Spielwarenmesse: Interview mit Kerstin Orth, PlanToys: Marke mit Seele

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Interview mit Kerstin Orth, PlanToys: Marke mit Seele
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Interview mit Kerstin Orth, PlanToys: Marke mit Seele

von Ulrich Texter

Exzellente Produkte herzustellen, reicht seit langem nicht mehr, um im Markt „Awareness“ zu erzielen. Ebenso wichtig ist eine gute „Story“, die sich um die Produkte rankt. Einer der nachhaltigsten und glaubwürdigsten Geschichtenerzähler stammt aus Thailand und heißt PlanToys. Wir sprachen mit ScandicToys-Inhaberin und seit 2017 PlanToys-Vertriebspartnerin Kerstin Orth, warum die schwedische und die thailändische Philosophie so gut zusammenpassen.


Frau Orth, ScandicToys steht für skandinavisches Spielzeug. Wie kam es dass die Marke PlanToys den Weg nach Frankenthal schaffte?

Kerstin Orth

Kerstin Orth: Ach, der Firmengründer Vitool Viraponsavan musste gar nicht erst nach Frankenthal kommen. Wir haben uns auf der Spielwarenmesse kennengelernt – ganz einfach. Alain de Rauw, der Europa-Manager, kam auf meinen Stand, wir redeten etwas und er fragte mich, ob ich PlanToys kenne.

Und kannten Sie PlanToys?

K. O.: Natürlich. Noch am gleichen Tag hat Alain mir die Produkte auf dem Stand gezeigt und mich mit Vitool bekannt gemacht. Da habe ich gespürt, dass diese Marke eine Seele hat. Es mag vielleicht etwas romantisch für eine Geschäftsbeziehung klingen, aber ich habe die Produkte und Menschen von PlanToys in mein Herz geschlossen. Offenbar haben das Alain und Vitool auch so wahrgenommen. Es hat einfach gepasst. Das Unternehmen hat in Deutschland einen Partner gesucht, der für die Marke brennt, rennt und das Business nachhaltig aufbaut. Ich habe mich sehr über die Zusage gefreut, PlanToys exklusiv in Deutschland zu vertreiben.

Die Marke genießt einen exzellenten Ruf, die Liste der Auszeichnungen ist lang, aber all dem entspricht nicht unbedingt ihre wirtschaftliche Bedeutung im Markt für Holzspielzeug. Oder will PlanToys fein, aber klein bleiben?

K. O.: Vitool hat die Vision einer gerechten und nachhaltigen Welt. Wachstum ist für ihn kein Ziel an sich, sondern Mittel, um der Vision „Better Kids, Better World“ näherzukommen. Kinder machen kleine Schritte und auch PlanToys wächst in kleinen Schritten stetig. Unsere Handelspartner im Stationär-, Hybrid- und Onlinehandel, lieben, schätzen und schützen die Marke so wie wir. Wir legen viel Wert auf langfristige Partnerschaften und den persönlichen Kontakt, denn die besten und glaubwürdigsten Botschafter sind unsere Händler und unsere Kunden. PlanToys hat eine Story, und die echt und nachprüfbar ist. Die Marke war auch Vorreiter, den Carbon Footprint auf die Verpackung zu drucken.

Design spielt in Skandinavien seit je her eine wichtige Rolle. Design besitzt auch bei PlanToys einen großen Stellenwert. Wo liegen die Schnittmengen zwischen skandinavischem und dem thailändischem Spielzeug? Ist es die gemeinsame Liebe zur Natur? Das „keep it simple“?

PlanToys Produkte

K. O.: Ja, wir Skandinavier mögen Produkte aus Holz und schnörkelloses, reduziertes Design. An den Produkten von PlanToys hat mich die Liebe zum Detail und Qualität sofort begeistert. Ich habe in den ersten Gesprächen und bei dem Besuch in Thailand schnell gemerkt, dass uns noch mehr verbindet. Ich fühle mich der Vision und den Menschen dort sehr verbunden und in dieser PlanToys-Familie sehr gut aufgehoben. Es ist eine besondere Achtsamkeit gegenüber der Natur und den Kreaturen, die auch Kinder in Schweden früh lernen: Jeder nimmt das wieder mit, was er mitgebracht hat, es wird nichts weggeworfen und Wildtiere werden in Ruhe gelassen – auch unsere Elche.

Skandinavien liebt pastellige, zurückhaltende Töne. Bei einem Blick in den  PlanToys-Produktkatalog könnte man denken, Sie haben bereits nach drei Jahren großen Einfluss auf die Farbgebung gehabt. Wird der Holzspielzeughersteller ein wenig europäischer oder ist es ein globaler Trend?

K. O.: Das haben Sie sehr gut beobachtet. Es liegt wahrscheinlich an beidem. PlanToys ist eine globale Marke mit einem globalen Design. Das ist eine besondere Herausforderung, deshalb legen Vitool und sein Designteam sehr viel Wert auf das Empfinden der Handelspartner vor Ort. Bei den Preshows ist unsere Meinung wirklich gefragt und wir können noch Einfluss auf die Produktentwicklung nehmen.

In der Serie der „Natural“-Spielzeuge kommen einige Klassiker wie der „Dancing Alligator“ und der „Pull Along Snail“ jetzt „nackt“ daher. Viele neue Produkte sind ebenfalls Natur pur. Wollen Verbraucher inzwischen „back to the roots“?

K. O.: Ja, das ist der Trend – und wir gestalten diesen mit. Die Natur-Serie macht die Qualität des verwendeten Holzes und vor allem der Verarbeitung sicht- und fühlbar. Aber immer mehr Eltern, Großeltern und Schenker wollen wissen, worher das Holz kommt, wie es behandelt und vor allem wie es verarbeitet wurde. Bei PlanToys ist das absolut transparent und nachvollziehbar, wir brauchen dazu auch keine Labels oder Zertifikate.

PlanToys hatte ja von Anfang an eine „grüne Story“ zu erzählen. Spüren Sie nun einen „Greta-Effekt“ der auch in Ihren Verkäufen?

Nachhaltige Produkte

K. O.: Greta Thunberg hat der Fridays for Future-Bewegung einen Namen und ein Gesicht gegeben, hat sie in die sozialen Medien und zu unseren Kindern getragen. Vitool Viraponsavan lebt und arbeitet seit 1981 nachhaltig und war seiner Zeit voraus. Ja, unsere Kunden, die Spielwarenverkäufer, können Antworten geben, eine Story erzählen, die echt ist und nicht nur so aufgeschrieben wurde.

PlanToys setzt seit vielen Jahren Benchmarks in punkto Umwelt- und Sozialstandards. Sind die Branche und der Konsument für ein „Zero-Waste-Programm“ schon bereit, wie es Vitool Viraponsavan vorschwebt, oder muss Greta noch ein bisschen mehr Druck machen?

K. O.: Greta hat uns sicher deutlich gemacht, dass wir nicht mehr so viel Zeit haben, um unser Verhalten zu ändern. Einige Ereignisse und Veränderungen, deren negative Auswirkungen auf unser Leben wir nun selbst erleben, beschleunigen sicherlich den Prozess. Es geht um die Zukunft unserer aller Kinder. Deshalb stehe ich voll hinter dem Claim von PlanToys: „Better Kids, Better world“.

Frau Orth, wir bedanken uns für das Gespräch. 


Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar und stimmt nicht notwendigerweise mit der Meinung der Spielwarenmesse eG überein.

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