Spielwarenmesse: Sicherheit bei Wasserspielzeug

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Sicherheit bei Wasserspielzeug
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Sicherheit bei Wasserspielzeug

von Rainer Weiskirchen

An heißen, sonnigen Tagen füllen sich die Liegewiesen an den Badeseen und die Strände werden voller. Vor allem Kinder lieben es den ganzen Tag im Wasser zu planschen und sich abzukühlen.Doch der Rettungsdienste in Deutschland befürchten, dass in Zukunft die Zahl der tödlichen Badeunfälle steigen wird. Grund genug, einen Blick auf die Sicherheit von Wasserspielzeug und Schwimmlernhilfen zu werfen.

Wasserspielzeug und deren Sicherheit

Wasserspielzeug für Kinder

Zunächst einmal gilt Wasserspielzeug in der Normen-orientierten Betrachtung als Spielzeug. Entweder aufblasbar oder nicht aufblasbar ist es zur Benutzung im flachen Wasser bestimmt und dazu geeignet, ein Kind auf dem Wasser zu tragen oder über Wasser zu halten.

Aufsitz-Wasserspielzeug wie Delfine, Krokodile oder die derzeit angesagten Einhörner und Flamingos, werden ungeachtet der Größe auch als Spielzeug angesehen. Sind diese jedoch größer als 1,20 m – gemessen im nicht aufgeblasenen Zustand -  gelten spezielle Sicherheitsanforderungen. Denn ab einer Größe von 1,20 m ist das Wasserspielzeug als anfällig für Winddrift einzustufen, wodurch ein Risiko des Abtreibens ins tiefe Wasser besteht. Solche Produkte müssen die relevanten Anforderungen zweier Normen, EN 71-1 (Spielzeug-Richtlinie) und EN 15649 (Schwimmende Freizeitartikel zum Gebrauch auf und im Wasser), erfüllen und entsprechend gekennzeichnet sein.

Diese Spielzeuge bieten jedoch keinerlei Schutz gegen Ertrinken. Wasserspielzeug und seine Verpackung müssen aus diesem Grund den folgenden Warnhinweis tragen: „Achtung. Nur im flachen Wasser unter Aufsicht von Erwachsenen verwenden“. Der Warnhinweis auf dem Spielzeug muss sichtbar, dauerhaft und in einem zum Spielzeugkörper kontrastierenden Farbton angebracht werden. Die Buchstaben müssen beispielsweise eine Mindesthöhe von 3 mm haben, wobei die Kennzeichnung auf aufblasbarem Wasserspielzeug keinen größeren Abstand als 100 mm von einem der Lufteinlässe haben darf. Werbebroschüre oder Abbildung dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass sich das Kind in Sicherheit befindet, wenn es mit diesem Spielzeug im Wasser unbeaufsichtigt gelassen wird.

Nicht zulässig sind Wasserspielzeuge mit Beinöffnungen wie zum Beispiel Gummiboote oder -autos. Diese können für ungeübte Kleinkinder eine echte Gefahr darstellen und sind deshalb verboten.

Schwimmhilfen und deren Sicherheit

Schwimmlernhilfen, die am Körper befestigt werden, gelten als so genannte persönliche Schutzausrüstung und unterliegen den entsprechenden, hierfür vorgesehenen Prüfnormen. Neben dem Klassiker, den orangefarbenen Schwimmflügeln, gibt es Schwimmlernhilfen mittlerweile als aufblasbare Reifen und Ringe, Schwimmwesten, Gürtel und vieles mehr. Zu erkennen sind diese Produkte an der Prüfnorm EN 13138-1, die ebenfalls gut sichtbar auf der Verpackung und dem Produkt vermerkt sein muss. Des Weiteren gibt das GS-Zeichen dem Verbraucher Sicherheit bei der Kaufentscheidung. Das GS-Zeichen steht für geprüfte Sicherheit und wird von unabhängigen Prüforganisationen wie TÜV Rheinland vergeben und garantiert unter anderem, dass die Sicherheitsaspekte überprüft wurden, die Grenzwerte für Schadstoffe eingehalten werden und beispielsweise die Aufblasventile Rückschlagkappen besitzen. Diese Ventile verhindern, dass die Luft beim unabsichtlichen Öffnen auf einen Schlag entweicht. Geprüfte Schwimmhilfen verfügen zudem über ein Zweiluftkammersystem. Falls eine Kammer defekt ist, hält die zweite den Nichtschwimmer über Wasser.

Bei der richtigen Anwendung haben geprüfte Schwimmlernhilfen eine lange Lebensdauer. Somit dürfen UV-Strahlen, Chlor- oder Salzwasser die Sicherheit nicht beeinflussen.

Selbst wenn es sich um qualitativ hochgeprüfte und hochwertige Produkte handelt, gilt generell: Kinder sollten trotz Schwimmlernhilfe oder mit Wasserspielzeug, nie unbeaufsichtigt sein, auch wenn die Kleinen nur in flachem Wasser planschen.


Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar und stimmt nicht notwendigerweise mit der Meinung der Spielwarenmesse eG überein.

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Autor dieses Artikels:

Rainer Weiskirchen, TÜV Rheinland

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