Spielwarenmesse: Interview mit kiditec: Didaktisch & edukativ, es geht beides!

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Interview mit kiditec: Didaktisch & edukativ, es geht beides!

von Harald Hemmerlein

Viele Hersteller setzen in der Produktgruppe Technisches Spielzeug, edukatives Spielzeug, Aktionsspielwaren auf Elektronik. Elektronische Komponenten sind aber nicht unbedingt das Allheilmittel bei Konstruktionsspielzeugen, weiß Roland Graf, Chief Marketing Officer bei der kiditec AG.

Spielwarenmesse®: In der Produktgruppe „Technisches Spielzeug“ waren auch auf der Spielwarenmesse® in Nürnberg lange Konstruktionsspielzeug, Fahrzeugmodelle zum Spielen und andere haptisch greifbare Spielwaren versammelt. Seit einiger Zeit spielt die Elektronik und hier vor allem digital vermittelte Inhalte eine prägende Rolle in dieser Kategorie. Wie hat das die Branche verändert? Wie schlägt sich diese Entwicklung im Angebot und der Marketingstrategie Ihres Unternehmens wider?

Roland Graf: Elektronik könnte auch für unser Unternehmen in Zukunft eine Rolle spielen. Jedoch ist uns wichtig, dass Elektronik, in Form von Robotik und zum Beispiel auch LED-Licht, nur flankierend dem Konsumenten einen Mehrwert zur Kernkompetenz unserer Produkte schafft. Auf keinen Fall werden wir das wertvolle und fördernde manuelle Konstruieren konkurrieren.
 
Internationale Perspektive: Sehen Sie Unterschiede in der Nachfrage und beim Konsumentenverhalten in den verschiedenen Regionen der Welt bei dieser Warengruppe?

R. G.: Ja, beim Entscheid ein Spielzeug anzuschaffen oder nicht, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. In der Schweiz sind z.B. sichere und traditionelle Spielwaren gefragt. Diese Zielgruppe fordert typischerweise keine Elektronik in/an den Spielwaren. Anders sieht es natürlich in den Asiatischen Märkten aus. Da spielt Elektronik eine große Rolle.  

Was kommt? Werden Kinder ihre Konstruktionen und Bauten künftig am Rechner gestalten, mit dem 3D-Drucker realisieren und dann damit spielen?

R. G.: Denkbar, jedoch darf man nicht unterschätzen, dass virtuelle Konstruktionen am PC/Tablet sehr abstrakt wirken und kaum einen Lerneffekt erzielen. Selbst für uns Erwachsene sind virtuelle Konstruktionen eine enorme Herausforderung. Da unsere Teile eine sehr hohe Passgenauigkeit ausweisen, ist heute der Druck in 3D-Printern zwar möglich, jedoch fallen die Teile im Vergleich zu den in der Fabrik hergestellten Blocks in der Qualität sehr stark ab. Es kann aber durchaus möglich sein, dass einige Elemente künftig vom 3D-Drucker kommen und als Ergänzung zu unserem Standartsortiment eingesetzt werden.

Auch „Edukative Spielwaren“ bündelt die Spielwarenmesse® in dieser Warengruppe. Ist der Eindruck richtig, dass vor allem in deutschsprachigen Märkten der vermeintliche „pädagogische Wert“ eines Spielzeugs besonders gut beim Verkaufen hilft?


R. G.: Ja und Nein. Wir wissen, dass weitere wichtige Werte wie „Umweltfreundlichkeit“ und „Tradition“ vor dem „pädagogischen Wert“ stehen. Auf der einen Seite gibt es viele Spielwaren die sich selber das Prädikat „Pädagogisch Wertvoll“ auferlegt haben. Der Konsument wägt jedoch sämtliche Faktoren, wie z.B. auch der Produktionsort, ab und fällt dann seinen Kaufentscheid.

Wo würden Sie die Grenze ziehen zwischen didaktischen Materialien und edukativ aufgeladenen Spielwaren?

R. G.: Schwierig, da Didaktik eine Disziplin der Pädagogik ist und das Wort „edukativ“ lediglich ein Bildungsbezug herstellt. Somit ist nicht die Frage wo die Grenze ist, vielmehr wo der Übergang stattfindet. Es kann interpretiert werden, dass edukativ aufgeladene Spielwaren den Kindern im Alleinspiel ein Lernerfolg vermitteln können, währenddessen didaktisches Material von Eltern und Pädagogen gezielt zur Förderung verschiedenster Fähigkeiten der Kinder eingesetzt werden. Als Beispiel: mit kiditec können Kinder selbstständig Modelle bauen. Während des Bauens werden die Motorik, die Kreativität und das räumliche Vorstellungsvermögen gefördert. Didaktisch werden unsere Produkte eingesetzt um, z.B. in der Bewegungstherapie, mit speziell entwickelten Übungen motorischen Defizite bei Kindern entgegenzuwirken.

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