Spielwarenmesse: Spielzeug- und Modewelt gehen auf Tuchfühlung

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Spielzeug- und Modewelt gehen auf Tuchfühlung

von Maria Costa

Mode und Spielzeug haben nichts miteinander zu tun? Das Gegenteil ist der Fall, denn heutzutage beeinflussen sich die beiden scheinbar so unterschiedlichen Branchen wechselseitig mehr denn je. Die wichtigsten Modelabel haben Kinder als zukunftsträchtige Zielgruppe identifiziert und arbeiten mit renommierten Spielzeugunternehmen bei der Erstellung innovativer Kleidung und sogar von Spielzeugen zusammen. Gleichzeitig schaut man in der Spielzeugbranche mehr als je zuvor auf die Modebranche, weil man sich von dort neue Inspirationen erhofft. 

Inspirationsquelle und gleichzeitig neue Zielgruppe – Kinder und das Modebusiness

Modemarken schauen sich gerne von speziell für Kinder entwickelten Produkten etwas ab, um frischen Wind in ihre Erwachsenenkollektionen zu bringen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Legends and Fairy Tales-Kollektion, die Karl Lagerfeld 2016 zum 90. Geburtstag des Fendi-Labels auf der Grundlage des von Kay Nielsen illustrierten Klassikers mit skandinavischen Märchen „Östlich der Sonne und westlich des Mondes“ kreiert hat.

Diese atemberaubend schöne Kollektion ist ein Beispiel dafür, wie sich Modedesigner durch alle möglichen Kinderprodukte kreativ inspirieren lassen.

Halloween Angebot von H&M

Inspiration ist die eine Sache, aber immer mehr Schwergewichte aus der Modewelt haben in den letzten Jahren begonnen, sogar eigene Kinderlinien zu entwickeln. Das gilt für alle Segmente – von der Haute Couture wie Gucci oder Versace bis zum Mainstream wie Primark oder Zara. Es steht außer Frage, dass Kinder zu einer wichtigen Zielgruppe in der Modebranche geworden sind.

Nur Textilien zu designen reicht vielen Modemachern allerdings nicht mehr aus. Sie expandieren immer weiter und werden so zu direkten Konkurrenten für die Spielwarenbranche. H&M geht z.B. mit einer Linie an den Start, die zu Halloween als Kostüm, aber auch sonst gut getragen werden kann. Und nicht nur bei H&M gibt es mittlerweile Haarbänder mit Ohren, Zauberstäbe und andere Accessoires, die dem täglichen An- und Umziehen eine spielerische Note verleihen.

Die Modebranche hat mittlerweile auch Spielwaren im Sortiment

Manche Textilfirmen sprechen Kinder direkt an, indem sie Spielzeug produzieren. So entwickelte Dolce&Gabbana 2017 die DG Family Toys mit den Labelgründern Domenico Dolce und Stefano Gabbana als Spielfiguren. Balenciaga verkauft exklusiv über Colette eine Linie mit Kuscheltieren, und auch Burberry, Prada oder Givenchi bieten Stofftiere, Holzspielzeug oder Figuren mit ihrem Logo an.

Spielzeugunternehmen kooperieren mit Modemarken

Die Mode dringt also in unser Revier vor, aber das gilt umgekehrt genauso. Barbiepuppen werden schon seit vielen Jahren von namhaften Modedesignern angezogen und mit Accessoires ausgestattet, wie z.B. Christian Dior (1995), Givenchy (2000), Giorgio Armani (2003), Versace (2004), Carolina Herrera (2005), Moschino (2015, 2016) und Oscar de la Renta (2016). Und auch das Outfit vieler Vinyl-Figuren wurde schon von bekannten Modelabels  entworfen. So erreicht der von Coco Chanel designte Bearbrick auf Auktionen teilweise vierstellige Europreise. Rick Owens, Versace und andere Designer haben für ein Wohltätigkeitsprojekt exklusive Ausgaben von My Little Pony (Hasbro) kreiert.

Es gibt zahlreiche andere spannende Möglichkeiten, mit der Modebranche zusammenzuarbeiten. So hat z.B. Steiff 2010 Karl Lagerfeld-Teddybären in einer Auflage von 2.500 Stück produziert. Die Aktion war so erfolgreich, dass man letztes Jahr ein neues Projekt startete und die Katze der Designlegende Choupette als Plüschtier auf den Markt brachte.

The Karl Lagerfeld Bear

Ein weiteres Beispiel ist Charlotte Olympia, eine britische Luxusschuhmarke, die 2013 mit ihrer Incy-Kollektion eine Linie für Mädchen auf den Markt gebracht hat. In Zusammenarbeit mit Crayola wurde u.a. ein Modell entwickelt, das mit Stiften von Crayola dekoriert werden kann.

Incy Cool Cat Crayola, Charlotte Olympia
Incy Cool Cat Crayola, Charlotte Olympia

Wechselseitige Inspiration

Die Welt der Kinder liefert auch den bekanntesten und besten Modedesignern immer wieder Inspirationen. Gleichzeitig gelten Kinder als hoch interessante Zielgruppe in der Modebranche. Die Spielzeughersteller sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Inspiration aber auch in die andere Richtung gehen kann und stets ein Auge auf die Modebranche haben. Denn die Modedesigner und ihre Marken können für uns wertvolle Ideengeber sein, wenn wir Spielzeug entwickeln wollen, das die doch sehr modeaffine Zielgruppe von heute auch wirklich anspricht.


Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar und stimmt nicht notwendigerweise mit der Meinung der Spielwarenmesse eG überein.

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Autor dieses Artikels:

Maria Costa, AIJU

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