Spielwarenmesse: Aktuelle Trends bei Sammel­artikeln

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Kind mit vielen Sammelautos
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Aktuelle Trends bei Sammel­artikeln

von Steve Reece

Die Kategorie Collectables war noch nie spannender als heute! Die Zeiten, in denen die großen Player in der Spielzeugbranche Sammelartikel wegen der niedrigen Stückpreise nicht ernst nahmen und sich lieber mit „echtem“ Spielzeug befassten, das im Einzelhandel einen fünf oder zehn Mal höheren Verkaufspreis und vermeintlich bessere Margen versprach, sind längst vorbei.

Durch die globale Finanzkrise in den Nullerjahren musste der Spielzeughandel erkennen, dass Verbraucher lieber einmal öfter einen Impulskauf tätigen und einen Sammelartikel mitnehmen als Geld in einer höherpreisiges Spielzeug zu investieren. Außerdem wurde durch das gestiegene Interesse an Collectables wieder klar, dass sich Sammelartikel eben wegen der niedrigen Einstiegspreise als Spielplatzwährung eignen und großes Potenzial in Sachen Markenführung haben.

Von Shopkins bis hin zu den Minifiguren von Lego sind Collectables heute marktübergreifend der große Renner im Spielwarenhandel. Von manchen Produktlinien wurden in den letzten Jahren Mengen im zweistelligen Millionenbereich ausgeliefert, die sich dann zu Bestsellern entwickelt haben.

Youtube greift die TV-Werbung an

L.O.L. Surprise! hat die Kategorie Collectables ordentlich aufgemischt. Die große Nachfrage wurde durch einen Marketingplan generiert, der ganz und gar auf TV-Werbung verzichtete. Das beweist eindrucksvoll, wie mächtig YouTube als Marketing-Plattform geworden ist, wenn jetzt sogar das im Spielwarenhandel am meisten nachgefragte Produkt ohne den magischen Umsatzbeschleuniger Fernsehen auskommt.

LOL Surprise!

Überraschende Entwicklungen bei den Preispunkten der Collectables

Der riesige Erfolg von L.O.L. Surprise! an sich ist schon etwas Besonderes. Was aber noch nicht so ins Bewusstsein gedrungen ist, ist der Paradigmenwechsel, der den Erfolg begleitet hat. 9,99 Euro ist kein untypischer Preis für ein L.O.L. Surprise!-Produkt. Das ist mehr als das Doppelte der Preise, die bis dahin üblich waren – ohne dass sich dadurch der Umsatz verringert hätte. Über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte war die unumstößliche Regel, dass ein Collectable im Einzelhandel keine 5 Euro kosten darf, sondern eher so etwas wie EUR 2,99. Ich denke, dass dieser Preis vom Einzelhandel künstlich zu niedrig gehalten wurde. Heute liegt die Schwelle für Impulskäufe bei zehn Euro, während es vor zehn Jahren noch fünf waren. Dieses neue Preisniveau könnte einer der wichtigsten langfristigen Effekte des Siegeszugs von L.O.L. Surprise! sein.

Die Ablehnung von Plastik wird sich auf die verwendeten Materialien auswirken

Ein anderer wichtiger Trend ist die Ablehnung von Plastik durch Medien und Verbraucher aus Umweltschutzgründen. Teile des Handels und der Hersteller von Konsumgütern haben in diesem Jahr einen Rückgang der Nutzung bei Sammelartikeln erkannt, und dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Langfristig könnte die Nutzung von Kunststoffprodukten auf Zuckerrohrbasis oder anderer nachhaltiger Materialien dieses Problem teilweise lösen.

Flexibleres Marketing sorgt für Hype bei Collectables

Grundsätzlich hat sich an dem Wesen der Sammelartikel im Lauf der letzten Jahrzehnte wenig geändert. Geändert haben sich aber die Möglichkeiten des Marketing, weil wir heute flexiblere und effektivere Methoden zur Verfügung haben. Das stärkt offensichtlich die Kategorie Collectables noch mehr.

Außer der Ablehnung von Plastik lässt sich nicht erkennen, warum die Kategorie nicht auch in Zukunft wachsen sollte. Wir leben also in spannenden Zeiten!


Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar und stimmt nicht notwendigerweise mit der Meinung der Spielwarenmesse eG überein.

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