Spielwarenmesse: Spielzeugdesign: Produkt­gestaltung und Präsentation

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Spielzeugdesign: Produkt­gestaltung und Präsentation

von Eva Stemmer und Jörg Meister

In einer vierteiligen Serie verfolgen wir exemplarisch den Weg eines Produktes - Von der Analyse der Zielgruppe bis zur Serienreife. Die vorhergehenden beiden Teile beleuchteten sowohl die Zielgruppe der Produkte, also Eltern wie Kinder, als auch das Produkt und dessen Eigenschaften in Bezug auf Nutzerschaft und Herstellung. In diesem dritten Teil nun soll die Umsetzung der Produktgestaltung bis hin zur angemessenen Präsentation auf der Ladenfläche betrachtet werden.

Von der Zeichnung zum Produkt

Abhängig vom Material, sind nach der Scribble- und Konzeptphase unterschiedliche Herangehensweisen bei der Entwicklung von Produkten sinnvoll:

  • Textile Produkte durchlaufen die Schnittkonstruktion und sind verhältnismäßig schnell und ohne große Werkzeugkosten produktionsreif.
  • Holzprodukte bedürfen ebenfalls nur weniger Werkzeuge, wodurch sowohl der Kostenrahmen als auch die Entwicklungszeit attraktiv ist.

Anders verhält es sich allerdings bei Produkten mit Kunststoff- oder Metallteilen. Sie werden zunächst dreidimensional modelliert - wobei Design und Konstruktion oft Hand in Hand gehen und sich gegenseitig bedingen.

Nach Überprüfung von Konstruktion und Dimension mittels Prototypen unter Beachtung der sicherheitsrelevanten Einschränkungen (dieser Prozess durchläuft oftmals mehrere Schleifen, in denen das Produkt immer wieder optimiert und angepasst wird), werden die Daten an den Werkzeugbau übergeben.

Parallel hierzu ist es sinnvoll, eine dem Produkt und der Marke entsprechende Marktplatzierung und -einführung zu konzipieren:

  1. Es gilt zu klären, welche mediale Unterstützung und Platzierung sinnvoll, möglich und im Rahmen des Budgets liegt. Dementsprechend muss das Packaging gewählt werden.
  2. Auch über die Optionen einer alternativen Platzierung (Insel, Sonderfläche, Thekendisplay,…) und die Möglichkeit von „Hands on“ und Produktdemonstrationen sollte hier bereits bedacht werden.
  3. Die Präsentation ist natürlich auch bedingt durch die Art der Kundenansprache: Emotionalisieren die Produkte durch ihre Formgebung? Oder emotionalisieren sie vor allem in Verbindung mit der grafischen Ausgestaltung? Vielleicht auch durch die Verknüpfung mit einem Lizenzthema, das den entsprechenden Mehrwert schafft?

Das Ganze basiert natürlich immer auf dem Abgleich mit dem „relevant set“ des Kunden, sowohl preislich als auch in Bezug auf das Markenspektrums der Produktkategorie.

Das Produkt alleine ist nicht alles

Nicht jedes gut gestaltete Produkt findet aber die Menge an Kunden, die es verdienen würde. Das hat verschiedene Gründe: Neben Preis, Markenbekanntheit und Erhältlichkeit liegt die Ursache meist der Gestaltung von Packung und Markenauftritt sowie in der Positionierung. Zumindest im stationären Handel. Dort sind Verpackungen und gegebenenfalls Displays schließlich die Elemente, mit denen der Kunde als Erstes in Berührung kommt. Daher muss die Packung Wertigkeit, Aussage, Emotionalität und Spielwert des Inhaltes sowie der Marke nach außen tragen.

Für neue Marken und Kategorien empfehlen sich oft auch überraschende Platzierungen im Laden.
Beispielsweise in Form von Inseln oder in Kombination mit gestalterisch oder funktional passenden Artikeln, anstelle von unübersichtlicheren Wand- oder Regallösungen.

Kunden lassen sich gerne überraschen und durch den Laden leiten. Sie entdecken gerne und lassen sich faszinieren von Zusammenhängen, die sie so vorher nicht wahrgenommen haben. Marken, die aus gewohnten Umfeldern gelöst präsentiert werden, heben sich ab und prägen sich bei Kunden eher ein. Und wenn dann noch der Preis im relevant set des Kunden liegt, dann steht dem Kauf wohl nichts mehr im Wege.

Wertigkeit und Eigenschaften vermitteln: Produkte und Packungen

In unserem Fall der Greiflinge und Spielzeuge für Babys und Kleinkinder im mittleren bis gehobenen Preissegment sollen folgende Werte vermittelt werden:

  • Die Produkte sind in Deutschland hergestellt.
  • Besonderes Augenmerk liegt auf Produktsicherheit und „Erlebniswert“ für das Kind durch unterschiedliche Materialien, Haptiken und Texturen.
  • Die Packungen der neuen Marke „little big things“ sind konzipiert für moderne Familien, die Wert auf hochwertige Babyartikel - als Geschenk oder zur Eigenverwendung - legen.

Der letzte Teil der Serie wird sich mit dem Thema Produktsicherheit und -prüfung sowie mit dem eigentlichen Markenauftritt des Produktes befassen. Seien Sie auf das Endergebnis gespannt!

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