Spielwarenmesse: 6 Schritte, wie Sie am wachsenden Konsum in China partizipieren

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6 Schritte, wie Sie am wachsenden Konsum in China partizipieren

von Richard Gottlieb

Sind Sie auf dem chinesischen Markt vertreten? Wenn nicht, dann sollten Sie es sich vielleicht anders überlegen, denn es dürfte für Sie in den nächsten Jahren schwer werden, ohne diesen Markt zu expandieren.

Man kann die Zukunft der Spielwarenbranche nämlich ganz einfach prognostizieren, indem man sich schlicht und ergreifend die Geburtenzahlen anschaut. Ist die Geburtenrate rückläufig, kann man mit ziemlicher Sicherheit vorhersagen, dass auch die Nachfrage nach Spielwaren in zwei bis drei Jahren zurückgeht. Wenn Sie selbst in einem Land mit dauerhaft niedrigen Geburtenraten leben, dürften Sie diesen Effekt kennen.

Länder mit niedrigen Geburtenraten

Laut WorldAtlas werden in Japan weltweit die wenigsten Kinder pro Frau geboren, und auch in den großen europäischen Ländern sieht es nicht viel besser aus. Italien, Portugal, Griechenland, Spanien, Deutschland, Polen, die Niederlande und Dänemark sind allesamt unter den Top 50 der Länder mit den niedrigsten Geburtenraten.

Auch wenn Sie aus den USA oder Kanada stammen, sollten Sie sich jetzt nicht in Sicherheit wiegen, denn auch Kanada ist unter den Top 50 und bei den USA ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis auch sie zu diesem traurigen Zirkel gehören. Zumindest wenn man Artikeln wie einem in der Washington Post erschienenen Beitrag Glauben schenken will, der die Überschrift trug „Angesichts sinkender Geburtenraten in den USA beginnen die Schuldzuweisungen“.

In China dagegen steigen die Bevölkerungszahlen rasant an und die Chinesen werden darüber hinaus von ihrer Regierung ermuntert zu konsumieren. Wenn man diese beiden Faktoren zusammenzählt, liegt es auf der Hand, dass China der beste Standort für Spielzeugunternehmen ist, die ihre Umsätze ankurbeln wollen.

China zählt aktuell 245 Millionen Kinder – Tendenz steigend

Werfen wir doch einfach einen Blick auf die chinesischen Kinderzahlen im Vergleich zu anderen Ländern. Nachfolgend können Sie sehen, wie viele Kinder unter 14 in den zehn größten Ländern leben:

Anzahl der Kinder unter 14 Jahren

  • China: 245 Mio.
  • USA: 62 Mio.
  • Brasilien: 46 Mio.
  • Mexiko: 35 Mio.
  • Russland: 25 Mio.
  • Großbritannien: 12 Mio.
  • Frankreich: 12 Mio.
  • Deutschland: 11 Mio.
  • Japan: 16 Mio.
  • Italien: 8 Mio.

Wenn man alle Kinder in diesen neun Ländern ohne China zusammenzählt, kommt man auf 227 Mio. – das ist immer noch weniger als die 245 Mio. Kinder, die China zu verzeichnen hat.

Ende der chinesischen Einkindpolitik

Noch aussagekräftiger wird diese Zahl, wenn man sich vor Augen führt, dass die chinesische Regierung mittlerweile ihre jahrzehntelange Einkindpolitik aufgegeben hat, durch die es chinesischen Familien nicht erlaubt war, mehr als ein Kind zu haben. 2013 war das Limit bereits auf zwei Kinder angehoben worden und mittlerweile spricht man sogar darüber, bis zu drei Kinder pro Familie zuzulassen.

Die Zahlen belegen, dass China große Chancen bietet, aber Sie sollten bedenken, dass ein Einstieg in den chinesischen Markt alles andere als ein Kinderspiel ist, weil er sehr komplex ist und man sich deswegen Unterstützung holen sollte. Am besten fährt man mit einem verlässlichen Distributeur, der bereits mit anderen westlichen Marken zusammenarbeitet. Das ist ratsamer, als es auf eigene Faust zu versuchen.

Wal-Mart, Hamley’s und Carrefour sind schon da

China ist zweifelsohne ein Wagnis, aber einige bekannte Einzelhändler sind schon da, wie z.B. Toys R Us Asia, Wal-Mart, Tesco, Mothercare, Carrefour und Hamley’s. Auch FAO Schwarz soll schon auf dem Sprung sein. Aber in China gibt es nicht nur westliche Handelsriesen. Kids Land ist der größte stationäre Spielwareneinzelhändler in China, während der Onlinehandel vorwiegend über Alibaba und JD.Com läuft.

Es ist schon ein Abenteuer, seine Waren in China an den Mann zu bringen. Unternehmen wie Disney, Marvel, Mattel, Ravensburger, Hasbro und Lego sind ebenso im Land präsent wie Peppa Pig. Wo bleiben Sie?

Einstieg in den chinesischen Markt

Es ist nicht leicht, einen Einstieg in den chinesischen Markt zu finden. Hier sind einige Vorschläge, wie Sie Risiken reduzieren und gleichzeitig Ihre Chancen verbessern können:

  1. Stellen Sie sicher, dass Sie sich bereits vor Ihrem Einstieg die erforderlichen gewerblichen Schutzrechte gesichert haben. Wenn diese fehlen, können andere Unternehmen sich Ihre Warenzeichen und Patente eintragen lassen und Sie gehen leer aus.

  2. Versuchen Sie es nicht auf eigene Faust. Der chinesische Markt ist sehr komplex und die meisten Spielwarenproduzenten arbeiten mit Distributeuren zusammen. Seien Sie clever und tun Sie dasselbe.

  3. Gehen Sie auf die großen Messen in China – dort dreht sich alles um den Verkauf an den chinesischen Einzelhandel.

  4. Chinesische Verbraucher lieben westliche Marken. Wenn Ihre Marke für besonders hohe Qualität steht, wird man sich in China auch für Ihre Produkte interessieren.

  5. Es gibt zwar eine gut situierte chinesische Mittelschicht, aber große Bevölkerungsteile haben weniger Einkommen zur Verfügung. Stellen Sie sich also darauf ein, dass Sie in bestimmten Fällen Änderungen an Ihren Produkten vornehmen müssen, um in die passende Preisklasse zu gelangen.

  6. Bei Messebesuchen in China brauchen Sie unbedingt einen Dolmetscher. Festland-China ist nicht Hongkong. Hier sprechen wenige Menschen fließend Englisch. Einen Dolmetscher zu finden, ist zum Glück nicht schwierig. Kontaktieren Sie einfach die Messe, die Sie besuchen möchten – dort wird man Ihnen einen Dolmetscher benennen.

Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar und stimmt nicht notwendigerweise mit der Meinung der Spielwarenmesse eG überein.

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