Spielwarenmesse: Weihnachts­kataloge: neue Trends in der Kommuni­kation

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Weihnachts­kataloge: neue Trends in der Kommuni­kation

von Maria Costa

In vielen Ländern spielen die in der Vorweihnachtszeit alljährlich erscheinenden Spielzeugkataloge eine wichtige Rolle. Und natürlich spiegeln sich dort sowohl gesellschaftliche Veränderungen als auch Markttrends wider. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die wichtigsten Kommunikationsstrategien, die der Handel im letzten Jahr in seinen Weihnachtskatalogen eingesetzt hat.

Tu lado mágico-App und Katalog von El Corte Inglés
Tu lado mágico-App und Katalog von El Corte Inglés

Einer der wichtigsten Trends überhaupt ist, dass Kataloge nicht mehr nur ein Medium sind, mit dem Hersteller und Einzelhändler ihre Produkte anpreisen, sondern jetzt auch Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit bieten, mit Marken zu interagieren. Zu diesem Zweck nehmen Spielzeugunternehmen zum einen bestimmte Features wie z.B. Spielangebote (in der Regel Ausmalbilder, Sticker, Ausschneidesachen usw.) in ihre Kataloge auf und nutzen zum anderen die neueste AR-Technologie.

Kataloge werden zunehmend interaktiv

Auch früher gab es in den klassischen Weihnachtskatalogen schon bestimmte Seiten mit Spielen für Kinder. Was dem Leser aber heutzutage an Innovationen im Bereich Grafik und spielerisches Potenzial geboten wird, übertritt alles bisher Dagewesene.

So animiert die Tu lado mágico-App der spanischen Kaufhauskette El Corte Inglés die Kinder z.B. dazu, im Katalog Ausschau nach bestimmten Icons zu halten. Diese können dann mithilfe einer App eingescannt und mit einem Selfie kombiniert werden, sodass sich die Kinder in ihre Lieblingsfigur verwandeln können.

Ein weiteres Beispiel ist der letzte Weihnachtskatalog von Imaginarium, der Basteltipps enthielt, mit denen den Lesern gezeigt wurde, wie sich die angebotenen Spielsachen noch einsetzen lassen.

Bastelseiten im Imaginarium-Katalog
Bastelseiten im Imaginarium-Katalog

Mit Zusatzinfos und Vorschlägen für eine Erweiterung der Verwendungsmöglichkeiten von Produkten kann der Handel potenzielle Käufer und die Eltern von heute sehr gut ansprechen.

Auch Kataloge nutzen die neuste Technologie

Ein weiterer Weg, mit dem der Einzelhandel für mehr Interaktivität in den Katalogen sorgt, ist der Einsatz neuer Technologien. So hat die Augmented Reality bereits Einzug in zahlreiche Weihnachtskataloge gehalten.

Der französische Einzelhandelsriese Carrefour setzt bereits seit 2015 auf Augmented Reality (AR) in seinen Katalogen. Mithilfe einer App können die Kunden die im Katalog präsentierten Produkte scannen und sich AR-Bilder davon anzeigen lassen. Daneben enthält die App Spiele und ermöglicht es dem Kunden, sich AR-Darstellungen im Geschäft anzeigen zu lassen. Auch detaillierte Produktbeschreibungen können über die App aufgerufen werden, die nicht zuletzt den Onlinehandel stimulieren soll.

Die Carrefour Land-App mit Augmented Reality-Features
Die Carrefour Land-App mit Augmented Reality-Features

Auch Carrefour-Konkurrent Auchan Retail setzte in seinem letztjährigen Weihnachtskatalog auf Augmented Reality. Mithilfe einer App konnten Kinder ihren Wunschzettel erstellen und sich den Weihnachtsmann und andere weihnachtliche Figuren mit den gewünschten Spielsachen anschauen.

Auchan-Weihnachtskatalog in 3D

Der Online-Riese Amazon will seinerseits Kapital aus der Insolvenz von Konkurrent Toys‘R’Us schlagen und plant ebenfalls die Auflage eines Weihnachtskatalogs. Es bleibt abzuwarten, welche Technik Amazon einsetzen wird, um das Einkaufserlebnis seiner Kunden noch weiter zu verbessern.

Gesellschaftlicher Wandel findet auch in Katalogen seinen Niederschlag

Auch gesellschaftliche Themen wirken sich auf die Gestaltung von Katalogen aus. Aufgrund der Aktivitäten einer Vielzahl von internationalen Organisationen und Unmengen von Kommentaren in den sozialen Medien legt der Einzelhandel großen Wert auf die Gestaltung seiner Kataloge und achtet jetzt darauf, dass die gezeigten Spielsachen für Kinder jeglicher Couleur geeignet sein müssen. Daher werden Spielsachen nicht mehr geschlechtsspezifisch beworben und Kinder unterschiedlicher ethnischer Herkunft abgebildet. Auch behinderte Kinder sind jetzt häufiger zu sehen.

Diese Strategie ist nicht nur für die Gesellschaft als solche, sondern auch für den Handel vorteilhaft. Vorreiter in diesem Bereich ist seit 2012 u.a. das schwedische Unternehmen Top Toy. Aber auch der spanische Spielwarenvertrieb Toy Planet achtet seit 2015 auf eine geschlechtsneutrale Gestaltung seines Katalogs und hat damit sowohl in den Nachrichten als auch auf verschiedenen Social Media-Seiten für einigen Wirbel gesorgt.

Bild im Top Toy Katalog 2012
Bild im Top Toy Katalog 2012
Bild im Top Toy Katalog 2017
Bild im Top Toy Katalog 2017

Viele große Unternehmen wie Target (USA), Vedes (Deutschland), El Corte Inglés (Spanien) oder Carrefour (Frankreich) sind bestrebt, ihre Produkte weniger stereotyp zu präsentieren. Die Richtung stimmt also, aber dennoch gab es auch 2017 in vielen Katalogen noch jede Menge an stereotypen Werbebildern, worauf z.B. die britische Kampagne „Let toys be toys“ hingewiesen hat.

Interaktion mit den Marken ist das A und O

Wenn man sich die Weihnachtskataloge des Jahres 2017 ein bisschen genauer anschaut, fallen einem folgende Trends auf: Die Kataloge sind technisch sehr viel ausgereifter und sprechen so auch die Kinder von heute an. Es wird weniger mit Stereotypen gearbeitet und stärker auf Inklusion geachtet, um auch für die Eltern ansprechend zu sein und schlechte Publicity zu vermeiden. Das Motto, das sich dahinter verbirgt: Kataloge sind mehr als ein Medium zur Präsentation von Produkten – sie ermöglichen eine Interaktion mit dem Kunden, die auf spielerische Art und Weise stattfindet.


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