die Systematik des HACCP-Konzepts als Vorlage auch für die Herstellung von Spielzeug zu nutzen.

Mit den Auswirkungen der neuen Marktüberwachungs-Verordnung auf die Spielwarenbranche griff Rechtsanwalt Arun Kapoor ein Thema auf, das viele Markenherstellern seit Jahren ein Dorn im Auge ist. „Die Quintessenz des Vortrages ist“, so Breunig, „dass sogenannte Online- und Fulfillment-Anbieter, auf deren Plattformen Spielzeug angeboten wird, ab 2021 dafür Sorge tragen müssen, dass alle Konformitäts- und Produktsicherheitsanforderungen erfüllt werden und sie eine geeignete Dokumentation nachweisen müssen. Im Klartext: Sie werden in die Verantwortung genommen.“

Das Update „News from Brussels“ und „Mechanische Sicherheit und chemische Stoffe“ lieferte weitere praxisrelevante Einblicke in aktuelle Entwicklung zum Thema Spielzeugsicherheit. Johanna Fraunholz, Team Leader Quality Department NICI, die das erste Mal beim Safety Day in Köln war, zieht ein äußerst positives Fazit. „Die Bandbreite der Vorträge und die Inhalte waren alles in allem sehr interessant und informativ, sodass ich viel für meine tägliche Arbeit bei NICI mitnehmen konnte. Man erfährt zwar viel durch die regelmäßigen DVSI Newsletter, aber durch die komprimierte Präsentation von Fakten aus den unterschiedlichsten Bereichen wie etwa Normänderungen oder die Auswirkungen der neuen Marktüberwachungsverordnung wird man immer auf den neuesten Stand gebracht. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben.“

Als heißes Thema entpuppten sich Spielzeugwaffen, bei dem europäisches und deutsches Recht auseinandergehen. In Deutschland könnte es dazu führen, dass importierte Spielzeugwaffen, die europäisches Recht und die Anforderungen der Spielzeugnorm erfüllten, jedoch die deutschen Grenzwerte für Geschossenergie überschritten, unter waffenrechtlichen Aspekten zu betrachten wären. Eine Lösung ist noch in der Schwebe.

Der nächste DVSI SafetyDay findet voraussichtlich am 15. Oktober 2020 statt.


 

Newsletter

Bleiben Sie immer bestens informiert über Trends und Entwicklungen der Spielwarenbranche. Abonnieren Sie einen Newsletter der Spielwarenmesse®.