Spielwarenmesse: Spielzeug weltweit – alle spielen das Gleiche, oder?

Sprache wählen

 

Internationale Kinder Hand in Hand
  Lizenzen

Lizenzen

Spielzeug weltweit – alle spielen das Gleiche, oder?

von Axel Dammler

Egal wohin man auf unserer Erde schaut: Eigentlich spielen Kinder doch überall gleich. Mädchen lieben ihre Puppen, Jungs stehen auf coole Autos, gefährliche Dinosaurier oder mächtige Raumschiffe – da wundert es nicht, dass der Spielzeugmarkt zu einem globalen Business geworden ist.  Die großen Parallelen entstehen aber auch nicht zufällig: Spielen ist schließlich kein Spaß, sondern die wichtigste "Arbeit", die Kinder zu erledigen haben. Sie erlernen durch das Spielen all die Fähigkeiten, die man als erwachsener Mensch braucht – von motorischen Fähigkeiten bis hin zu sozialer Kompetenz.

Spielen unterscheidet sich von Land zu Land

Trotzdem gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Ländern – "one size fits all" funktioniert oft einfach nicht. Denn neben dem natürlichen (und universell gleichen!)  Spieltrieb  der Kinder kommen auch die spezifische Kultur der Länder, die jeweilige Medienlandschaft, aber auch das Wertesystem ins Spiel.  Fast alle Nationen haben z.B. über die Jahrhunderte eigene visuelle Traditionen entwickelt, und diese Traditionen prägen noch heute, was man als schön empfindet. Man muss sich nur die Kinderbücher in verschiedenen Ländern ansehen um zu verstehen, was hier gemeint ist. Das Spielzeug mag dann zwar prinzipiell das Gleiche sein, doch es sieht von Land zu Land etwas anders aus. Wie soll z.B. das Gesicht einer Puppe aussehen oder welche Farbgebung bzw. Materialien sind gefragt? Soll es bunt und knallig sein oder mag man es lieber aus natürlichem Holz?

Spielzeug muss unterschiedliche Anforderungen erfüllen

Doch es geht nicht nur um Äußerlichkeiten, sondern auch um das, was das Produkt tatsächlich kann. Ein anderer, sehr wichtiger Faktor ist nämlich der Erziehungsstil der Eltern und damit die Frage, was man eigentlich vom Spielzeug erwartet, welche Funktionen es für das Kind haben soll. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Ländern, die historisch bedingt sein können, aber auch im nationalen Bildungssystem ihre Ursache haben: Soll das Produkt einfach nur Spaß machen und unterhalten oder soll es dem Kind etwas beibringen und es vielleicht sogar fordern bis hin zum Ausgleich wahrgenommener Defizite in der Schule? Werte wie Leistungsorientierung, Kreativität oder auch Geschlechterrollen werden in der Gesellschaft geprägt und finden sich dann fast zwangsläufig auch im Spielzeug der Kinder wieder.  Dabei geht es bei weitem nicht nur um Lernspielzeug, sondern z.B. auch ganz banal um die Frage, ob eine Puppe interaktiv sein und das Kind stimulieren und einzelne Spielroutinen gezielt anregen soll, oder ob das Kind damit ohne Vorgabe und nur geleitet von der eigenen Kreativität spielen soll. 

Manche dieser Aspekte lassen sich noch über unterschiedliche Verpackungsgestaltungen ausgleichen, die dann jeweils andere, für das einzelne Land passende Vorteile ausloben (wobei das in unserer globalisierten Wirtschaft oft auch schon nicht mehr möglich ist). Andere Kriterien führen dagegen für komplett andere, länderspezifische Anforderungen und sorgen dafür, dass eben nicht jedes Spielzeug überall verkauft werden kann, obwohl es vordergründig zu den Spielbedürfnissen aller Kinder auf dem Globus passt.

Größte länderspezifische Unterschiede bei Spielzeug für die Kleinen

Wir stellen in unseren Studien fest, dass sich die Unterschiede durch die globalisierte, von wenigen großen Konzernen dominierte Toy – und Medienlandschaft langsam verringern, die Notwendigkeit zur Nationalisierung bleibt aber ein wichtiger Faktor im Spielzeugmarkt. Und dies gilt umso mehr, je jünger die Kinder sind: Gerade im Infant- und Pre-school-Bereich sind die Unterschiede am größten, während ältere Kinder zunehmend durch die großen Medien- und Toy-Franchises geleitet werden.


Besuchen Sie das Toy Business Forum auf der Spielwarenmesse® 2019. Dort gibt der Referent Axel Dammler, Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens iconkids&youth, am Freitag, den 1. Februar 2019 um 13.00 Uhr im Vortrag „Playing around the globe“ detailreiche Einblicke in die Länderstudien zu Spielzeug in der immer globalisierteren Welt.

Newsletter

Bleiben Sie immer bestens informiert über Trends und Entwicklungen der Spielwarenbranche. Abonnieren Sie einen Newsletter der Spielwarenmesse®.

 

Newsletter

Bleiben Sie immer bestens informiert über Trends und Entwicklungen der Spielwarenbranche. Abonnieren Sie einen Newsletter der Spielwarenmesse®.