Spielwarenmesse: Spielend mehr Umsatz im Buchhandel

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Spiele als Zusatzsortiment im Buchhandel
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Spielend mehr Umsatz im Buchhandel

von Börsenblatt

Ein Conni-Spiel neben einem Plüsch-Grüffelo neben einem Mini-Puzzle vom Rabe Socke, und zu allem das passende Buch: So sieht es in Kinderzimmern aus. Für viele Buchhändler ist es deshalb gar keine Frage, ob sie Spiele und Spielwaren hinzunehmen sollten, sie tun es – weil sie in diesem Umfeld fest mit Zusatzeinnahmen rechnen können.

Die Mayersche und ihre Marke „Teddy & Co“

Stoffeichhörnchen und Kinderbuch

Besonders weit gekommen auf diesem Weg ist die Mayersche: Keine Buchhandlung, auch kein anderer Filialist, steckt so viel Energie in das Geschäft mit Spielen und Spielwaren. Der Umsatzanteil, den das Unternehmen in diesen Segmenten erwirtschaftet, lag zuletzt zwar noch unterhalb der Zehn-Prozent-Hürde, aber wer weiß: „Teddy & Co.“, die Marke, unter der die Mayersche alle ihre Spielwarenaktivitäten bündelt, gewinnt zusehends an Reichweite. Im vergangenen Jahr sind weitere Flächen umgerüstet worden, so dass es nun in jedem der 55 Häuser für Kunden ein entsprechendes Angebot gibt. An acht Standorten sogar ein großes – in Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Köln und Trier räumt der Filialist Spielen und Spielwaren immerhin zwischen 200 und 1.000 Quadratmetern ein. Monika Kloss, die die Segmente zentral steuert, berichtet: „In vielen Städten ist die Mayersche heute oftmals nicht nur die größte Buchhandlung, sondern auch der größte Spielwarenanbieter am Ort – viele Spielwarenhändler haben sich aus den Top-Innenstadtlagen zurückgezogen.“ Wenn der Filialist jetzt bald mit Thalia zusammengeht, könnte es gut sein, dass das Thema noch einmal einen Schub bekommt: Stimmen die Kartellbehörden der im Januar angekündigten Fusion zu, entsteht im Buchhandel ein neuer Riese – bundesweit sind die beiden Unternehmen derzeit an insgesamt knapp 290 Standorten vertreten.

Mehr Know-how, mehr Umsatz 

Aktionsfläche Toys meet Books at Spielwarenmesse®

Die Suche nach sinnvollen Sortimentsergänzungen ist jedoch nichts, was nur die Mayersche und Thalia beschäftigen würde – sie treibt alle an, auch zahlreiche kleinere Buchhandlungen: So selbstverständlich wie Spielwarenhändler heute Bücher verkaufen, verkaufen viele Buchhändler inzwischen Spielwaren und Spiele. Dass sie dabei einiges beachten müssen, wissen sie. Einige investieren bereits in Weiterbildung, besuchen Seminare von Herstellern und die Spielwarenmesse® in Nürnberg. Konsequenterweise rollen ihnen die Messemacher seit zwei Jahren mit „Toys meet Books“ den roten Teppich aus: 2019 haben bei der Sonderschau für Buchhändler, gleich hinter dem hochfrequentierten Eingang Mitte gelegen, rund 15 Anbieter eine Auswahl ihrer Produkte gezeigt, dazu gab es einen Flyer, der die für sie potenziell 150 wichtigsten Aussteller (international) auflistete, – und praxisnahe Vorträge von Referenten, mit denen man sich später auch noch individuell zum Speed-Coaching verabreden konnte. Das Fazit von Christian Ulrich, Director Marketing der Spielwarenmesse®, fällt eindeutig aus: „In diesem Jahr konnten wir vor allem einen deutlichen Anstieg von Fachbesuchern aus dem deutschen und europäischen Buchhandel verzeichnen, was uns besonders freut“, betont er. „Immer mehr Buchhändler erkennen Spielwaren als attraktive Bereicherung, um lukrative Zusatzumsätze zu generieren.“

Buch und Spielfigur Petterson und Findus

Zu den Buchhändlern, die sich Anregungen auf der Sonderfläche und bei den Vorträgen holten, gehörte zum Beispiel Barbara Jansen, Regionalbetreuerin Süd-West bei Buchwert. Der Verbund vertritt derzeit rund 190 Buchhandlungen (an etwa 300 Standorten), unterstützt seine Mitglieder im Alltag und will dies künftig auch mit Blick auf Spiele und Spielwaren tun. Der Rundgang über die Messe, die Vorträge: All das habe sie noch einmal sehr darin bestärkt, die Themen für die Verbundgruppe neu zu gewichten, sagt Jansen. „Spiele können Buchhandlungen bereichern und haben das Potenzial, zusätzliche Zielgruppen anzusprechen“, daran werde man in nächster Zeit verstärkt arbeiten. Jansen zufolge entwickelt Buchwert für seine Mitglieder gerade eine Broschüre, die Know-how für das Geschäft mit Spielen und Spielwaren bündelt und möchte für das Projekt auch einige seiner Partnerverlage ansprechen, von Coppenrath bis Ravensburger.

Fakten zum Buchmarkt

  • Umsatz im Gesamtmarkt 2017: 9,13 Mrd. Euro
    davon im Sortimentsbuchhandel: 4,3 Mrd. Euro (ca. 47 Prozent)
  • Umsatzentwicklung im Buchhandel 2018: + 0,1 Prozent
  • Lieferwege: Spiele und Spielwaren kaufen Buchhandlungen auch direkt bei Herstellern ein, oft nutzen sie jedoch auch den Zwischenbuchhandel. Bei allen Barsortimenten der Branche gehören die Segmente mittlerweile fest zum Programm.
  • Spiele-Umsatz im Sortimentsbuchhandel: Dazu hat Media Control Anfang 2019 zum ersten Mal Zahlen vorlegt – ein Novum. Das Umsatzvolumen für Spiele beziffern die Marktforscher auf rund 68,5 Millionen Euro jährlich. Spielwaren werden von ihnen nicht erfasst.

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