Spielwarenmesse: "Physisches Spielen ist enorm wichtig" - Interview mit Richard Dickson, COO Mattel

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"Physisches Spielen ist enorm wichtig" - Interview mit Richard Dickson, COO Mattel
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"Physisches Spielen ist enorm wichtig" - Interview mit Richard Dickson, COO Mattel

von Spielwarenmesse eG

Richard Dickson, President und COO von Mattel, Inc., reiste auch für die Spielwarenmesse® 2018 nach Nürnberg. Trotz seiner vielen Termine nahm er sich die Zeit, dem Team der Spielwarenmesse ein paar Fragen zum Spirit of Play zu beantworten.

Spielwarenmesse®: Mattel ist bekannt für Kultspielzeug. Was sind die wichtigsten Kompetenzen, die Mattel den Kindern durchs Spielen vermitteln will?

Richard Dickson: Mattel steht seit jeher für die kindliche Entwicklung. Unsere größte Marke Barbie gibt Mädchen das Gefühl, dass sie alles sein können, was sie sein möchten. Und das beweisen wir Tag für Tag, durch unsere Produkte und durch unsere vielfältigen Spielinhalte. Die unterschiedlichen Geschichten, die wir erzählen, inspirieren Mädchen und geben ihnen ein schier unendliches Potenzial mit auf den Weg. Mit Barbie regen wir also die Phantasie an.

Was gibt Mattel den Kindern sonst noch?

R.D.: Unsere Hot Wheels sind nicht nur einfach Spielzeugautos, sondern ein Hilfsmittel, mit dem Kinder fürs Leben lernen können. Die wichtigste Zutat bei Hot Wheels heißt Challenge. Kinder nehmen diese Herausforderung an, fahren schneller, versuchen sich an den Loopings. Jedes Auto, mit dem sie über die Bahn sausen, und jedes Hindernis, das sie überwinden, lehrt sie, sich jeder Herausforderung zu stellen.

Was ist mit den jüngeren Kindern?

R.D.: Die kindliche Entwicklung steht bei Fisher Price im Mittelpunkt. Über alle Phasen der kindlichen Entwicklung hinweg, vom Kleinkind bis zum Vorschulkind, haben wir Spielzeuge, die die kognitive, soziale, emotionale und körperliche Entwicklung fördern. Bei uns gibt es ein ganzes Team, das Kinder und deren Wünsche und Bedürfnisse analysiert und dann Vorschläge macht, mit welchem Spielzeug diese Wünsche oder Bedürfnisse befriedigt werden können.

Welchen Ansprüchen müssen Ihre Spielzeuge genügen?

R.D.: Unsere Spielsachen müssen Spaß machen, sicher sein und gleichzeitig die Entwicklung fördern. Wir sind aktuell dran, dass Mütter und Väter, insbesondere die Millennium-Eltern, nachvollziehen können, wofür unsere Marken stehen.

„Die Herausforderung besteht darin, einen richtigen Umgang mit der Bildschirmzeit zu finden.“

Sind Sie der Meinung, dass es Eltern in Zukunft wichtig sein wird, ihren Kindern immer mal wieder eine digitale Auszeit zu verschaffen?

R.D.: Ich glaube, dass Eltern die Bildschirmzeit ihrer Kinder in Zukunft zeitlich begrenzen werden. Genau in dieser Zeit können dann physische Spielsachen wieder eine wichtige Rolle im Leben der Menschen einnehmen. Mit einem Auto oder einer Puppe zu spielen oder sich im wahrsten Sinne des Wortes eine eigene Welt zu erbauen, regt die Phantasie an. Physisches Spielen ist enorm wichtig und auch für die kindliche Entwicklung unerlässlich. Das werden die Millennium-Eltern sich immer mehr vergegenwärtigen. Mit der Zeit wird es immer mehr Regeln im Hinblick auf die Bildschirmzeit geben. Offenes Spielen fördert die Kreativität und die Vorstellungskraft. Das ist sehr wertvoll.

Werden die Digital Natives, die ja die Eltern von morgen sind, noch Offline-Spielzeug für ihre Kinder nachfragen?

R.D.: Die digitale Welt ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Viele physische Gegenstände werden mit digitalen Features ausgerüstet werden. Und wir sind der Auffassung, dass es in dieser von Technik geprägten Welt sehr wichtig ist, dass Jungen und Mädchen eine gesunde Balance zwischen physischem und digitalem Spiel finden.

„Wir müssen beide Felder bespielen, physische und digitale Spielzeuge.“

Was plant Mattel zu diesen Veränderungen?

R.D.: Wir fragen uns, wie verbinden wir diese beiden Elemente? Für viele unserer Kernmarken gibt es hervorragende Spielsysteme in der realen Welt. Barbie bietet eine ganze Welt zum Geschichtenerzählen, Hot Wheels hat Autos und Bahnen, Thomas, die Lokomotive eröffnet den Kindern die Welt der Schienen und Züge. Jede unserer Marken hat ein physisches Spielsystem. Zurzeit konzentrieren wir uns darauf, die physischen zu digitalen Systeme weiterzuentwickeln und zu Connected Play zu verschmelzen. Solche Kombinationen werden bei unseren Kernmarken immer häufiger auftauchen. Aber wir werden niemals das traditionelle Spiel aus den Augen verlieren und immer darauf bedacht sein, die Phantasie der Kinder anzuregen.

Apropos Spirit of Play… welche Impulse liefert die Spielwarenmesse Ihrer Meinung nach?

R.D.: Wenn ich so durch die Gänge der Spielwarenmesse laufe, fühle ich die Energie der Community. Das ist spannend. Ich denke, dass es die Kreativität ist, die die Messe ausmacht. Wir alle versuchen, für eine bestimmte Zielgruppe attraktiv zu sein. Wir wollen sie mit den Produkten, Innovationen und interessanten neuen Spielideen begeistern, die wir gerade entwickeln. Dies ist einfach ein Umfeld, in dem unternehmerisch gedacht wird. Man spürt, dass die Menschen auch gerne mal was Neues ausprobieren. Ich bekomme also immer einen Schub Energie, Kreativität und Unternehmergeist, wenn ich in Nürnberg bin.

 

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