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Experimentier­kästen: So entdecken Kinder spiele­risch die Wissen­schaft

von Peter Thomas

Experimentierkästen sind topmoderne Spielzeug-Klassiker. Heute erschließen solche Kästen die ganze MINT-Welt von Mechanik und Statik bis zur Elektronik und Informatik. Der Spaß ist beim Lernen durch Ausprobieren immer dabei.

Was haben Schleim-Monster, das hundertjährige Bauhaus-Jubiläum und Laser-Sensoren gemeinsam? Diese Themen gehören alle zu Experimentierkästen aus dem MINT-Bereich. Das Kürzel steht für Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Technik. Im Englischen wird statt des entsprechenden Kürzels STEM (Science, Technology, Engineering, Math) immer häufiger der Begriff STEAM genutzt – er ist um die kreative Dimension (Arts) erweitert. Die klare Botschaft: Wissenschaft ist kreativ!

Mit Experimentiersets lernen Kinder spielerisch die Welten verschiedener Wissenschaften kennen. Es geht immer darum, etwas auszuprobieren und sich von den Ergebnissen überraschen zu lassen. Das macht großen Spaß. Und es weckt oft auch Neugier auf die entsprechenden Berufsfelder. Wie wichtig solche Impulse sind, das hat gerade das Institut der Deutschen Wirtschaft (iwd) aufgezeigt: Ende 2018 waren in Deutschland so viele MINT-Stellen offen wie noch nie zuvor.

Spielerisch lernen im Unterricht

fischertechnik Education / Raupen Bagger
fischertechnik Education / Raupen Bagger

Nur konsequent also, wenn Spielzeuge zum Experimentieren und technischen Konstruieren nicht nur im Kinderzimmer, sondern auch in der Schule ihren Platz haben. „Lernen durch praktische Anwendung im Unterricht ist für uns schon immer wichtig gewesen“, sagt Marcus Keller, Geschäftsführer von fischertechnik.
Der Hersteller aus dem Schwarzwald bietet in der Reihe „fischertechnik Education“ große Sets wie das „STEM Engineering“ an. Insgesamt deckt fischertechnik Themen von Statik und Mechanik bis zur Robotik und Erneuerbaren Energien ab.

Pepper Mint startet zum Mars

Große Tradition im Experimentierbereich hat Kosmos. Vor knapp 100 Jahren erschienen die ersten Kästen des Schweizer Pädagogen Wilhelm Fröhlich bei der Franckh'schen Verlagsbuchhandlung.

Easy Elektro Coding / Kosmos
Easy Elektro Coding / Kosmos

Am Puls der Zeit sind heute die Elektro- und Elektronik-Experimentierkästen von Kosmos. Das neue Set „Easy Elektro Coding“ arbeitet mit dem offenen Mikrocomputer-System Arduino. „Den können Kinder zunächst mit Block-Codes programmieren, später im komplexeren Arduino-Code“, erklärt Thomas Nolde, bei Kosmos Redakteur für den Bereich Elektronik.

Erfolgreich ist Kosmos auch mit den 2018 vorgestellten „Pepper Mint“-Experimentierkästen. Sie wurden insbesondere mit Blick auf Mädchen als Zielgruppe entwickelt. Die nächsten Wissenschafts-Abenteuer der Reihe kommen 2019 heraus. Sie führen die junge MINT-Heldin auf eine geheime Insel und auf den Planeten Mars, verrät Kosmos-Sprecherin Chanel Henkel. „Unser Ansatz, Experimente mit einer starken Story zu verbinden, war absolut richtig“.

Gute Geschichten

Gropius-Baukasten / Ankerstein
Gropius-Baukasten zu 100 Jahre Bauhaus

Das Prinzip der guten Geschichte steckt auch hinter dem neuesten Kasten von Ankerstein, der zum Bauhaus-Jubiläum 2019 erscheint. Mit den Elementen lassen sich Varianten eines von Walter Gropius entworfenen Hauses bauen. Der legendäre Architekt war selbst begeisterter Anwender der Ankersteine. „So entdecken Erwachsene wie Kinder wichtige Grundlagen der Statik und Zusammenhänge der architektonischen Konstruktion“, sagt Ines Schroth, Geschäftsführerin von Ankerstein.

Während die klassischen Bausteine aus Rudolstadt eine große erwachsene Fan-Basis haben, setzt Hape mit seiner „Junior Inventor“-Reihe auf Kinder im Vorschulalter. Sie können mit Werkzeugkoffer, Arbeitstisch und Werkbank viele Physik-Experimente aus den Bereichen von Mechanik bis Optik machen: Zusammenschrauben, ausprobieren, staunen! Das kommt gut an. „Wir wollen das Programm weiter ausbauen“, sagt daher Ganesh Sugumar von Hape.

Neue Impulse für Experimente

One-Bot / AIQI
One-Bot / AIQI Roboter-Set

Starke Impulse im aktuellen Markt kommen aus der digitalen Dimension. Gerade Robotik-Spielzeuge erweitern das Ausprobieren und Experimentieren um Programmieroberflächen. „Marty“ von Robotical beispielsweise versteht die Programmiersprachen Scratch und Python. Erfolgreich ist das Set gerade auch in Schulen, sagen Myles Bax und Finlay Page von dem schottischen Hersteller. Und Systeme mit vielen verschiedenen Sensoren wie der One-Bot von AIQI verbinden Mechanik, Elektronik und Informatik zu einem schlüssigen Ganzen.

Aber neue Ideen betreffen nicht nur das Experimentieren selbst. Auch die Verpackung profitiert von kreativen Ansätzen. So hat Franzis kleine Sets als Mitbring-Experiment in einer Ei-Verpackung entwickelt. „Ohne Schokolade, dafür voll mit Technik“, sagen Michael Büge und Martin Koschewa von dem Münchener Verlag. Das Ziel sei das gleiche wie bei den klassischen Experimentierkästen der Marke: „Wissen vermitteln durch Experimentieren – und zwar am besten als gemeinsames Erlebnis verschiedener Generationen“.


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