Spielwarenmesse: Interview mit MTS: Outdoor lässt die Kassen klingeln

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Interview mit MTS: Outdoor lässt die Kassen klingeln

von Ulrich Texter

Mit Gesundheit, Fitness, Sport lässt sich nach wie vor gutes Geld verdienen – vorausgesetzt, die Marke stimmt. Selbst „Totgesagte“ zeigen sich mitunter quicklebendig. Nur die Produktionen aus China bereiten Kopfzerbrechen. Wir sprachen mit Sebastian Frey, Geschäftsführer der MTS Sportartikel Vertriebs GmbH, über aktuelle Entwicklungen im Outdoor-Segment und warum sich die Spielwarenmesse® garantiert lohnt.

Spielwarenmesse®: Herr Frey, auf der EOG Jahreshauptversammlung im Vorfeld der ISPO gaben 40 % der führenden Vertreter der Outdoor-Branche an, dass ihre Erwartungen für 2013 übertroffen wurden und 90 % glauben, dass 2014 ein gutes Jahr wird. Geht es auch MTS gut?

Sebastian Frey: Wir wachsen seit 12 Jahren jedes Jahr und fast immer zweistellig. Auch 2014 war wieder ein gutes Jahr, in dem wir unser Ziel übertroffen haben. Beflügelt haben uns vor allem Streetsurfing mit den Waveboards und den boomenden Longboards, aber auch Schildkröt Fitness oder unsere Talbot-Torro Federballsets.

Welchen Anteil hat der Export am Umsatz und welche Märkte sind für Sie besonders wichtig? Vor wenigen Monaten haben Sie beim Personal aufgestockt, um Benelux zu beackern.

S.F.: Traditionell sind wir in den deutschsprachigen Märkten besonders stark. Egal ob Schildkröt oder Talbot-Torro, das sind alles alte deutsche Marken. Nach und nach packen wir aber auch die interessanteren Export-Märkte an. Wir haben seit Jahren bspw. einen Franzosen im Team, der Frankreich und Belgien gut entwickelt hat, einen Briten der die Key Accounts in Großbritannien und Skandinavien betreut oder einen Deutsch-Portugiesen für Süd-Ost Europa. So werden wir auch nach und nach weitermachen mit neuen Kollegen und den Umsatzanteil außerhalb der D-A-CH Region weiter erhöhen.

Die Spielzeugbranche hat einen Lauf. In den ersten 10 Monaten 2014 legte das Segment Sport & Outdoor laut Eurotoys-Panel 9,5 % zu. Mit welchen Zahlen will MTS Sport 2014 glänzen?

S.F.: Bei MTS waren es noch ein paar Prozentpunkte Wachstum mehr, was aber natürlich auch ein Stück weit an neuen Warengruppen bei MTS liegt, wie z.B. Streetsurfing.

Mit Ihren Marken Schildkröt Fun Sports, Donic Schildkröt und Streetsurfing wollen Sie ein Wörtchen im Spielzeughandel mitreden. Die Verbände setzen aber gerne auch auf Eigenmarken oder Importe. Haben Sie die besseren Argumente?

S.F.: Der Fachhandel benötigt allein wegen seiner Struktur andere Margen und landet somit immer bei höheren Verkaufspreisen als irgendwelche Discounter oder Großverteiler. Diese höheren Verkaufspreislagen lassen sich ausschließlich über begehrte und bekannte Marken rechtfertigen. Erklären Sie mir bitte mal den Unterschied zwischen der Aldi-Eigenmarke und der Verbands-Eigenmarke, außer dass Aldi auch hier immer mindestens 30 % günstiger sein wird! Eigenmarken sind der falsche Weg. Zwei wichtige Spielwaren-Einkaufsverbände in Deutschland haben das erkannt und machen sehr viel mit uns.

Von Ihnen stammt die Äußerung, Schildkröt Fitness will den Handel mit schlüssigem Konzept gewinnen. Ohne Konzept läuft aber heute sowieso nichts mehr. Was sind die Vorzüge Ihres Konzeptes? Womit punkten Sie?

S.F.: Wir leben nur gut, wenn auch der Handel gut leben kann und Spaß daran hat, unsere Produkte zu verkaufen. Hierzu bieten wir in allen Bereichen schöne, wertige Produkte, gute Marken sowie eine überdurchschnittliche Handelsmarge. Ein weiterer wichtiger Punkt ist aber auch die breite Palette an Produkten, der gute MTS Außendienst sowie eine funktionierende Struktur. Als inhabergeführter Mittelständler ist unsere Denke nachhaltig und dauerhaft und nicht kurzfristig renditemaximierend.

Wenn wir Ihr Markenportfolio sehen, fühlen wir uns wie bei Dr. Oetker, so viele Marken tummeln sich unter dem Dach von MTS Sport. Verpulvern Sie nicht viel Energie für den Markenaufbau, weil Sie jede Marke „pampern“ müssen?

S.F.: MTS bietet eine Vielzahl von Marken aus einer Hand, die im jeweiligen Bereich eine hohe Bekanntheit und Glaubwürdigkeit haben; auch ist die Zielgruppe bei fast jeder Marke eine andere. Meines Erachtens ist das sinnvoller als eine verwässerte Globalmarke. Neben Dr. Oetker und MTS gibt es viele weitere sehr prominente Beispiele, bei denen das ähnlich ist – gerade auch im Spielwarenbereich.

Das Outdoor-Segment soll unter einem erheblichen Preisdruck leiden, aber das hört man immer und überall. Kann man das als übliches Kaufmanns-Garn bezeichnen

S.F.: Sicher waren die Zeiten schon einmal erfreulicher. Die Situation in China wird nicht einfacher und nun belastet uns auch der Euro-Dollar Wechselkurs zunehmend. Aber Jammern hilft da nicht. Wir sind wach und suchen nach Lösungen. Für starke Marken und eine funktionierende Struktur wird es auch in Zukunft ein vernünftiges (Über-)Leben geben.

Stichwort China. Immer häufiger klagen Unternehmen, dass die Kosten in China davonlaufen. Einige Firmen suchen bereits Alternativen. Wie lange ist für MTS die Werkbank China noch zu halten?

S.F.: Sicher werden wir nicht kurzfristig die Zelte in China abbrechen – mit der eigenen Fabrik sind wir dazu auch gar nicht in der Lage. Aktuell wird mehr und mehr automatisiert, um dem Fachkräftemangel und den gestiegenen Lohnkosten in China gerecht zu werden. Vor diesem Hintergrund bin ich mir aber recht sicher, dass wir mittel-fristig auch mal wieder irgendwo in Europa produzieren werden.

Laut „Sport Studio“ bewegt sich Deutschland, auch wenn Ärzte mitunter was anderes sagen. Mit welchen MTS-Produkten bewegen sich die Deutschen besonders gerne? Was sind die aktuellen „Burner“, gerade im Spielzeughandel?

S.F.: Gesundheit, Fitness, Sport sind Lifestyle und damit lässt sich gutes Geld verdienen. Das beweist fast die ganze Sportbranche. Und: Sport = Marke! Bei uns sind es neben unseren Klassikern Tischtennis, Speedminton® oder Federball gerade auch die totgeglaubten Streetsurfing Waveboards, die uns Freude bereiten. Aber auch die trendigen Longboards und der komplette Funsport von Schildkröt funktionieren gerade bei unseren zahlreichen Spielwaren-Fachhändlern sehr gut. 

2014 reiste MTS u.a. mit Scoop Ball, Beachtennis, Kegelsets, gefacelifteten Waveboards nach Nürnberg. Mit was dürfen sich Kids, aber auch Erwachsene, 2015 fit halten? Gibt es einen „Knaller“?

S.F.: Auf unserem neuen deutlich vergrößerten Stand jetzt in Halle 7 werden wir auf der Spielwarenmesse 2015 eine umfangreiche Longboard-Kollektion präsentieren, ein neues Wave Board aus Holz, eine neue farbige OGO Sport Sonderedition usw. Ein Besuch bei MTS, gerade auch von noch nicht kaufenden Händlern, lohnt sich also immer.

Die Spielwarenmesse® wird immer internationaler. Spüren Sie das? Werden Ihre Kontakte auch immer internationaler?

S.F.: Für uns war die Spielwarenmesse schon in den letzten Jahren sehr international, weshalb wir auch 2015 mit unserem kompletten Export-Team vertreten sein werden. Wir sind froh, dass es derartige internationale Branchentreffs gibt!

 

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Ulrich Texter

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