Spielwarenmesse: Interaktiver Handel – so sprechen Sie Ihre Kunden optimal an

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Interaktiver Handel – so sprechen Sie Ihre Kunden optimal an

von Reyne Rice

Im Einzelhandel ist in den letzten zehn Jahren kein Stein auf dem anderen geblieben. Allein letztes Jahr musste in den USA der Platzhirsch Toys R Us aufgeben und auch viele andere große Spielwarenhändler schlossen ihre Türen für immer. Wir alle sind ja auch Konsumenten und haben diese Umwälzungen aus erster Hand miterlebt.

Nicht nur die Kundenerwartungen, sondern auch Änderungen im Lebensstil und neue Bedürfnisse und Wünsche haben dazu beigetragen, dass heutzutage ganz anders eingekauft wird als früher. Ihre Kunden erwarten, dass sie eine flüssige Markenerfahrung machen, ganz gleich, ob sie ihren Einkauf im Internet, im stationären Handel oder über Handy oder Tablet tätigen. Außerdem erwarten sie, dass Transaktionen schnell und effizient über die Bühne gehen und digitale und analoge Elemente reibungslos ineinandergreifen.

Sie müssen sich deshalb fragen, ob Ihr Markenkonzept diesen Wünschen gerecht wird, und zwar unabhängig davon, ob Sie eine Dienstleistung oder eine Ware verkaufen. Denn sowohl als Händler als auch als Hersteller müssen Sie die neueste Technik kennen und auch darüber auf dem Laufenden sein, was der Wettbewerb tut, um neue Kunden zu akquirieren und Umsatz zu generieren.

Verschaffen Sie sich digitale Währung

Wenn Sie Ihren Kunden ein fesselndes interaktives Erlebnis im Laden oder eine unerwartete Interaktion über das Handy oder einen Computer anbieten, lassen diese sich gerne weiter überraschen und begeistern. Wenn es Ihnen gelingt, mithilfe einer ganz besonderen Erfahrung oder durch Personalisierung Aufmerksamkeit zu erzeugen, werden Ihre Kunden gerne über diese Erfahrung im Netz berichten, auch in den sozialen Medien – und schon haben Sie „digitale Währung“ verdient und gleichzeitig etwas für die Kundenbindung getan.

Welche Erlebnisse haben Ihnen in der letzten Zeit so gut gefallen, dass Sie anderen darüber berichtet haben? Und wie können Sie nun ein ähnliches positives Gefühl für Ihre Produkte oder Services generieren?

Neuartige Handelskonzepte bescheren den Kunden besondere Erlebnisse

Ob Sie eine personalisierte Produktauswahl bieten oder den Kunden ein witziges interaktives Erlebnis durch den Einsatz von Virtual Reality, Augmented Reality oder einer sensorischen oder taktilen Technik bescheren, spielt dabei gar keine so große Rolle. Wichtig ist, dass Handel neu gedacht wird – so begeistern Sie den Kunden und sorgen dafür, dass er sich auf etwas Neues einlässt. Wenn es Ihnen dann noch gelingt, dass die Kunden Ihre Produkte kaufen und dieses Erlebnis über die sozialen Medien im Netz oder durch Mund-zu-Mundpropaganda mit anderen teilen, haben Sie aus ihnen Markenbotschafter gemacht.

Smart Mirrors Technolgien begeistern den Verbraucher

Smart Mirrors sind für den Verkauf von Makeup-Produkten und im Textilbereich gut einsetzbar. Hier ein paar erfolgreiche Beispiele aus der Praxis:

actiMirror Virtual Makeup - Smart Mirrors

Sephora bietet den Kunden High-tech Einkauferlebnisse

Die weltweit aktive Kosmetikkette Sephora bietet ihren Kunden zahlreiche technische Möglichkeiten an, mit denen diese ihr Shoppingerlebnis personalisieren können: So kann man Makeup virtuell mithilfe von Augemented Reality-Technik ausprobieren, um z.B. festzustellen, ob eine Foundation auch zum Hautton passt oder über einen Touchscreen an Parfümproben schnuppern.

Mit dem in Zusammenarbeit mit ModiFace entwickelten Sephora Virtual Artist können Kundinnen Hunderte von verschiedenen Makeup-Produkten ausprobieren und mithilfe von speziellen Beauty Tutorials digital lernen, wie sich bestimmte Looks kreieren lassen. Der Virtual Artist ist zum einen Bestandteil der Sephora-App und steht zum anderen in ausgesuchten Stores zum Ausprobieren zur Verfügung.

Der Zauberspiegel von Rebecca Minkoff in der Umkleide

In den Läden der Designerin Rebecca Minkoff in San Francisco und Manhattan haben althergebrachte Spiegel in der Umkleidekabine ausgedient. An ihre Stelle sind interaktive Bildschirme getreten. In der Umkleidekabine werden alle Gegenstände mittels Funk per RFID erkannt und die im Geschäft vorrätigen Größen und Farben angezeigt. Wenn man eine andere Größe oder Farbe möchte, muss man nur auf den Screen drücken und schon wird die nächste freie Verkäuferin informiert. Darüber hinaus erhält der Kunde ausgehend von seiner bisherigen Produktauswahl personalisierte Empfehlungen.

Wie wäre es, wenn Kinder in Ihrem Laden auf einen virtuellen Spielplatz gehen könnten oder mithilfe eines magischen Touchscreens ein Zimmer mit den Spielsachen füllen könnte, die sie gerne haben möchten?

Wohlfühlerlebnisse erhöhen die Kundenbindung.

Eine neuartige Einsatzmöglichkeit für Virtual Reality ist, dem Kunden die Möglichkeit zu geben, direkt zu spüren, dass sich sein Engagement lohnt.

Der Schuhhersteller Toms spendet für jedes Paar neu gekaufter Schuhe ein Paar Schuhe für bedürftige Kinder. Mit einer VR-Brille von Samsung kann der Kunde Teil eines 360-Grad-Videos werden, in dem der Effekt gezeigt wird, den die Schuhspende in einem peruanischen Dorf hat, das Teil des One-For-One-Projektes ist. Wenn man den tatsächlichen Effekt seiner Spende miterleben kann, ist das emotional gesehen etwas ganz anderes als einfach nur zu wissen, dass man etwas Gutes getan hat. Bis heute wurden bereits mehr als 60 Millionen Paar Schuhe für hilfsbedürftige Kinder gespendet.

Beziehen Sie Ihre Kunden durch Mitmachaktionen ein

Elektronikbausteinsets von littleBits
Mit den App-gestützten Elektronikbastelsets von littleBits werden Kinder zu Erfinder.

littleBits, eine in New York ansässige Plattform, die elektronische Bauklötze herstellt, mit denen Kinder alle möglichen Dinge erfinden können, hat vor kurzem das soziale Lernnetzwerk für Kinder DIY.com aus San Francisco erworben. Teil des Deals war u.a. eine auf die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sowie auf Kunst und Kreativität ausgerichtete Abo-Lernplattform mit Namen Jam.com.

Im ersten stationären Laden, den littleBits im New Yorker Stadtteil Soho aufgemacht hat, können die Kunden Erfindungen zusammenbauen, bevor sie ein Produkt dann kaufen. Dieses littleBits Modell macht sich den Do-it-yourself-Trend in Kombination mit STEM to STEAM (science, technology, engineering, arts and mathematics) zunutze. Er greift das gestiegene Interesse an MINT-Inhalten samt künstlerischen und kreativen Themen auf, das aktuell in den USA eine große Rolle spielt. Denn viele Eltern möchten ihren Kindern praktische Erfahrungen bieten, wofür das passende Spielzeug benötigt wird.

Integrieren Sie digitale Elemente in Ihr Angebot und nutzen Sie Beacons

Durch digitale Gutscheine über Mobilgeräte oder die Platzierung von QR-Codes oder von AR-Touch-Points in Ihrem im Laden oder im Netz können Sie auch Kunden erreichen, die sonst vielleicht keinen Gutschein in Printform für Ihr Produkt erhalten hätten. Rabattgutscheine, Sonderangebote, Aktionen mit Schatzsuchcharakter oder zeitlich begrenzte Angebote, die zum sofortigen Kauf animieren, sind immer geeignet, die Kauflaune der Kunden zu steigern. Durch neue digitale Tools können Sie jetzt noch einfacher mit Ihren Kunden interagieren und Ihre Marke ins Gespräch bringen.

Bluetooth verwendet jetzt Smart Phone Beacons, mit denen das Einkauferlebnis im Laden grundlegend erneuert wird. Die Beacons helfen den Kunden dabei, sich im Laden zurechtzufinden, wenn sie etwas Bestimmtes suchen. Mithilfe der Beacon-Technologie können Kunden eine Händler-App herunterladen und aktivieren. Anschließend wird ihnen genau angezeigt, wo sich ein bestimmter Artikel befindet, denn die Beacons senden Signale an das Handy des Kunden. Außerdem lassen sich so Zusatzinformationen und Produktvideos einbinden. Entscheidet sich der Kunde für einen Kauf, kann er sich das Produkt entweder direkt nach Hause liefern lassen oder es gleich mitnehmen.

Walmart hat eine neue Technologie zur Gesichtserkennung zum Patent angemeldet, mit der sich die Frustration von Kunden messen lässt. Mit dem neuen Tool kann festgestellt werden, wenn ein Kunde frustriert oder unzufrieden ist. In diesem Fall kann dann ein Mitarbeiter kommen und ihm weiterhelfen. Kundenbindung ist am Ende des Tages wirtschaftlicher als einen unzufriedenen Kunden zu verlieren und diesen durch einen neuen zu ersetzen, der erst mühsam gewonnen werden muss.

Werden Sie selbst zum Trend-Jäger

Wenn die vorgestellten Methoden interessant für Sie sind, dann machen Sie sich doch einfach selbst einmal auf die Suche in den Einkaufszentren und Läden bei Ihnen vor Ort und nehmen Sie sich die Geschäfte und Websites Ihrer Wettbewerber vor. Finden Sie heraus, wie Ihre Lieblingsmarken Sie dazu bringen wollen, aktiv zu werden und ihre Produkte zu kaufen. Vielleicht funktionieren diese Methoden ja auch für Sie und Sie können sie in ihren Marketingmix einbauen, um ihre Kunden gezielt anzusprechen.

Unabhängig davon, ob Ihre Zielgruppe Kinder oder Erwachsene sind, die ein Geschenk suchen, müssen Sie diese neuen Methoden im Blick haben und in Ihr Marketing integrieren. Binden Sie Ihre online-affinen Mitarbeiter mit ein und machen Sie sich gemeinsam Gedanken darüber, wie die neue Technik für Ihre Marken eingesetzt werden kann.

Die Zukunft des Handels ist einem stetigen Wandel unterworfen. Wenn Sie nicht bald zum alten Eisen gehören wollen, müssten Sie selbst ein Teil dieser Umwälzungen werden.


Über die Autorin

Reyne Rice ist weltweit aktive Trendjägerin, Journalistin und Geschäftsführerin der in New York ansässigen Beratungsfirma ToyTrends. Darüber hinaus tritt sie jedes Jahr auf mehr als 20 internationalen Branchentreffen als Referentin auf. Als in der Spielwarenbranche tätige Analystin verfügt sie über mehr als 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen Marketing sowie Forschung und analysiert die auf dem Markt für Kinder- und Jugendprodukte sowie Familientechnologie vorhandenen Angebote.

Besuchen Sie das Toy Business Forum auf der Spielwarenmesse® 2019. Dort spricht Reyne Rice am Mittwoch, den 30. Januar 2019 um 13.00 Uhr zur „Wie geht es weiter bei Spielwaren und technischem Spielzeug für Kinder?“. Die Trendexpertin gibt einen Rundumüberblick über die neuesten Trends und Produkte in den Bereichen Toys, Games und Technologie für das Jahr 2019 und darüber hinaus. Lesen Sie das ganze Programm des Toy Business Forums.

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