Spielwarenmesse: 5 Tipps, wie der Start eines Spiel­waren­unter­nehmens gelingen kann

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04. Dezember 2017 / Markt

5 Tipps, wie der Start eines Spiel­waren­unter­nehmens gelingen kann

von Steve Reece /  Kommentare anzeigen

Newcomer sorgen stets für frischen Wind in der Spielwarenbranche. Was kann es Schöneres auf der Welt geben, als einem neu gegründeten Unternehmen dabei zuzusehen, wie es seine ersten Gehversuche unternimmt, seine Produkte zum ersten Mal auf einer Messe präsentiert und dann immer weiter wächst, bis es schließlich ein „erwachsenes“ Spielzeugunternehmen ist? Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die Mehrzahl der Neugründungen auf ihrem Weg scheitert. Es gibt mehrere Schlüsselfaktoren, die dazu beitragen, dass ein Spielzeugunternehmen erfolgreich wird.

Die nachfolgende Checkliste hilft allen Machern und Entscheidern dabei, ihren Start zu planen oder sich auf ihrem Weg nach oben zu orientieren:

1. Research

Häufig fragen Gründer aus der Spielzeugbranche, in welchen Feldern sie Research betreiben sollen. Die Antwort ist ganz einfach: in allen! Es ist enorm wichtig, gründliche Marktforschung anzustellen. Sie könnten jetzt natürlich sagen, dass viele Erfinder doch etwas Neues oder besonders Cooles einfach so erfunden oder einer bereits bestehenden Idee auf pfiffige Art und Weise neues Leben eingehaucht haben – aber es gibt keine Garantie dafür, dass Sie mit dieser Methode allzu weit kommen. Und in jedem Fall schadet es nichts, den Einzelhandel, die aktuellen Trends und die Freizeitgewohnheiten und Orte zu kennen, an denen Kinder sich aufhalten.

2. Feedback und Prüfung auf Sinnhaftigkeit

Tatsache ist, dass die meisten Erfinder von neuen Produkten und auch die Mehrheit der neu gegründeten Spielzeugunternehmen, die bereits ein Produkt entwickelt haben, sich nicht eingehend genug mit der Welt der Kinder, der Spielzeugbranche, dem Einzelhandel usw. beschäftigt und deswegen etwas Wichtiges übersehen haben. Die meisten Neuheiten, die von Menschen erfunden werden, die nicht in der Spielzeugindustrie zu Hause sind, haben irgendeinen Makel, der sich hätte vermeiden lassen, wenn sie vor der Entwicklung ihres Produkts Feedback eingeholt hätten.

Erfolgreiche Spielzeugunternehmen geben sich viel Mühe, Feedback einzuholen und zu prüfen, ob ihre Ideen und Produktkonzepte auch Sinn machen, bevor sie Geld in ein Projekt stecken.

3. Innovation und Schöpfung

Ideen und Konzepte können entweder durch echte Neuschöpfung oder aber durch das Modellieren von etwas bereits Vorhandenem entstehen.

Wenn Sie etwas vorher noch nie Dagewesenes erfinden wollen, kann es gut sein, dass Ihre Entwicklung kommerziell nicht allzu erfolgreich ist. Es gibt bestimmte Formeln für Konzepte, Themen, Spielmuster usw., die man einfach einhalten muss. Auch wenn die wirklich kreativen Köpfe unter Ihnen vielleicht anderer Meinung sind, ist es so, dass ein neuer Dreh an einer bereits bestehenden Formel viel größere Erfolgsaussichten hat.

  • Spaßfaktor
    Letztendlich soll ein Spielzeug Spaß machen. Gute neue Konzepte erhöhen den Spaßfaktor. Eigentlich ist dies eine Binsenweisheit, aber es gibt Hunderte sehr cleverer Produktkonzepte, die zwar zum Wohle der Menschheit im Allgemeinen und zur kindlichen Entwicklung im Besonderen beitragen, aber keinen Spaß machen. Die Bedürfnisstrukturen von Kindern sind einfacher als die von Erwachsenen, und der einfachste Weg, etwas für Kinder attraktiv zu machen, ist für entsprechenden Spaß zu sorgen.
  • Eingebautes Vermarktungskonzept
    Häufig haben erfolgreiche Produkte einen eingebauten Vermarktungsmechanismus oder eignen sich besonders gut für Mund-zu-Mund-Werbung.

4. Sell, sell, sell

Manchmal lassen sich Spielzeugunternehmen, die neu auf dem Markt sind, durch das ganze Drumherum zu sehr vom Wesentlichen ablenken. Denn eines ist klar: nicht die Abläufe in der Produktion und auch nicht die Sicherheitsstandards sind für den Erfolg eines Spielzeugs entscheidend, sondern am Ende des Tage zählt nur eines: die Verkaufszahlen.

Deswegen steht und fällt auch alles mit dem Verkaufsprozess. Natürlich hängt viel Arbeit daran, bis man ein gangbares Produktkonzept hat, aber die Realität sieht so aus, dass selbst bei den ganz großen Spielzeugunternehmen Entwicklung und Herstellungsprozess erst dann vollständig abgeschlossen sind, wenn das Produkt auch verkauft wurde.

Beim Vertrieb von Spielwaren muss man sich immer zwei Dinge vor Augen halten:

  • Erfolgreiche Unternehmen sind sehr gut im Verkauf unter Verwendung von Prototypen oder sog. Mockups.
  • Verkauf ist 1% Inspiration und Kreativität und 99% Ochsentour. Wer im Spielzeugbusiness erfolgreich verkaufen will, muss immer dran bleiben. Der jährliche Verkaufszyklus hat eigentlich nie ein Ende, und die Fortschritte, die man in einem Zyklus sieht, sind nicht sehr groß. Der Verkauf von Spielzeug ist Kärrnerarbeit, die jedes Jahr von neuem anfängt. Wenn Ihr Unternehmen das nicht macht, dann werden Sie kaum Erfolg haben. Daran führt leider kein Weg vorbei. Selbst wenn Sie mit Vertretern zusammenarbeiten, müssen Sie diese erst finden und ihnen dann das Produkt verkaufen…und ein Vertreter für Spielwaren sieht Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Artikeln pro Jahr.

Eine realistische Zeitplanung ist ebenfalls wichtig. Leider muss ich hier all die enttäuschen, die glauben, dass alles in ein paar Monaten oder zumindest innerhalb eines Jahres in trockenen Tüchern ist – das klappt nicht. Die Mindestzeit für die Einführung eines neuen Spielzeugunternehmens in einem Markt beträgt rund drei Jahre, auch dann, wenn Geld vorhanden ist, um Brancheninsider zu bezahlen. Und wenn jemand nicht aus der Branche kommt und keine Erfahrung hat, warum sollte es dann schneller gehen?

Machen Sie sich also auf drei bis fünf Jahre Durststrecke gefasst, bevor Sie richtig Fuß fassen im Spielzeugmarkt!

5. Hegen und pflegen

Die Spielzeugbranche ist verhältnismäßig überschaubar, man kennt sich untereinander. Wer glaubt, dass man schnell den großen Reibach machen kann, hat in der Regel keine große Zukunft. Sie werden Jahr für Jahr an immer dieselben Kunden verkaufen müssen – Ihr Erfolg ist also an den Erfolg Ihrer Kunden gekoppelt. Das heißt jetzt nicht, dass Sie Ihren Kunden alles geben müssen, was sie verlangen, aber Sie müssen sie schon zumindest so füttern, dass Sie auch im nächsten Jahr wieder dazu aufgefordert werden, ein Angebot für die bevorstehende Saison zu machen.

Ein gutes Beziehungsnetzwerk ist in der Spielzeugindustrie unerlässlich, weil man Jahr für Jahr die gleichen Gesichter sieht. Selbst wenn man um die halbe Welt reist: es gibt eben nur eine bestimmte Anzahl an Distributionspartnern oder Einzelhändlern in jedem Land. Deshalb ist es äußerst ungeschickt, verbrannte Erde zu hinterlassen, wenn einmal etwas nicht so gut gelaufen ist.

Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche

Natürlich gibt es auch andere Dinge oder Bereiche, die bei der Gründung eines Spielzeugunternehmens zu beachten sind, aber die oben aufgezählten fünf Faktoren sind am wichtigsten. Und von diesen fünf Faktoren ist das Motto „Sell, sell, sell“ wiederum das wichtigste. Denn solange Sie nicht jemanden überzeugen, Ihr Produkt auch zu kaufen, ist noch nichts gewonnen. Sogar die ganz großen Unternehmen, die die echten Must-Haves im Sortiment haben, sind im Verkaufen mindestens genauso gut wie im Entwickeln von spannendem Spielzeug!


Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar und stimmt nicht notwendigerweise mit der Meinung der Spielwarenmesse eG überein.

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Autor dieses Artikels:

Steve Reece, CEO Kids Brand Insight

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