Spielwarenmesse: Pokémon GO: Den Hype um die App verstehen und nutzen

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Pokémon GO: Den Hype um die App verstehen und nutzen

von Spielwarenmesse eG

Selten hat eine App die Nachrichten so beherrscht wie „Pokémon GO“. Das Spiel holt digitale Fantasiemonster per Blick durch die Smartphone-Kamera in die physikalische Welt. Die Entwickler bei Nintendo profitieren dabei von einem entscheidenden Vorteil: Die Macht der Lizenz! Der Spielwarenhandel kann neben einem neuen Boom der Pokémon-Lizenzprodukte und Spielzubehör aber auch die App selbst als neuen Kundenmagnet nutzen.

Simples Spielprinzip in einem komplexen Spieluniversum

Pokémon-Spiele funktionieren seit ihrer Geburtsstunde im Jahr 1996 nach zwei einfachen Prinzipien: Sammeln und Kämpfen. Der Spieler bewegt sich durch eine Welt, in der Pokémon leben, die es zu fangen und zu sammeln gilt. Über 700 verschiedene der meist tierähnlichen Wesen haben sich die Spieleerfinder bereits ausgedacht. Zusätzlich kann der Spieler seine Pokémon gegen die der anderen Spieler kämpfen lassen.

Genau hierin liegt einer der Reize der neuen App: Trat man früher nur gegen digitale Gegner an, trifft der Spieler mit Pokémon GO heute auf echte Kontrahenten. Zugleich ist jeder Nutzer Teil eines von drei globalen Teams, die im Wettkampf gegeneinander stehen.

Und noch etwas hat sich geändert: Während der Spieler in den 1990er und 2000er Jahren über Spielekonsolen in eine fiktive Welt eintauchte, ist er heute in der realen Welt unterwegs. Anhand der von Google Maps in das Spiel eingebundenen Karten kann man orten, wo sich Monster, Gegenspieler und andere Anlaufpunkte befinden und dann selbst den entsprechenden Punkt – am besten zu Fuß – ansteuern.

Ein Wiedersehen mit alten Bekannten

Hinter dem Hype um die App, den nach mehreren Server-Crashs wegen zu hoher Nachfrage bei Nintendo niemand bezweifeln dürfte, steckt mehr als nur eine erfolgreiche Augmented Reality Anwendung. Bereits die erste Pokémon Spielauflage 1996 war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Was folgte, waren weitere Spiele, die Lizensierung, Fernsehserien, Kinofilme und eine wahnwitzige Merchandising-Welle, die die Spielwarenmärkte überschwemmte. Von Sammelkarten und -figuren über Plüschtiere bis hin zu Regenschirmen – kaum eine Lizenz dürfte jemals weltweit so präsent gewesen sein wie Pokémon um die Jahrtausendwende.

So ist es nicht verwunderlich, dass neben der Zielgruppe Kinder und junge Erwachsene auch die Mittzwanziger und Dreißiger auf der Straße, in Parks und in Einkaufszentren nach Pokémon jagen. Die Spieler von damals sind erwachsen geworden. Nostalgie und das Gefühl, wieder Kind zu sein, könnten aus der App ein wahres Kult-Spiel machen. Schon sorgen erste Pokémon GO Events mit über 1.000 Teilnehmern in europäischen und amerikanischen Großstädten für Schlagzeilen.  

Produkte für den Spielwarenhandel

Auch wenn das Thema Pokémon GO sich in den Nachrichten relativ schnell abnutzen wird, das Spiel selbst wird mit Sicherheit noch für einige Überraschungen sorgen. So kündigen die Entwickler schon jetzt zusätzliche Funktionen und Erweiterungen an. Auch die Weiterentwicklung der Augmented Reality Technologie sollte dem Spielspaß in den Zielgruppen weiteren Aufwind geben. So kann man schon jetzt das „Pokémon GO Plus“ Paket mit einem Smart-Armband bei Nintendo vorbestellen, mit dem der Spieler ohne permanenten Blick auf das Handy am Spielgeschehen teilnehmen kann. Das Paket soll in den kommenden Wochen in den Handel gehen und dürfte gute Absatzchancen haben.

Die App als neuer Kundenmagnet

Wer nicht auf Erweiterungen zur App für sein Sortiment setzen möchte, kann sich das Spielprinzip selbst zu Nutze machen. Mit etwas Glück befindet sich in der Nähe des eigenen Geschäfts bereits eine "Arena" für Pokémon-Kämpfe oder ein "PokéStop", der verschiedene Prämien für Spieler bereitstellt. Diese Anlaufpunkte werden aus dem Spiel heraus generiert und ziehen viele aktive Spieler an, die sich mit einfallsreichen Aktionen auch in das eigene Geschäft holen lassen. Denkbar wären z.B. Gutscheine oder Rabatte für gefangene Pokémon, mit denen man plakativ am Point of Sale werben kann.

Die App selbst funktioniert derzeit noch ohne Werbung. Die Pokémon GO Entwickler kündigen allerdings an, dass es künftig für Geschäfte die Option geben soll, sich als gesponserter Hotspot zu registrieren. Wann es soweit sein wird, ist derzeit noch offen. Bis dahin kann man auf einen einfachen Trick aus der App selbst setzen: Durch In-App-Käufe kann man im Spiel verschiedene "Köder" erwerben. Setzt man diese im Ladengeschäft aus, können damit verschiedene Pokémon – und damit auch Pokémon-Jäger – zwischen die Verkaufsregale gelockt werden.  

Pokémon Merchandise 2.0

Die internationale Spielwarenwelt sollte sich außerdem für einen möglichen neuen Merchandising-Boom wappnen. Schon jetzt könnte Pokémon die wichtigste Lizenz für das Weihnachtsgeschäft 2016 werden. Plüsch-Pikachus und Schiggi-Schüsselanhänger dürften als Mitnahmeartikel in Kassennähe für positive Umsatzerwartungen sorgen. Die Chancen stehen gut, dass die Lizenz sogar den Erfolg der Angry-Birds-Produkte übersteigen wird, der seinen Anfang ebenfalls mit einer Smartphone-App nahm.


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