Spielwarenmesse: Wie das Einkaufserlebnis für Familien verbessert werden kann

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Wie das Einkaufserlebnis für Familien verbessert werden kann
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Wie das Einkaufserlebnis für Familien verbessert werden kann

von Maria Costa

Bestrebungen, das Einkaufserlebnis für Familien attraktiver zu machen, kann man zurzeit auf ganz unterschiedlichen Distributionskanälen beobachten – vom Fachhandel bis hin zu großen Einzelhandelsketten. In diesem Artikel möchte ich einige interessante Strategien vorstellen, die der Einzelhandel entwickelt hat, um Familien mit Kindern erfolgreicher anzusprechen.

Bequemlichkeit spielt beim Einkaufen eine immer größere Rolle

Familienparkplatz bei Carrefour
Familienparkplatz bei Carrefour

Familien haben in jeder Phase ihres Einkaufs besondere Bedürfnisse. So haben zum Beispiel manche Einzelhändler darauf reagiert, dass Mütter ihre Babys irgendwo stillen müssen und spezielle Stillbereiche geschaffen. Und auch Väter, die früher nirgendwo die Möglichkeit hatten, die Windeln ihrer Kinder zu wechseln, finden jetzt immer häufiger Wickeltische auf der Herrentoilette vor. Ebenso bemüht sich der Handel vielerorts, für Familien mit Kinderwagen größere Parkplätze zu schaffen.

Wenn sie dann im Laden sind, ist es für viele Familien eine Herausforderung, mit den Kindern im Schlepptau ihre Einkäufe zu erledigen. Nicht selten sieht man Kinder, die völlig außer Rand und Band sind, und entsprechend gestresste Eltern. Manche Händler versuchen, dieses Problem zu lösen, indem sie beaufsichtigte Spielbereiche anbieten. Während die Kinder sich dort vergnügen, können Eltern effektiv ihre Einkäufe erledigen.

Bereiche, in denen Eltern und Kinder zusammen Zeit verbringen und spielen, lesen oder sonstigen Aktivitäten nachgehen können, sind ein weiteres Beispiel für familienfreundliches Shopping. Der Pop-up-Store „Playroom from Fatherly” in New York ist zum Beispiel darauf fokussiert, die Vater-Kind-Beziehung zu fördern.

In den vergangenen Jahren haben immer mehr Geschäfte erkannt, dass Erwachsene manchmal eine Pause brauchen und abschalten müssen. Deswegen sieht man jetzt beim Einkaufen jetzt immer häufiger Bereiche, die mit Sofas, Fernseher, Wasserspendern und Kaffeestationen ausgestattet sind. Manche Geschäfte gehen sogar so weit, dass sie Bereiche einrichten, in denen Kunden mit ihren Laptops oder Handys arbeiten können. Das Ladengeschäft ist also nicht mehr nur ein Ort, an dem man einkauft, sondern wird zu einer Location, in der man sich gerne aufhält. Auch dies ist eine Möglichkeit, die Kundenbindung zu erhöhen.

Der Point of Sale wird zum Point of Entertainment

Klar ist eines: Das Einkaufserlebnis von Kindern und Eltern in einem Geschäft verbessert sich, wenn sie Spaß haben. Aber Einkaufen ist nicht immer easy, vor allem nicht für die Kleinen. Darauf hat der Einzelhandel reagiert und versucht jetzt, auf kreative Art und Weise Kinder zu beschäftigen, damit es ihnen in den Geschäften besser gefällt.

Hier gibt es ganz unterschiedliche Ansätze. Manchmal sind es ganz simple Dinge, die dennoch hoch effektiv sind, wie das Anbieten von Süßigkeiten oder Luftballons. Manche Einzelhändler gehen sogar so weit, dass sie Teile ihres Ladens kindergerecht umbauen, damit die Kinder sich ohne Einschränkungen darin bewegen können.

Gut hat mir die Idee der französischen Lebensmitteleinzelhandelskette Carrefour gefallen. Das letzte Mal, als ich in einem ihrer Läden war, konnten Kinder mit eigenen kleinen Einkaufswägen agieren. Als Alternative gab es Fahrräder, mit denen die Kleinen durch das Geschäft brausen konnten. Und es war beeindruckend, wie glücklich diese Kinder waren – man konnte es an ihrem Gesichtsausdruck ablesen. Häufig war auch die Frage zu hören: „Mama, wann gehen wir wieder einkaufen?“

Carrefour Madrid, Spanien
Carrefour Madrid, Spanien

Gleichzeitig gab es auch für ältere Kinder Angebote wie Billard und Tischfußball. Ich habe einen Großvater dabei beobachtet, wie er einen Heidenspaß mit seinen Enkeln hatte. Einfach toll! Vor allem, wenn man weiß, dass es dieses Angebot ab jetzt dauerhaft im Supermarkt geben wird.

Carrefour hat auch in Kooperation mit einzelnen Marken spezielle Spielbereiche geschaffen, in denen Kinder mit bestimmten Markenartikeln spielen können. Das macht Kindern Spaß und ist auch für Eltern praktisch, weil man sich so über neue Spielwaren informieren kann, die für die Kinder interessant sein könnten. 

Toy’R’us hat unter dem Slogan „Nicht anfassen verboten“ eine sehr interessante und spannende Aktion gestartet. In den Geschäften gibt es jetzt Bereiche, in denen Kinder frei mit Spielzeug agieren können. Einige Geschäfte haben auch digitale Fotostationen, Hologramme und interaktive Bildschirme aufgestellt, während andere mit einer sog. Geek Zone aufwarten, in der Figuren aus beliebten Serien in limitierter Auflage oder als Exklusiv-Editionen zu finden sind.

Der neue Laden von Imaginarium in Madrid heißt nur „The Playroom” – und der Name ist Programm. El Corte Inglés, einer der wichtigsten Spielzeughändler in Spanien, ist ebenfalls dabei, seine Spielzeugabteilungen neu zu gestalten und erschafft Themenzonen für Kinder, wo sie mit Produkten spielen und sie testen können, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Mit zu den interessantesten Angeboten gehört ein Bereich mit dem Namen „Distroller”, wo Kinder den Prozess der Adoption einer Ksimerito-Puppe durchlaufen können. Dafür muss das Geschäft mehrere Male besucht werden. Auch Spielecken, in denen mit Spielzeug von bestimmten Marken gespielt werden kann, wie z.B. Play-Doh oder Nerf, kommen bei Kindern ausgesprochen gut an.

Distroller bei El Corte Inglés
Distroller bei El Corte Inglés
Play-Doh- und Nerf-Spielbereiche bei El Corte Inglés
Play-Doh- und Nerf-Spielbereiche bei El Corte Inglés

Dieser Trend hält übrigens Einzug in alle möglichen Branchen. Auch in Apotheken, Banken und sogar Autohäusern findet man immer häufiger Spielzeug und Spielecken.

Nicht alles, was der Handel sich so einfallen lässt, ist für die Ewigkeit gemacht. Manche Geschäfte bieten Spielmöglichkeiten nur zu bestimmten Zeiten in Form von Workshops, Verlosungen, Wettbewerben oder Aktivitäten an, die zurzeit im Trend liegen, wie z.B. Escape Rooms. Auch so kann man die Kundentreue effektiv steigern.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass Händler, die Strategien einführen, mit denen das Einkaufserlebnis angenehmer und netter für die ganze Familie wird, sich in jedem Fall die Loyalität ihrer Kunden sichern. Häufig wird ein Kunde so dazu bewegt, ein Ladengeschäft öfter aufzusuchen. 


Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar und stimmt nicht notwendigerweise mit der Meinung der Spielwarenmesse eG überein.

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