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25. August 2016 / Trends

Klassiker und Digitales für Modellbahner

von Ulrich Texter /  Kommentare anzeigen

Licht und Schatten prägten das Modellbahnjahr 2015. Die Hersteller von Zubehör freuen sich über stabile bis leicht steigende Umsätze, während führende Marken beim rollenden Material ihre Ziele nicht ganz erreichen konnten. Das soll sich 2016 mit einer noch stärkeren Fokussierung auf den Einsteiger-Bereich und attraktiven, preis-leistungs-starken Neuheiten ändern.

Die Trauben hängen hoch. Der Weg, die Modellbahn wieder zu einem Must-have-Produkt in Kinderzimmern zu machen, ist steinig und mühevoll. Darüber ist man sich in der Branche durchaus im Klaren. Märklin betont deshalb auch Anfang 2016, dass sich das Unternehmen nachhaltige, langfristige Wachstumsziele gesetzt hat. Dabei hält man weiterhin konsequent an einer Strategie fest, die das Segment Kinder und Jugendliche erschließen soll. So verdreifacht Märklin 2016 seine Investitionen in die Nachwuchsförderung und Neukundengewinnung mit den Produktlinien „my world“ und „Start-Up“. Gut 1 Mio. € steckt das Spielwarenunternehmen 2016 in die Entwicklung neuer Produkte für Einsteiger.

Erste Erfolge bei den Kids

Vor vier Jahren stellten die Göppinger die neue Linie „my world“ vor. Seit 2014 verbuchen sie erste Erfolge im Segment Kinder und Jugendliche, das 2016 mit TV-Werbung neuen Schub erhalten soll – ein Novum für die Branche. Attraktive Startpackungen und interessante Neukonstruktionen tun ein Übriges, um gezielt Neukunden anzusprechen. So präsentierte der Marktführer in Nürnberg zwei neue Loks in der „my world“-Reihe, die mit innovativer und umweltschonender Akkutechnologie ausgestattet sind und über USB-Kabel geladen werden können. Die Beginner-Modelle stehen also nicht nur für Nachwuchsförderung, sondern sie zeigen auch, dass man auch in punkto Innovationen im Einstiegssortiment auf der Höhe der Zeit ist.

Modellbahn 4.0 längst Realität

Roco WLAN MultimausDie neue Steuerungszentrale CS3 von Märklin liefert ein weiteres Beispiel für die technologische Kompetenz der Branche und den Willen, die Digitalisierung als Chance zu nutzen. Die CS3 vereint die umfangreichen Anforderungen von Modellbahnprofis mit einer modernen und intuitiven Bedienoberfläche, die selbst Einsteiger keine Probleme bereit. Bereits im vergangenen Jahr hatte PIKO sein innovatives Digitalsystem SmartControl-System präsentiert, das die Vorteile eines Smartphones mit den Bedürfnissen der Modellbahner verbindet. Roco, vor vier Jahren mit der innovativen Z21 Modellbahnsteuerung an der Spitze der Entwicklung, setzt ebenfalls seine Digitalisierungsoffensive fort. 2016 folgt die WLAN-Multimaus, mit der sich Züge sowie Weichen und diverse Funktionsartikel bequem steuern lassen.

Ohne Klassiker geht’s nicht

 Märklin BR 95.0Das Salz in der Suppe sind – trotz aller Digitalisierung – Lokomotiven. Das zeigen die zahlreichen Neuheiten 2016: ob die Güterzug-Tenderdampflokomotive BR. 95.0 von Märklin, die Baureihe 85 von Roco, die Güterzuglok BR 56 der DRG von Brawa oder die Baureihe 01.5 von PIKO, die durch ihr bulliges und kraftvolles Aussehen besticht. Die Nachbildungen bieten allerdings weit mehr als filigranes Aussehen und liebevollen Details. In vielen Fällen kommt eine Reihe von technischen Raffinessen hinzu wie Führerstandbeleuchtung, Raucheinsatz, Fahrgeräuschen oder ein funktionsfähiges Dreilicht-Spitzensignal.

Moderate Aufwärtstendenz beim Zubehör

Während Märklin & Co. also optimistisch in die Zukunft blicken, zeigen sich die Lieferanten von Zubehör mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr durchweg zufrieden. So erzielte Faller 2015 ein Umsatzplus von ca. 1,4%. Auch NOCH und BUSCH sehen keinen Anlass zum Klagen. Ob die Hersteller an den Erfolg von 2015 werden anknüpfen können, entscheidet sich üblicherweise zur Jahresendrallye.

BUSCH „Rund um’s Bier“Im Angebot 2016 finden sich zahlreiche Highlights, die es Fans des Hobbys Modellbahn schwer machen dürften, einen Bogen darum zu machen. So bringt Faller zum 70-jährigen Firmenjubiläum das imposante Premiummodell „Kloster Bebenhausen“ heraus, das trotz seiner Preisstellung zu einem Topseller avanciert. Das Produkt dürfte nicht nur für gestandene Modellbahner einen Reiz ausüben. Die Ausrichtung ist klar: Mit einer Doppelstrategie versuchen die Hersteller von Zubehör Jugendliche und Erwachsene zu gewinnen. Hochpreisige Artikel wie das „Kloster Bebenhausen“ sprechen den ambitionierten Bastler an, Mitnahmeartikel, wie sie Busch seit Jahren mit der „Natur pur“-Reihe bietet, verlocken zu Spontankäufen. BUSCH zündet in diesem Jahr ein Neuheiten-Feuerwerk „Rund um’s Bier“: Wie bei BUSCH üblich, ist auch diesmal für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas dabei: vom Brauhaus nach Original-Vorbild bis zur Lichterkette für den Biergarten. Die Entwicklung im Zubehörsegment zeigt, dass auch in einem schwierigen Marktumfeld dank intelligenter Produkt- und Sortimentspolitik Impulse gesetzt werden können.

 

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Ulrich Texter

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