Spielwarenmesse: Wirtschaft erst Ende 2022 wieder auf dem Stand vor Corona?

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Wirtschaft erst Ende 2022 wieder auf dem Stand vor Corona?

10. Juli 2020 09:20 Uhr

Global Economic Conditions Survey

  • Arbeitslosigkeit scheint trotz umfassender Maßnahmen zur Vermeidung von Massenentlassungen zu steigen
  • Rückgang des BIP in Europa am größten
  • Weltweites Vertrauen nach Rekordtief des ersten Quartals leicht erholt  

Die Zahlen aus der Global Economic Conditions Survey (GECS), der weltweiten vierteljährlichen Umfrage von IMA und ACCA unter mehr als 1000 Buchhaltern und CFOs, spiegeln das Ausmaß des aktuellen wirtschaftlichen Rückgangs aus der Sicht leitender Finanzfachleute wider.

Was sehen die Finanzexperten in den Zahlen?

  • Auftrags- und Beschäftigungsindizes haben weltweit Rekordtiefs erreicht, was zu dem Bild beiträgt, dass dies eine der schwersten Rezessionen der letzten Jahrzehnte wird.

  • Das weltweite Vertrauen hat sich nach dem Rekordtief im ersten Quartal 2020 leicht erholt.

  • Zahlreiche Volkswirtschaften, einschließlich der USA, des Vereinigten Königreichs und der Eurozone, werden erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 das Outputniveau von Ende 2019 erreichen.

  • Das Großbritannien und die Eurozone werden dieses Jahr im Vergleich zu anderen Weltregionen den voraussichtlich größten Rückgang des BIP zu verzeichnen haben.

  • Besonders bedenklich ist der Beschäftigungsindex, der darauf hindeutet, dass trotz umfassender Maßnahmen zur Vermeidung von Massenentlassungen die Arbeitslosenquote beträchtlich steigen wird.  

In der GECS-Umfrage des zweiten Quartals zeigt sich, dass Auftrags- und Beschäftigungsindizes weltweit Rekordtiefs erreicht haben, was zu dem Bild beiträgt, dass dies eine der schwersten Rezessionen der letzten Jahrzehnte werden wird. Andererseits hat sich das weltweite Vertrauen nach dem Rekordtief im ersten Quartal dieses Jahres leicht erholt.

Nordamerika und Westeuropa, wo während eines Großteils des Quartals Lockdowns in Kraft waren, sind am stärksten vom Auftragsrückgang betroffen - ein Zeichen für den Einbruch der Wirtschaftsaktivitäten in diesen Regionen. Für das zweite Quartal ist in Westeuropa ein größerer Aufschwung des Vertrauens als in anderen Teilen der Welt erkennbar, was von einem gewissen Optimismus hinsichtlich der Zukunftsperspektiven zeugt. Die Aktivitätsindizes deuten jedoch auf eine sehr schwere Rezession hin, in der Auftrags-, Beschäftigungs- und Investitionsindizes Tiefpunkte erreichen werden. Voraussichtlich werden Großbritannien und die Eurozone dieses Jahr den größten Rückgang des BIP zu verzeichnen haben.

Trotz des Impulses, den die Wirtschaft durch die derzeitige Regierungspolitik erhält, ist anzunehmen, dass die Erholung in den kommenden Quartalen durch anhaltendes Social Distancing und Zurückhaltung der Verbraucher gebremst wird. An die Stelle der zuvor erwarteten V-förmigen Erholung tritt jetzt die Erwartung, dass es relativ lange dauern wird, bis das Outputniveau der Vor-Coronazeit wieder erreicht ist.

Der Bericht geht davon aus, dass zahlreiche Volkswirtschaften, einschließlich der USA, Großbritanniens und der Eurozone, erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 das Outputniveau von Ende 2019 erreichen werden.

Besonders bedenklich ist der Beschäftigungsindex, der darauf hindeutet, dass trotz umfassender Maßnahmen zur Vermeidung von Massenentlassungen die Arbeitslosenquote beträchtlich steigen wird. Denn im Zuge der gegenwärtigen Lockerungen werden diese Regelungen in den kommenden Monaten voraussichtlich zurückgenommen, wodurch dieser Anstieg unausweichlich scheint.

In dieser Studie wurde davon ausgegangen, dass es nicht zu einer schwerwiegenden zweiten Welle von Virusinfektionen, die erneute Lockdown-Maßnahmen und einen neuen Abschwung zur Folge hätte, kommen wird. Aufgrund dieser Annahme wird erwartet, dass sich die weltweite Wirtschaft während der zweiten Hälfte dieses Jahres und im Jahr 2021 erholt. Wie schnell der Anstieg 2021 ausfällt, ist allerdings sehr unsicher und hängt von den Entwicklungen in Reaktion auf das Virus, wie Behandlung oder Impfstoff, sowie von wirtschaftlichen Faktoren wie Politik und Vertrauen von Verbraucher und Geschäftswelt, ab.

 

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