Spielwarenmesse: Interview mit Sanjay Luthra von Mattel: Europa führt die Entwicklung an

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Interview mit Sanjay Luthra von Mattel: Europa führt die Entwicklung an

von Peter Thomas

Sanjay Luthra ist Managing Director von Mattel für Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) seit 2018, zudem hat er im März 2019 den Vorsitz von Toy Industries of Europe (TIE) übernommen. Für Mattel arbeitet der in Indien geborene und in London lebende Manager seit 2003. Mit „Spirit of Play“ sprach er zur Spielwarenmesse® 2020 über aktuelle Trends und Herausforderungen für seine Marke und die Branche.


Spielwarenmesse®: Herr Luthra, Mattel feiert in diesem Jahr das Jubiläum des 75-jährigen Bestehens. Ist das Grund zu feiern, oder Anlass für den mutigen Blick nach vorn?

Portrait von Sanya Luthra, Managing Director for Europe, the Middle East and Africa von Mattel
Portrait von Sanya Luthra, Managing Director for Europe, the Middle East and Africa von Mattel

Sanjay Luthra: Das Jubiläum ist wichtig für uns. Schließlich sind wir bei Mattel sehr stolz auf das Erbe unseres Unternehmens. Aber diese Tradition bedeutet auch viel Verantwortung für die Zukunft. Schließlich hat Mattel als ein Marktführer der Spielwarenindustrie die Aufgabe, Kinder zu inspirieren – auch in einer Welt, die immer digitaler und technikgeprägter wird.

Was sind für Sie die spannendsten Produkte, die Mattel zur Spielwarenmesse® mitgebracht hat?

S. L.: Wir zeigen 2020 in Nürnberg eine Menge spannender Innovationen, und unsere Händler sind bereits sehr neugierig darauf gewesen. Hier möchte ich insbesondere die Barbie Color Reveal, Barbie Fashionistas und die Bausteine der Reihe Mega Bloks First Builders aus biobasiertem Harz hervorheben.

Was zeichnet diese Neuheiten aus?

S. L.: Sie setzen wichtige Trends der Branche um: Die Barbie Fashionistas stehen für Vielfalt im Kinderzimmer, die Bausteine für Kinder im Vorschulalter zahlen mit ihrem aus natürlichen Grundstoffen gewonnenem Material stark auf das Thema Nachhaltigkeit ein – ein Mega-Trend unserer Zeit. Ähnlich wichtig sehe ich derzeit die spielerische Unterstützung wissenschaftlich-technologischen Lernens (STEM) und das Thema Inklusion.

Barbie, Mattel
Barbie, Mattel

Wie wichtig sind diese Trends für das von Ihnen verantwortete Vertriebsgebiet, das ja nicht nur ganz Europa umfasse, sondern auch den Nahen Osten und Afrika?

S. L.: In Europa merken wir ganz besonders, dass die Märkte auf diese aktuellen Fragen sehr stark reagieren. Spannend für uns ist dabei, dass sich die einzelnen Länder als regionale Märkte doch wahrnehmbar unterscheiden. Auch wegen solcher kulturellen Unterschiede ist es so wichtig, dass Mattel als globale Organisation zugleich als regionale und nahe Marke auftritt und von den Kunden auch so verstanden wird.

Was waren die wichtigsten Ziele, die Sie in den vergangenen 18 Monaten in ihrer jetzigen Position bei Mattel erreicht haben?

S. L.: Für mich stand ganz oben, die Organisation nach außen zu fokussieren. Das heißt konkret, dass wir den noch intensiveren Dialog mit den Partnern aus dem Handel, aber zum Beispiel auch mit Lizenzgebern pflegen. Gerade für die Händler ist es heute vor dem Hintergrund des schnellen Wandels extrem wichtig, dass wir ihnen zuhören, dass wir sie verstehen und dass wir gemeinsam mit ihnen Lösungen finden, um ihr Geschäftsmodell zu stärken.

So wie mit der B2B-Plattform von Mattel?

S. L.: Genau, diese Plattform ist eine besonders wichtige unter vielen Maßnahmen. Sie versorgt die Händler über unterschiedliche Medien mit aktuellen Informationen und sie bietet nahtlose Bestellprozesse.

Gruppenfoto Mattel und Vertretern der Spielwarenmesse eG
Mattel und Vertretern der Spielwarenmesse eG auf der Spielwarenmesse 2020

Sie haben im März 2019 den Vorsitz des Toy Industries of Europe Board (TIE) übernommen. Was sind dort Ihre wichtigsten Themen?

S. L.: Die Hersteller, die sich im TIE engagieren, setzen sich für die Rechte aller Kinder zum sicheren Spielen ein und für faire Bedingungen in der Branche. Unsere Leitthemen sind deshalb Nachhaltigkeit, Selbstbestimmung und Zukunftsfähigkeiten. Diese drei Kategorien haben wir auch für die „Play for Change Awards“ gewählt, welche Toy Industries of Europe in diesem Jahr zum ersten Mal verleihen wird. Mit den Awards werden im September 2020 Hersteller und Initiativen ausgezeichnet, die sich auf inspirierende und konstruktive Weise mit Fragen aus Umwelt, Gesellschaft und Bildung auseinandersetzen.

Welche Resonanz erhoffen Sie sich dafür in Europa?

S. L.: Bei Mattel ist es unser Anspruch, die Kunden wirklich zu verstehen. Deshalb weiß ich, dass diese Themen in Europa eine sehr wichtige Rolle spielen. Man kann sogar sagen, dass Europa in diesem Bereich die Entwicklung anführt.

Warum ist die Internationale Spielwarenmesse® in Nürnberg der richtige Ort gewesen, um die Awards vorzustellen?

S. L.: Diese Messe ist einfach weltweit das relevanteste Event unserer ganzen Branche. Nirgendwo sonst kann man eine so große Interaktion zwischen den Unternehmen unserer Industrie erreichen. Das gilt auch innerhalb von Mattel: Wir fühlen uns hier einfach wohl, die Messe ist ein perfektes Forum für das ganze Team. Und das ist auch wichtig. Denn es gibt weltweit keine andere Veranstaltung, wo so viele Mattel-Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern zusammenkommen. Auch deshalb bin ich selbst ein so großer Fan der Spielwarenmesse.


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Autor dieses Artikels:

Peter Thomas, Journalist

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