Spielwarenmesse: Local Commerce: Internet-Schau­fenster für den Handel

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Local Commerce: Internet-Schau­fenster für den Handel

von Spielwarenmesse eG

Wie lokale Marktplätze im Web stationären Händlern den Einstieg in den E-Commerce erleichtern.

eBay hat den stationären Handel für sich entdeckt: der Online-Marktplatz in Deutschland startete 2017 die City-Initiative „lokal & digital“. Nach den Pilotprojekten Diepholz und Mönchengladbach steht jetzt die Stadt Velbert in den Startlöchern. Dazu kooperiert eBay mit der FUNKE MEDIENGRUPPE als Schnittstelle zum lokalen Einzelhandel und der Stadt Velbert. Händler, die erstmals einen Onlineshop aufbauen, erhalten kostenfreie eBay Basisshops und eine exklusive Startberatung. Ihre neuen eBay Shops bewerben die Händler mit unterschiedlichen Mediapaketen.

Mit eBay zum Online-Shop

Das Ziel: eBay möchte Einzelhändler bei der Digitalisierung unterstützen – und natürlich auch mehr Bewegung in seinen Marktplatz bringen. Denn schließlich verkauft laut einer eBay-Studie nur jeder dritte deutsche Einzelhändler seine Produkte auch im Netz, da ist noch viel Potential für eine Sortimentserweiterung.

Kern der Initiative ist eine so genannte City-Plattform, bei denen sich Städte ihre individuelle Präsenz bei eBay sichern können. Die teilnehmenden Städte erhalten eine Adresse unter der URL www.eBay-city.de/STADTNAME. Teilnehmende Händler können dort ihre Produkte einstellen und verkaufen, außerdem bietet eBay verschiedenen Services wie beispielsweise Schulungen für stationäre Händler an.

Bisher engagiert sich eBay in Italien und Deutschland

Vorausgegangen war dem Projekt ein Pilot mit Mönchengladbach, einer deutschen Stadt mit rund 260.000 Einwohnern. Insgesamt konnten die 79 dort teilnehmenden Händler von Herbst 2015 bis Sommer 2017 laut eBay mehr als 160.000 Artikel im Gesamtwert von 6,7 Millionen Euro verkaufen und lieferten ihre Waren in 84 Länder. Mittelfristig sollen mindestens 30 Städte aus ganz Deutschland Städte mit eigenen eBay-Präsenzen online gehen.

Ein internationaler Rollout der Initiative ist laut eBay derzeit zwar noch nicht konkret geplant, E-Commerce-Experten rechnen allerdings fest damit. Denn schon einmal, vor rund fünf Jahren, hatte eBay ein vergleichbares Projekt in Italien gestartet, wenn auch humanitäre Gründe damals im Vordergrund gestanden hatten. Nach einem schweren Erdbeben in der Region L’Aquila hatte eBay eine Plattform gestartet, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen. Mit Erfolg, denn der Umsatz der teilnehmenden Händler hat sich innerhalb von fünf Jahren (210 bis 2015) um 435 Prozent gesteigert.

Weltweite Initiativen von Marktplatzanbieter

Dabei ist eBay bei weitem nicht der einzige Plattform-Betreiber der versucht, mit lokalen Initiativen den stationären Händler in das World Wide Web zu locken. In vielen Ländern gibt es mittlerweile Marktplatzanbieter, die sich als „Internet-Schaufenster für stationäre Händler“ verstehen – Stichwort Local Commerce. Beispiele hierfür sind etwa Curbside in den USA, SoCloz in Frankreich. Shoepping.at in Österreich, Kaloka in der Schweiz oder auch Locafox und Atalanda in Deutschland.

Das Prinzip der lokalen Marktplätze ähnelt dabei dem eBay-Modell: Städte erhalten auf den Marktplätzen eine Sonderseite, auf der die Angebote der lokalen Händler gebündelt dargestellt werden. Für den mobilen Anwender haben die Betreiber darüber hinaus Apps entwickelt. Kunden können die Waren wie bei einem gewöhnlichen Online-Kauf bestellen und sich liefern lassen, sie können die Produkte aber auch reservieren und beim Händler vor Ort abholen. Auch Same Day Delivery, die Lieferung online bestellter Waren am selben Tag, gehört bei vielen Plattformen zum Service.

RoPo-Effekt nutzen

Die Marktplatzbetreiber wollen sich dabei vor allem den RoPo-Effekt (Research online, Purchase offline) zu Nutze machen. Denn viele Kunden bereiten ihre Einkäufe online vor, klicken dann aber nicht unbedingt auf „Bestellen“. Umfragen haben ergeben, dass jeder vierte Konsument seine Kaufentscheidung im Netz trifft, dann aber vor Ort einkauft. Andere Studien zeigen, dass fast die Hälfte aller stationären Käufe online vorbereitet wird.

Den RoPo-Effekt können stationäre Händler darüber hinaus auch über Google für sich nutzen – und dies kostenlos: Denn der Platzhirsch unter den Suchmaschinen bietet mit Google My Business stationären Händlern die Möglichkeit, Accounts für ihr Unternehmen anzulegen. Neben der Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktdaten ist auch das Einbinden von Fotos – vom Geschäft, den Mitarbeitern und auch von Produkten möglich. Die Beispiele zeigen: Das Internet wird lokal, und der stationäre Handel kann davon profitieren.

 

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