Nachhaltigkeit

Spielzeug und Nachhaltigkeit in Südkorea

Dies gilt nicht nur für die privaten Verbraucher, sondern auch für Unternehmen. Hierbei geht es mittlerweile nicht mehr nur um Strafen für vorsätzliches umweltschädliches Handeln. Vielmehr geht man in Korea heutzutage davon aus, dass es die Pflicht der Unternehmen ist, weitergehende Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und der Zukunft unseres Planeten zu ergreifen, die tatsächlich etwas bewirken. 

Infolgedessen ist die Bedeutung von umweltfreundlichem Verhalten in koreanischen Unternehmen größer geworden. Immer mehr Unternehmen geben öffentlich bekannt, was sie alles unternehmen, um nachhaltiger zu werden. Von den 100 größten Unternehmen in Korea verfügen mittlerweile nahezu alle Top 100-Konzerne in Korea über ein sog. ESG-Management (Environmental Social Governance), das für Maßnahmen im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung zuständig ist. Auch die Handelsunternehmen im Land leisten einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit. GS Retail entwickelt zum Beispiel Verfahren, mit denen ganz auf Verpackungsmaterialien verzichtet werden kann, während der Food-Konzern Sajodaerim sich dafür entschieden hat, keine Plastikverschlüsse mehr zu verwenden. Auch die Shinsegae-Gruppe hat ihre Umweltschutzmaßnahmen verstärkt und dies aktiv gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert. 

Öko-Trends im koreanischen Spielzeugmarkt 

Bei der Entwicklung von umweltfreundlichem Spielzeug zeigen sich in Korea drei Haupttrends: die Nutzung umweltfreundlicher Rohstoffe, die Reparatur und Wiederverwendung von Spielzeugen sowie die Herstellung von Spielzeugen auf der Grundlage von recycelten Materialien. 

Die Nutzung umweltfreundlicher Rohstoffe hat auch einen sicherheitstechnischen Vorteil. Da besonders kleine Kinder Spielzeug oft in den Mund nehmen, ist es sehr sinnvoll, umweltfreundliche und somit sichere Materialien zu verwenden. Zur Sicherheit der Kinder gehen immer mehr Marken dazu über, Materialien aus der Produktion ihrer Produkte zu verbannen, die chemische Wirkstoffe, die das Hormongleichgewicht von Lebewesen stören können, enthalten. 

Plan toys

Plantoys ist ein Hersteller umweltfreundlicher Spielsachen, der sich auf Holzprodukte spezialisiert hat. Im Sinne der Nachhaltigkeit wird nur Holz von Bäumen verwendet, die kein Harz mehr geben und deswegen nicht mehr für die Kautschukproduktion genutzt werden können. Auch alle Kleb- und Farbstoffe, die bei der Herstellung zum Einsatz kommen, sind für die Umwelt unbedenklich. 

Paper Blocks

Die von i-brick aus Pappe hergestellten Bausteine kommen ganz ohne Klebstoff aus und sind zu 100% recycelbar.

Aurora

Aurora World hat eine umweltfreundliche Linie mit dem Namen Econation auf den Markt gebracht. Der Zusatznutzen dieser innovativen Plüschtierkollektion besteht darin, dass die für die Produktion verwendeten Fasern und Füllstoffe aus recycelten Plastikflaschen gefertigt werden. Pro Tier werden 12 Halbliter-Flaschen benötigt. Dadurch werden rund 400 Millionen PET-Flaschen davor bewahrt, in den Weltmeeren zu landen.

Der wichtigste Trend auf dem koreanischen Spielwarenmarkt sind die Reparatur und die anschließende Wiederverwendung von gebrauchten Spielzeugen. Jede Stadt hat ein eigenes Zentrum für den Verleih und die Reparatur der Produkte. Gesponsert wird das Projekt von der Hyundai Motor Group, einem der größten Unternehmen des Landes. Die Sozialarbeiter des Green Move Workshop desinfizieren und reparieren Spielzeug, das dann an Kitas und Horte weitergegeben wird. Das Projekt möchte durch die Reparatur und Zweitverwendung von Spielzeugen das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Bevölkerung schaffen. 

Die Produktion von Spielzeug unter Verwendung von Recyclingmaterialien ist ein weiterer Trend, dem sich zum Beispiel die Kolon-Gruppe verschrieben hat. Dort werden Spielwaren aus ausrangierten Kleidungsstücken herstellt. 

Was bieten Handel und Hersteller an?

Der Umweltfaktor ist im Vergleich zum allgemeinen Interesse am Umweltschutz nicht so stark. Da sich jedoch die Stimmung und das Bewusstsein der Öffentlichkeit wandeln, ist die Spielwarenindustrie gezwungen, sich entsprechend anzupassen. Derzeit muss man in Korea die sog. Korean Certification (KC) vorweisen, wenn man Waren vertreiben und verkaufen will. Diese Zertifizierung ähnelt der CE-Kennzeichnung und ist mehr oder weniger ein Sicherheitsstandard. Die Produkte werden auf Langlebigkeit, Qualität und Materialsicherheit getestet und müssen bestimmte Standards erfüllen. Derzeit ist Nachhaltigkeit noch kein Kriterium für den Erhalt des KC-Siegels, sodass in diesem Bereich noch einiges getan werden muss. Als wichtig im Sinne einer Nachhaltigkeitsbewertung könnten folgende Elemente gelten: Verwendung recycelbarer Materialien, Einsatz von Verfahren zur Abfallvermeidung, Verzicht auf überflüssige Verpackungen usw. Es ist damit zu rechnen, dass in Zukunft umweltfreundlich produzierte Spielwaren beliebter werden dürften als Produkte, die nicht nachhaltig gefertigt wurden. 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Nutzung von umweltfreundlichen oder recycelten Rohstoffen in der Spielzeugindustrie ein wichtiges Ziel ist, das die koreanische Spielzeugbranche auch durchaus erreichen kann. Die Branche muss der steigenden Nachfrage nach „grünem“ Spielzeug Rechnung tragen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Schon unseren Newsletter abonniert?

Expertenwissen, die neuesten Trends und aktuelle Entwicklungen der Branche. Bleiben Sie mit dem monatlichen Besuchernewsletter der Spielwarenmessetop informiert