Spielwarenmesse: Warum sich der Spielwarenmarkt in Australien & Neuseeland lohnen könnte

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27. September 2017 / Markt

Warum sich der Spielwarenmarkt in Australien & Neuseeland lohnen könnte

von Steve Reece /  Kommentare anzeigen

Australien und Neuseeland werden oft von der Spielzeugindustrie vergessen, wenn man die englischsprachigen Märkte ins Visier nimmt. Dabei wäre Downunder für Spielzeugproduzenten, die in den USA, Kanada oder Großbritannien erfolgreich sind, ein leichtes Spiel, das nicht einmal größeren Zusatzaufwand oder Investitionen nach sich zieht.

In unserer Branche denken wir typischerweise zuerst an unsere Heimatmärkte und als zweites an den großen amerikanischen Markt. Alles andere gilt als netter Zusatznutzen. Natürlich macht dieser Ansatz wirtschaftlich Sinn: Wir müssen uns zuerst auf unser Geschäft vor der eigenen Haustüre konzentrieren, weil es schwierig ist, ohne den Heimatmarkt erfolgreich im Verkauf zu sein.

Dann haben die USA Vorrang, weil sie der mit großem Abstand wichtigste Spielzeugmarkt weltweit sind und dementsprechend Umsatzpotenzial haben. Im Vergleich zu Amerika erscheint der australische und neuseeländische Markt dagegen klein und weniger wichtig, obwohl er viel geschäftliches Potenzial bietet.

Erweitern Sie den Markt für englischsprachige Lizenzen

Wenn man sich die öffentlichen Marktstatistiken anschaut, macht der australische Spielzeugmarkt um die 30% des britischen Spielzeugmarkts aus, ist also nicht allzu groß. Dafür ist er aber auch einfach zu gewinnen – wie ein tiefhängendes Obst, das nur noch gepflückt werden muss. Wenn Sie zum Beispiel eine gute Produktlinie haben, die auf einer Lizenz aus dem englischsprachigen Raum basiert, dürfte diese Lizenz auch in Australien funktionieren. Vielleicht werden die Inhalte nicht genau zur gleichen Zeit gebracht oder die Wachstumskurve verläuft etwas anders, aber typischerweise werden die Sprecherstimmen dieselben sein und somit auch die Spielzeuge.

Für trendbasiertes Spielzeug gibt es dagegen keine Erfolgsgarantie in Downunder. Wenn ein Spielzeug dagegen in einem Land einmal so richtig in ist, dann lässt sich dieser Erfolg in der Regel auch auf die südliche Hemisphäre übertragen.

Die Medien sind der nächste Grund, warum der Markt in Australien und Neuseeland für international tätige Spielzeughersteller so leicht zu erobern ist. Für englischsprachige Verbraucher gehört YouTube zu den wichtigsten Suchmaschinen und ist weltweit die wichtigste Plattform für Filme im Netz. Deswegen können „Webisoden“, die für den Launch eines Spielzeugs eingesetzt werden, in mehreren englischsprachigen Ländern gleichzeitig genutzt werden. Zwar sind Australien und Neuseeland geografisch gesehen am Ende der Welt und es ist sehr schwer, dort hinzukommen, aber die Kids konsumieren dort die gleichen Medien wie in Europa. Vielleicht unterscheiden sich die Kanäle, aber der Content bleibt der gleiche.

Zwei Mal Hochsaison – Weihnachten im Sommer und Winter im Juli

Der Einzelhandel in Australien gleicht dem in den USA – es gibt eine kleine Anzahl an Generalisten, die den höchsten Marktanteil innehaben. Big W, Kmart und Target sind in Australien die größte Plattform für Spielzeug. Das ist zwar nicht einmal die Hälfte des Gesamtmarkts, aber diese drei Anbieter sind auf jeden Fall die interessantesten Verkaufskanäle. Toys R Us gibt es in Australien zwar und auch andere Warenhäuser wie David Jones sind vertreten, deren Rolle ist aber bei weitem nicht so wichtig wie in anderen Märkten.

Ein weiterer Schlüsselfaktor für den Einzelhandel ist der Jahreszeitenwechsel in der südlichen Hemisphäre – Weihnachten wird dort im Sommer gefeiert. Deswegen gibt es in Australien zwei Hochsaisons für Spielzeuge: zum einen die Weihnachtszeit, und zum anderen die Winterkatalogsaison im Juni/Juli.

Wissenswertes über Australien und Neuseeland kompakt

  • Australien ist groß und Logistik ist wichtig – stellen Sie sich ein Amerika vor, das im Landesinneren viel weniger entwickelt ist und viel weniger geschäftliche Chancen bietet!
  • Der zweite wichtige Faktor wird einem in der Regel klar, wenn man mit einem australischen Unternehmen geschäftlich zu tun hat. In der Spielzeugindustrie kennt man die Herausforderungen der Zeitverschiebung zwischen Europa und den USA oder Europa und Hongkong/China. Das ist aber gar nichts im Vergleich zu Australien, wo der Unterschied auch schon einmal 12 Stunden betragen kann. Das ist zwar praktisch, wenn man es eilig hat und abends bei Büroschluss eine Aufgabe nach Australien vergibt, die dann am nächsten Morgen erledigt ist. Anders herum kann das natürlich schwierig sein, weil man dann häufig ganz früh am Morgen angerufen wird, wenn in Downunder etwas unbedingt fertig werden muss.
  • Lehrgeld muss man auch zahlen, wenn man sich nicht vergegenwärtigt, dass Neuseeland zwar viel weniger geschäftliche Chancen als Australien bietet (der Markt dort macht 10-15% des australischen Volumens aus), es sich aber um zwei voneinander unabhängige, stolze Länder handelt. In Neuseeland sieht man es gar nicht gern, dass man mit dem Nachbarn Australien einfach in einen Topf geworfen (oder noch schlimmer verwechselt) wird, nur weil es wirtschaftlich so einfacher zu handhaben oder generell bequemer ist.

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Autor dieses Artikels:

Steve Reece, CEO Kids Brand Insight

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