Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit in Frankreich

Umweltschutz hat in Frankreich eine lange Tradition

Generell nimmt Frankreich beim Thema Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle ein. Im Index für nachhaltigen Tourismus der Wirtschaftszeitung Economist, der Auskunft darüber gibt, wie schonend in einem Land mit sozialen, kulturellen und umweltbezogenen Ressourcen umgegangen wird, rangiert Frankreich auf Platz 1. Dasselbe gilt für den Food Sustainability Index, bei dem Frankreich zum dritten Mal in Folge den Spitzenplatz belegen konnte.

Verbraucher legen zwar immer mehr Wert auf eine nachhaltige Entwicklung, aber Spielwaren sind noch nicht im Fokus

Nachhaltigkeit gewinnt in Frankreich immer mehr an Bedeutung und führt dazu, dass Verbraucher ihre Gewohnheiten ändern. Durch die Einschränkungen infolge der Covid-19-Pandemie ist diese Entwicklung noch verstärkt worden. Eine Studie von KidzGlobal aus dem Dezember 2020 zeigt, dass sowohl Kinder als auch Eltern sich zum Nachhaltigkeitsgedanken bekennen. Dabei wird Nachhaltigkeit als Chance empfunden, etwas Gutes für den Planeten zu tun. Bei Kindern bis zu 18 Jahren sind entsprechend Interesse und Verlangen die Gefühle, die in erster Linie mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden sind. Sowohl das alltägliche Leben als auch Kaufentscheidungen sind mehr und mehr vom Nachhaltigkeitsgedanken betroffen, wobei es jedoch Unterschiede zwischen den verschiedenen Produktkategorien gibt. Bei den schnell drehenden Konsumgütern (FMCG) spüren Hersteller und Händler am stärksten die geänderte Erwartungshaltung der Kunden und haben ihr Angebot schon maßgeblich angepasst. Zutaten und Materialien aus biologischem Anbau, recycelte oder recycling-freundliche Verpackungen sowie Regionalität spielen hier die wichtigste Rolle.

Im Wachstumssegment Spielwaren (1% Steigerung beim Gesamtumsatz und 1% Wachstum beim Durchschnittspreis pro Spielzeug) dominieren nach wie vor Importe aus China (55% gegenüber 37% aus der EU), für die die strengen Kriterien im Bereich Nachhaltigkeit noch nicht gelten. 

Dass der Marktanteil der nachhaltigen Spielwaren in Frankreich noch nicht allzu hoch ist, ist verschiedenen Ursachen geschuldet: zum einen ist das Angebot im Markt überschaubar, denn nur wenige Hersteller bieten überhaupt nachhaltige Spielwaren an, zum anderen sind die Preise höher, weil die Produkte vor Ort produziert werden, die Materialkosten höher sind und dieser Preisaufschlag nicht vollständig durch die geringeren Transportkosten kompensiert wird. 

KidzGlobal hat in seiner Studie herausgefunden, dass sich das in Zukunft ändern wird: 74% der französischen Eltern gaben an, dass sie bereit sind, mehr für lokal produzierte Spielwaren zu zahlen. Dafür werden Preissteigerungen von bis zu 12% in Kauf genommen.

Frankreich – die Heimat der Giraffe Sophie, dem erfolgreichsten nachhaltigen Spielzeug weltweit

Einige Perlen in Sachen Nachhaltigkeit werden nach wie vor im Land gefertigt.

Das Zentrum der französischen Spielwarenproduktion befindet sich in den französischen Alpen, wo auch viele Hersteller nachhaltiger Spielwaren ihren Sitz haben. Vilac, JeuJura (1911) und Janod (1970) haben allesamt Spielzeug aus nachhaltig gewonnenem heimischem Holz mit Naturfarben im Sortiment. Die qualitativ hochwertigen Produkte sind äußerst langlebig und lassen sich reparieren, sodass nicht ständige neue Spielzeuge angeschafft werden müssen. Sie sind zeitlos, können von Generation zu Generation weitergegeben werden, regen die menschliche Fantasie an und sorgen für Interaktion.

Ein weiterer Trend in Frankreich ist, dass man versucht, Kindern mithilfe von nachhaltigem Spielzeug umweltfreundliches Verhalten zu erklären und beizubringen. Bioviva Editions bietet seit 1996 Produkte an, die zu 100% aus recycelten Rohstoffen bestehen, selbst recycelt werden können und mit pflanzenbasierten Farben bemalt sind. Das verwendete Holz stammt aus PEFC-zertifizierten französischen Wäldern, die Beutel für die Spielsteine werden aus Bio-Baumwolle gefertigt. Alle Spiele werden im Land produziert und sollen die Nutzer zu nachhaltigem Verhalten anregen.

Ganz oben im Nachhaltigkeitsranking steht aber ein Evergreen: „Sophie la Girafe“ von Vulli, ein zu 100% aus Naturkautschuk gefertigtes Greif- und Beißspielzeug, das Babys seit 1961 beim Zahnen hilft. Die knuddelige Giraffe wird immer noch lokal in einem Handarbeitsprozess hergestellt, der mehr als 14 Stufen umfasst. Weltweit wurden bereits mehr als 50 Mio. Stück davon verkauft. Ein hervorragendes Beispiel für nachhaltig und umweltgerecht produziertes Spielzeug!

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