Spielwarenmesse: Wie der neue Zusam­men­halt die Modell­bahn­branche stärkt

Sprache wählen

Spielwarenmesse® worldwide

 

Zwei Männer betrachten Modellbahnlandschaft
  Macher

21. August 2017 / Macher

Wie der neue Zusam­men­halt die Modell­bahn­branche stärkt

von Ulrich Texter /  Kommentare anzeigen

Familien haben einen hohen Wert in unserer Gesellschaft. Auch die Modellbahnbranche versteht sich als Familie. Doch Familie ist kein Wunschkonzert. Diese Erfahrungen haben auch die Anbieter von Modelleisenbahnen und Zubehör machen müssen. Jetzt haben sie beschlossen: Familie ist und bleibt unverzichtbar. Das bestätigt auch Jörg Vallen, Geschäftsführender Gesellschafter der Busch GmbH & Co.

Spielwarenmesse®: Herr Vallen, wenn die Modellbranche über sich spricht, dann oft von einer Familie. Ist die traditionelle Familie in Zeiten von Individualisierungstendenzen nicht eher ein Auslaufmodell?

 Jörg Vallen: Warum Auslaufmodell? Wie in allen Familien – es gibt Zeiten, da läuft das Miteinander harmonischer und es gibt rauere Zeiten. Wie in jeder Familie hat jedes Familienmitglied auch mal Sorgen, mit denen es alleine fertig werden muss - wichtig ist doch nur, dass alle immer wieder zusammenfinden, um die gemeinsamen Probleme zu lösen – oder?

Was macht heute eine gute Familie aus? Ihre Erscheinungsformen sind inzwischen ja vielfältig. Und vor allem, was hält die Modellbahnfamilie nach dem Familientreffen Ende April 2017 zusammen?

J.V.: In den 50er und 60er Jahren war die Modelleisenbahn das technische Spielzeug überhaupt – eigentlich gab es kaum Konkurrenz. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten gewaltig geändert. Es gibt viele technische Spielwaren, die bei den Kindern mit der Modellbahn konkurrieren – von Computer, Smartphone oder Tablets mal ganz abgesehen. Die Modellbahn muss aufpassen, dass sie weiterhin wahrgenommen wird – und das wird sie als Familie, die gemeinsam an einem Strang zieht, sicher mehr, als wenn jedes Familienmitglied für sich alleine und womöglich noch gegeneinander kämpft.

Vor gut acht Jahren sorgte die IGEMA (Industriegemeinschaft Modellbahn-Ausstellungen) für Schlagzeilen. Die Hersteller von Modelleisenbahnen fühlten sich ohne Bindung freier. Ende April meldete der DVSI die Gründung der Fachgruppe Modellbahn. Rostet alte Liebe tatsächlich nicht und brauchte es einen Mediator, um wieder das Familienleben neu zu entdecken?

J.V.: In der IGEMA waren ursprünglich als Hersteller von rollendem Material die Firmen Arnold, Fleischmann, LGB, Märklin und Trix. Arnold ist seit längerem nicht mehr als selbstständiger Hersteller existent, Fleischmann wurde übernommen – alle anderen Hersteller sind unter das Dach von Märklin »geschlüpft«. Märklin hatte dann eigene Probleme, mit denen Märklin selbst klar kommen musste. Ich glaube nicht, dass man sich ohne Bindung freier gefühlt hat – das waren andere Zwänge.

Die Ziele der neuen Gruppe Modellbahn klingen ambitioniert: öffentliche Wahrnehmung verbessern, Zielgruppen erweitern, Image aufpolieren. Was wird anders, denn die Ziele sind ja nicht neu?

J.V.: Die Ziele sind nicht neu. Zwischendurch ging es aber für einige Firmen um das Überleben – das ist dann eine ganz andere Zielsetzung. Wir sind froh, dass sich die Branche wieder stabilisiert hat und man wieder daran gehen kann, die gemeinsamen größeren Ziele zu verfolgen.

Parallel zur Fachgruppe gibt es weiterhin die IGEMA, in der allerdings nur Zubehörsteller aktiv sind. Wie wird sich das auf das Familienleben auswirken? Bleibt die IGEMA als kleine, feine Einheit bestehen?

J.V.: Ja, die IGEMA wird bestehen bleiben. Wir haben festgestellt, dass wir in der großen Modellbahnfamilie unsere eigenen kleinen „Problemchen“ haben, die wir am einfachsten im kleinen Kreis lösen können. Das sind u.a. Sicherheitsfragen (gemeinsame Workshops, Klärung der Frage, ob Modellbahn-Zubehör Spielzeug im Sinne der EG-Richtlinie ist oder Verpackungskennzeichnungen usw.).

Familien leben von und mit Ritualen. Steigt in Nürnberg zur Spielwarenmesse 2018 wieder eine Party und was darf der erweiterte Familienkreis erwarten?

J.V.: Die Modellbahner-Party hat jetzt zweimal stattgefunden und sie etabliert sich als Kommunikationsplattform zwischen Händlern (verbandsunabhängig), Herstellern und Presse. Eine Fortsetzung für 2018 ist geplant – es gibt aber noch keine Details, was sich ggf. gegenüber 2017 ändert.


Erfahren Sie als erster, über welche Themen die Spielwarenbranche spricht. Mit dem Spielwarenmesse® Newsletter bekommen Sie regelmäßig die neusten Informationen zu Spielzeugtrends und -neuheiten, exklusive Interviews mit Machern aus der Branche sowie Updates zu den aktuellen Marktentwicklungen aus der ganzen Welt. Melden Sie sich jetzt an!

 

Autor dieses Artikels:

Ulrich Texter

Diesen Artikel:

Tags in diesem Artikel:

Genannte Produktgruppen:

Newsletter

Bleiben Sie immer bestens informiert über Trends und Entwicklungen der Spielwarenbranche. Abonnieren Sie einen Newsletter der Spielwarenmesse®.

 

Newsletter

Bleiben Sie immer bestens informiert über Trends und Entwicklungen der Spielwarenbranche. Abonnieren Sie einen Newsletter der Spielwarenmesse®.