Spielwarenmesse: Womit spielt Europa?

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Womit spielt Europa?

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Der Bereich der Kinderspielwaren ist heutzutage so stark fragmentiert wie nie zuvor. Durch den technologischen Fortschritt sind Kinder heute viel stärker vernetzt und in verschiedene Ökosysteme eingebunden als irgendeine Generation vor ihnen. Das Angebot an Aktivitäten, mit denen Kinder ihre freie Zeit verbringen können, ist größer als je zuvor, was zur Folge hat, dass der Kampf um die Zeit und Aufmerksamkeit der Kinder noch nie so erbittert geführt wurde wie heute.


Spielwaren und Spiele bilden einen wesentlichen Bestandteil des kindlichen Ökosystems. Durchschnittlich spielen 90% der 3- bis 12-Jährigen an einem normalen Werktag, mit Spitzenwerten bei der Gruppe der Vorschulkinder (3-5 Jahre) mit 95%.

Durch den digitalen Wandel verändern sich die kindlichen Präferenzen jedoch laufend. Anhand unserer neuesten Daten, die wir in den vergangenen acht Monaten erhoben haben, konnten wir bestimmte Produkte ausfindig machen, die länderübergreifend/europaweit bei Kindern besonders populär sind.

Grafik zum Thema "Beliebtestes Spielzeug in Europa"

Konstruktionsspielzeug

Konstruktionsspielzeug landet in allen europäischen Ländern bei den 3- bis 12-Jährigen auf den vordersten Rängen. LEGO führt den Markt in Großbritannien, Italien, Deutschland und Spanien an. Durch den Kinostart von The LEGO Movie 2 im ersten Quartal 2019 konnte die Popularität über das gesamte Jahr aufrechterhalten werden.

In Frankreich belegt Playmobil mit 4,9% einen Spitzenplatz – ein Beweis für den Erfolg von Playmobil: The Movie, der im August 2019 in die Kinos kam. Auch bei der männlichen Altersgruppe von 3-6 Jahren in Großbritannien konnte Playmobil seine Popularität von 1,6% im Juli auf 3,1% im September steigern.

Das zeigt, dass sich Medienkonsum von Kindern auf die Auswahl von Spielzeug auswirkt. Über alle Medienarten hinweg sind Spielwaren die populärste Form von lizensierten Merchandisingprodukten für Kinder unter 12.

Barbie

Im Quartal Juli – September hat die Popularität von Barbie in den meisten europäischen Ländern bei allen Altersgruppen zugelegt, wobei Deutschland besonders heraussticht. Diese Zunahme ist sicherlich der hervorragend gemachten Werbekampagne zum 60. Geburtstag des Evergreens von Mattel geschuldet, in deren Rahmen eine neue Puppenkollektion auf den Markt gebracht wurde und zahlreiche Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt im berühmten Barbie-Pink illuminiert waren.

Brettspiele

Spanische Kinder hingegen schwimmen ein wenig gegen den Strom und favorisieren Brettspiele. Das 1934 in den USA erfundene Monopoly belegt in Spanien den zweiten Platz und ist auch in Großbritannien bei Mädchen im Teenageralter das beliebteste Brettspiel.

Um den Anschluss an die Digital Natives der Generation Z und Alpha nicht zu verlieren, haben einige traditionelle Brettspiele digital aufgerüstet. Bei Pictionary Air, das beim britischen Spielwarenhändler Hamleys unter den Top 10-Weihnachtsgeschenken gelistet ist, können die Spieler ihre Bilder mithilfe eines digitalen Stifts in die Luft malen und sie sich anschließend auf einem Tablet oder Fernseher anzeigen lassen. Und auch Monopoly hat die Zeichen der Zeit erkannt und bietet mit Monopoly Voice Banking eine bargeldlose sprachgesteuerte Version seines Spieleklassikers an, die sich gezielt an die Generation Speak richtet. Die zunehmende Verschmelzung von digitalem und physischem Spiel sorgt für frischen Wind und hat einige Evergreens ordentlich entstaubt. Es könnte gut sein, dass die anderen Brettspielproduzenten diesem Beispiel folgen werden.

2018 haben wir die „Generation Speak“ als neue Erscheinung identifiziert und seitdem die Auswirkungen der Sprachtechnologie auf das kindliche Ökosystem weiter untersucht. 22% der 3- bis 12-Jährigen haben in Großbritannien Zugang zu sog. Smart Speakers – das ist ein Anstieg um 104% seit dem 1. Quartal 2018. In den USA lag der Zuwachs im gleichen Zeitraum bei 30%, in Deutschland bei 13%.

Die Kinder von heute sind anders als alle Generationen vor ihnen. Ihr Leben wird in hohem Maße von digitalen Geräten bestimmt, sie sind gut informiert und haben Einstellungen, Verhaltensweisen und Werte, die sich grundlegend von denen früherer Generationen unterscheiden. Das bedeutet auch, dass man mit anderen Mitteln Einfluss auf sie und somit auf die letztendliche Kaufentscheidung nehmen muss, weil ihre Ökosysteme immer fragmentierter und komplexer werden.

Nie war es so wichtig wie heute zu wissen, was im kindlichen Ökosystem passiert. Wir sind darauf spezialisiert, unsere Kunden mit unserem Fachwissen dabei unterstützen, neue Produkte zu identifizieren, bevor der Massenmarkt den Trend erkannt hat, die tatsächlichen Stärken eines Produkts zu erkennen und den Erfolg von Investments mit Hilfe von Marketing und Werbung zu maximieren.


Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar und stimmt nicht notwendigerweise mit der Meinung der Spielwarenmesse eG überein.

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Autor dieses Artikels:

, Kids Insights

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