Spielwarenmesse: Spielzeugdesign: Von der Idee zum fertigen Spielzeug

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Spielzeugdesign: Von der Idee zum fertigen Spielzeug

von Eva Stemmer und Jörg Meister

Jedes Jahr werden unzählige Neuheiten im Spielwarensegment präsentiert. Bevor ein neues Produkt der breiten Öffentlichkeit gezeigt werden kann, durchläuft es aber in der Regel eine lange Reihe von Stationen. Meist verläuft dieser Prozess in Schleifen, in denen man sich Stück für Stück dem endgültigen Produkt nähert. In einer vierteiligen Serie verfolgen wir exemplarisch den Weg eines Produktes - von der Analyse der Zielgruppe bis zur ersten Präsentation.

Am Anfang steht - der Kunde

Natürlich müssen neue Produkte beim Handel gut ankommen und dem Hersteller „Spaß machen“. Allerdings steht bei der Entwicklung eines neuen Spielzeuges zunächst der Konsument im Vordergrund. Doch wer ist der Konsument eigentlich?

Anders als in anderen Branchen gibt es in der Spielzeugindustrie eine ganz entscheidende Herausforderung: der Endverbraucher ist nicht zwingend auch der Kaufentscheider. Und der wiederum ist nicht unbedingt der Käufer. Gekauft von Eltern, und als Geldgeber oft auch Großeltern im Hintergrund (bei großen Anschaffungen), müssen Produkte vor allem Kinder überzeugen können. Daneben muss das Produkt auch die kritische Prüfung der Händler, des Einkaufes und des Verkaufspersonals auf der Fläche bestehen.

Am Anfang der Überlegung, welche Produkte den Markt erobern dürfen, steht also der letztendlich über den Kauf bestimmende Konsument.

Kunden verstehen

Es gilt also zu definieren, wer dieser Konsument ist:

  • Womit umgibt er sich gerne?
  • Was ist er bereit auszugeben?
  • Welche Wünsche hat er an ein Produkt und welchen Werten muss dieses gerecht werden?
  • Entscheidet das Kind selbst oder treffen Eltern, Großeltern und Schenker die Kaufentscheidung?
  • Müssen als Kaufargument also eher Kinderwünsche oder im gleichen Maße Erwachsenenwünsche im Fokus stehen?

Um Kunden und ihre Wünsche zu verstehen, sollten Hersteller wie Händler deren Lebensrealität kennen. Hilfreich ist es, sich dafür dort zu tummeln, wo auch die Kunden unterwegs sind. Und mit wachsendem Anteil ist dies neben der dinglichen Welt auch die virtuelle Welt in Form von Blogs, Social Media und Shops.
Das Nachvollziehen des Kundeninteresses könnte man ganz gut mit dem Lesen von Fährten vergleichen: Man beobachtet, wo sich Kunden aufhalten, analysiert, weshalb sie das tun und in welche Richtung sie von dort aus wieder aufbrechen. Aus den hinterlassenen Spuren lassen sich schließlich wertvolle Schlüsse ziehen.

Es sind Schlüsse über gesellschaftliche Themen, aber auch über Trends und Lebensrealitäten der Kunden, die wiederum in einer gegenwärtigen und künftigen Produktwelt münden.

Aufbereitet in Form von „mood boards“ lassen sich diese Erkenntnisse sehr plakativ darstellen. So kann man Nutzergruppen in Form eines „Look and Feel“ umreißen und erhält die Basis für neue Ideen und Produkte.

Beispielhaft möchten wir in diesem Mood Board die Zielgruppe Baby / Kleinkind näher betrachten. Wir legen ein mittleres Preisgefüge, einen höheren Stellenwert von Qualität und Nachhaltigkeit, sowie den Vertriebsweg „Fachhandel / Boutique“ mit entsprechender Käuferschaft zugrunde. Das Ziel, die angesprochene Personengruppe für eine neue Produktlinie in diesem Segment zu ergründen, soll für ein besseres Verständnis verbildlicht werden.

Das Produktsortiment bedient den Bereich „frühkindliche Sinneswahrnehmungen“ - also Babyspielsachen mit sensorischem Lernwert.

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse steigen wir in der folgenden Ausgabe den kreativen Prozess ein: Erste Produkt-Ideen unter Betrachtung von Spiel- und Lernwert, kindlichen Bedürfnissen, Nachhaltigkeit, Produzierbarkeit und Normen.

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