Spielwarenmesse: So begleiten Spielwarenanbieter Familien in der Corona-Pandemie

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So begleiten Spielwarenanbieter Familien in der Corona-Pandemie

von Maria Costa

Überall sind die Geschäfte geschlossen und viele Menschen auf der ganzen Welt sind mehr oder weniger stark von Lock-Downs betroffen. Schwierige Zeiten für die Spielzeugbranche. Allerdings kann die Corona-Krise auch Innovationen hervorbringen und sogar Umsätze steigern.

Ohne Frage durchleben wir und insbesondere unsere Kinder aktuell eine schwierige Zeit. Aber es gibt auch Gutes zu vermelden:

  • Kinder haben mehr Zeit als je zuvor zum Spielen.
  • Familien verbringen sehr viel Zeit miteinander.
  • Eltern sind auf der Suche nach Möglichkeiten, wie sich ihre Kinder selbst beschäftigen können, ohne dabei vor dem Bildschirm zu sitzen (vor allem dann, wenn sie im Home Office sind).

Für viele Familien sind Spielsachen also ein natürlicher Verbündeter. Dadurch entsteht für die Spielwarenindustrie die Chance, Strategien in die Wege zu leiten, mit denen das Geschäft weitergehen und vielleicht sogar zusätzlich angekurbelt werden kann.

Attraktive Schnäppchen und kostenfreie Lieferung im Online-Handel

Durch den Ausfall des stationären Handels verzeichnet der Onlinehandel ordentliche Umsatzzuwächse. Einige Hersteller lassen sogar wissen, dass ihre aktuellen Online-Umsätze an die der Weihnachtszeit heranreichen.

The Entertainer bietet Rabattaktion

Um Umsatz zu machen, bieten Hersteller und Händler Sonderkonditionen an, die den Einkauf möglichst attraktiv machen sollen. Die Auslieferung ist meistens kostenlos, und darüber hinaus winken Rabatte von bis zu 50%. Außerdem werden spannende Initiativen ins Leben gerufen, wie beispielsweise von Toys 'R' Us in Kanada, wo Bleibt-Zuhause-Spielpacks verkauft werden. Einige sind bereits ausverkauft, wie z.B. das „Creative Wonder Fun Pack“.

Die Daten zeigen nicht nur einen Anstieg bei den Internetkäufen, sondern auch, dass der Onlinehandel neue Käuferschichten für sich gewinnt, die Spielsachen zum ersten Mal online erwerben. Vielleicht befindet sich unserer Branche also an einem Wendepunkt.

Verkaufen alleine reicht nicht mehr – Content ist wichtiger denn je

Content Marketing (also die Tatsache, dass man mit Inhalten gezielt Kunden anspricht und für sich gewinnt) ist wichtiger denn je. Daten zeigen, dass die Menschen mehr Zeit als sonst im Internet verbringen – zu Unterhaltungszwecken oder um sich auf dem Laufenden zu halten. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Online Content strategisch zu vermarkten. Ein paar Beispiele:

1. Anbieten von Lösungen

Es gibt Unternehmen, die Videos produzieren, die Kindern dabei helfen die aktuelle Situation zu verstehen, wie z.B. Playmobil. Andere stellen Dokumente mit Anregungen für Eltern ins Netz, wie sie ihre Kinder während der Corona-Krise beschäftigt halten können. Besonders betont wird dabei, wie wichtig Spielen für das kindliche Wohlbefinden insbesondere in dieser Zeit ist. So hat z.B. Famosa gemeinsam mit dem spanischen Technologie-Zentrum für Kinder- und Freizeitprodukte (AIJU) einen 10 Punkte-Ratgeber herausgebracht – ganz im Sinne des Mottos der Kampagne, derzufolge Spielen während der Quarantäne die Hauptbeschäftigung von Kindern sein sollte. Lego hat einen ähnlichen Ratgeber mit dem Titel „5 Play ideas from LEGO® Play Agents. Ideas to help the whole family have fun whatever time, space or toys are available!” ins Netz gestellt.

Die Reichweite dieser Initiativen stieg auch dadurch, dass einige Stars sich die Idee zu eigen machten und in den sozialen Medien Bilder veröffentlichten, auf denen ihre Kinder beim Spielen mit Produkten bestimmter Markenhersteller zu sehen waren.

2. Maßgeschneiderte Ideen für kreatives Spiel und Entertainment-Angebote

Unternehmen nutzen ihre Websites vermehrt als Plattform für Kinder und Eltern, auf denen diese sich Anregungen für Bastelaktivitäten, Vorlagen, Bilder und Videos mit neuen Spielideen herunterladen oder gleich Online-Games spielen können. Durch diese witzigen Inhalte und Aktivitäten verleihen sie ihren Produkten einen Mehrwert.

3. Förderung des sozialen Miteinanders durch Teilen von Kreationen und Stories

Einige Online-Aktionen zielen darauf ab, Kindern ein Verbundenheitsgefühl zu vermitteln - nicht nur mit ihrer eigenen Familie, sondern auch mit anderen Kindern, die sich für dieselben Spielsachen begeistern. Die Lego-Initiative #LetsBuildTogether gibt Kindern die Möglichkeit, Fotos zu teilen, auf denen zu sehen ist, wie sie Spaß mit Lego haben. Darüber hinaus gibt es jeden Tag neue Challenges und lustige Lego-Videos auf der Plattform zu entdecken.

Diese Zeiten sind für die Spielwarenbranche sowohl wirtschaftlich als auch logistisch kein Zuckerschlecken. Viele wichtige Investitions- und Entwicklungsprojekte liegen erstmal auf Eis und werden hoffentlich zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt. Vielleicht kann ich mit den vorgestellten Online-Strategien und -Aktionen ja einen Beitrag dazu leisten, dass die eine oder andere Spielzeugmarke die Durststrecke besser überwindet. Wichtig ist vor allem: Bleiben Sie aktiv und suchen Sie innovative Wege, um mit dem Verbraucher in Kontakt zu bleiben! 


Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar und stimmt nicht notwendigerweise mit der Meinung der Spielwarenmesse eG überein.

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Autor dieses Artikels:

Maria Costa, AIJU

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