Spielwarenmesse: Startups: Neue Ideen für die Zukunft der Branche

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Kind spielt mit elekronischem Spielzeug
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Startups: Neue Ideen für die Zukunft der Branche

von Peter Thomas

Kinder sind neugierig und sie haben jede Menge Lust, neue Dinge auszuprobieren. Eigentlich nur zu verständlich, dass Startups und andere junge Unternehmen mit pfiffigen Produktideen bei dieser dynamischen Zielgruppe Erfolg haben. Das gilt gerade auch für elektronische Spielwaren, dem Marktsegment mit Schwerpunkt auf Programmierung, Robotik und digitale Steuerungen.


Denn das sind schließlich Technikwelten, in denen Startups punkten, wie man sie aus dem Bereich der digitalen Kommunikation und Medien kennt. Für den deutschen Markt sagt dazu die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, im Deutschen Startup Monitor 2018: „Die rasant steigende Zahl von Startups zeigt, dass die Startup- und Gründerszene im Kontext der Digitalisierung zunehmend an Bedeutung gewinnt“.

Das Phänomen erfolgreicher Digital-Startups ist aber ein weltweites. Das macht auch die Spielwarenmesse klar: Jeder Besuch der Aktionsfläche Tech2Play in Halle 4A der Messe Nürnberg öffnet den Blick auf die große Vielfalt und starke Innovationskraft von Startups aus aller Welt für elektronische Spielwaren.

Mädchen Spielt mit Lernspiel-System Plugo
Lernspiel-System „Plugo“ von Play Shifu

Virtualität plus Realität

In den Produkten des jungen indischen Unternehmens Play Shifu beispielsweise verschmelzen reale und virtuelle Spielwelten zur Augmented Reality. Als Plattform für Tablet-Computer oder Smartphone hat Play Shifu das Lernspiel-System „Plugo“ vorgestellt. Nach einer erfolgreichen Finanzierungsrunde in diesem Sommer setzt Play Shifu auf den weiteren Ausbau der STEM-Lernspielwelten. Unternehmenschef Vivek Goyal beschrieb im Juli 2019 den Weg der nahen Zukunft als „unsere Reise um frühes Lernen für Kinder auf der ganzen Welt unterhaltsam und zugänglich zu machen“.

Lungufino mit Buch
Der digitale Sprachkobold Lingufino von Linguwerk GmbH.

 „Silicon Valley of India“ und „Silicon Saxony“

Gut 7.000 Kilometer liegen zwischen Bangalore, dem Hauptsitz von Play Shifu im „Silicon Valley of India“, und der sächsischen Hauptstadt Dresden. Vom Elbflorenz aus spannt sich das Innovationsnetzwerk „Silicon Saxony“. Dazu gehört die 2011 gegründete Linguwerk GmbH mit digitaler Sprachtechnologie als einem Schwerpunkt. Diese Kompetenz steckt in „Lingufino“, einem Produkt, das auf innovative Weise Lernspiel und Sprachförderung verbindet. Im Gegensatz zu cloud-basierten Sprachassistenten arbeitet Lingufino ohne Zugang zum Internet. Das bietet ein hohes Datenschutzniveau und absolute Flexibilität für den spielerischen Einsatz zum Beispiel gegen Sprachstörungen im Vorschulalter.

Auf Sprache setzt auch Tiger Media aus Hamburg mit der neuen „tiger box“, einer Streaming-Box für Hörbücher, Hörspiele und Musik. Die Inhalte lassen sich über Karten freischalten, die in die Box gesteckt werden. Die Box ergänzt die digitalen Inhalte von Tiger Media für smarte Endgeräte.

Root Robot und M.A.X.

Root Robotics aus den USA ist ein Startup aus dem Umfeld der Harvard University. Sein interaktiver „Root Robot“ führt spielerisch in die Welten des Programmierens und der Robotik ein, er lässt sich auch im Schulunterricht einsetzen. Das System überzeugt die Fachwelt: Im Sommer 2019 ist Root Robotics von iRobot gekauft worden, dem Erfinder des Staubsaugerroboters roomba und Marktführer von Haushaltsrobotern weltweit.

Root Robot

Wie hingegen ein junges Unternehmen mit seinen digitalen Ideen einen Markenklassiker übernehmen und ihm frisches Leben einhauchen kann, hat Spinmaster gezeigt. Der vor 25 Jahren gegründete kanadische Spielzeughersteller hat 2013 die legendäre Marke Meccano mit ihren technischen Konstruktionsspielzeugen übernommen. Für die Zukunft dieses 1901 von dem Briten Frank Hornby erfundenen Spielsystem steht heute zum Beispiel M.A.X. – ein interaktiver Roboter mit Sprach- und App-Steuerung, Sensorik und einer integrierten Gaming-Plattform.

Spielerisch in die Zukunft

Spielerisches Entdecken hat durch digitale Produkte eine große Zukunft. Das macht auch Roboter Marty von Robotical deutlich. Das Startup aus dem schottischen Edinburgh hat sein Lernspielzeug von 2016 bis 2017 durch eine Crowdfunding-Aktion finanziert und ergänzt das System laufend.

Auf Crowdfunding setzt auch das 2012 gegründete Londoner Startup Tech Will Safe Us: Die Hersteller von digitalen Spielzeugen wie dem micro:bit-Computer und erfrischend jungen Experimentierkästen haben gerade ein neues Projekt auf Kickstarter begonnen.

Und wie verhält es sich mit dem Spirit von Startups zu den Mädchen und Jungen in aller Welt, die ihre Produkte entdecken? Im besten Fall werden die jungen Kunden selbst einmal zu erfindungsreichen und visionären Gründern. Denn innovative STEAM-Spielsysteme bringen nicht nur die Grundlagen von Robotik, Programmieren und digitaler Technik nahe, sondern sie wecken eine Begeisterung für Technologie, die ganze Biografien prägen kann.


Dieser Artikel stellt die Meinung des Autors dar und stimmt nicht notwendigerweise mit der Meinung der Spielwarenmesse eG überein.

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Autor dieses Artikels:

Peter Thomas, Journalist

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