Spielwarenmesse: Warum tradi­tionelles Baby- und Klein­kindspiel­zeug sehr gefragt ist

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11. Oktober 2017 / Macher

Warum tradi­tionelles Baby- und Klein­kindspiel­zeug sehr gefragt ist

von Harald Hemmerlein /  Kommentare anzeigen

Es liegt nicht nur an den wieder steigenden Geburtenraten, dass der Markt für Baby- und Kleinkindspielwaren kontinuierlich wächst. Auch die Ausgaben der Eltern und anderer Schenker für Baby- und Kinderprodukte steigen. Michael Hopf, Geschäftsleitung Marketing und Vertrieb der Habermaaß GmbH (HABA), über ein boomendes Marktsegment der Branche.

Spielwarenmesse®: Die Geburtenraten steigen in vielen Ländern. Das sollte auch die Anbieter von Spielwaren für Babys und Kleinkinder freuen. Schlägt sich das auch in den Absatzzahlen von HABA nieder?

Michael Hopf: Der Markt für Baby- und Kleinkindspielzeug wächst bereits seit Jahren kontinuierlich. Die steigenden Geburtsraten sind dabei nicht der einzig Grund. Es wird auch mehr in den Nachwuchs investiert. In den ersten 3 Lebensjahren entscheiden die Eltern. Spielzeug ist daher in diesem Altersbereich die erste Wahl. Das ändert sich sehr schnell, wenn die Kinder selbst entscheiden.

Die Entwicklungspsychologen sagen uns, dass sich Menschen auf der ganzen Welt in gleicher Weise spielerisch ihre Umwelt erschließen. Sehen Sie dennoch Unterschiede in den unterschiedlichen Regionen, was Produktpräferenzen und Konsumverhalten angeht?

M.H.: Das liegt in der Natur der Menschen und wird sich auch in Zukunft nicht verändern. Selbstverständlich gibt es kulturelle Unterschiede welche Bedeutung Spielzeug für die Entwicklung hat. Die Welt spielerisch zu erschließen, funktioniert grundsätzlich auch ohne Spielzeug. Dazwischen liegt eine große Bandbreite. In Asien liegen die Präferenzen, auch im Baby- und Kleinkindbereich, auf Lernen; in Frankreich dagegen auf purer Emotion.

Die Digitalisierung hat auch das Baby- und Kleinkindalter erreicht. Wird es auch bei HABA noch mehr blinken, tönen und interagieren?

M.H.: Bisher feiert die Digitalisierung im Baby- und Kleinkindalter keine großen Erfolge, was auch die weltweiten Marktdaten belegen. Blinken, tönen und interagieren darf es auch bei HABA geben, sofern es nicht zum Selbstzweck wird. Kleinkinder sollten zunächst die Welt erfahren wie sie ist – dreidimensional und mit allen Sinnen. Digitales Spielzeug bzw. Spiele setzen voraus, dass Kinder gelerntes abstrahieren können.

Es ist daher wichtig, den zweiten Schritt nicht vor dem Ersten zu gehen. Wir sind davon überzeugt, dass traditionelles Spielzeug für Kinder unter 3 Jahren auch in Zukunft die wesentliche Rolle spielt, wobei „traditionell" nicht als langweilig und unmodern interpretiert werden darf, sondern an den Zeitgeschmack angepasst werden muss. Für ältere Kinder ist digitales Spielzeug eine interessante Ergänzung, die neue Möglichkeiten bietet und an Bedeutung gewinnen wird.

Romantische Erziehungsideale wabern seit Jahrhunderten durch die bürgerlichen Wohnzimmer und Kinderstuben. „Natürlichkeit" ist eine der zentralen Anliegen des immer prominenter werdenden, bürgerlichen Erziehungsstils. Die Kernzielgruppe von HABA kommt aus dieser Ecke, wenn ich das richtig sehe. Wie spricht man diese kritische Klientel erfolgreich werblich an?

M.H.: Natürlichkeit und die Konzentration auf das Wesentlich haben mit romantischen Erziehungsidealen nichts gemeinsam, sondern sind zeitlos richtig und daher auch erfolgreich. Wir setzen dabei nicht auf eine eingeschränkte Zielgruppe, sondern entwickeln Produkte aus allen Materialien, die durch Funktion, Design, Qualität und Sicherheit überzeugen.


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Autor dieses Artikels:

Harald Hemmerlein

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