Spielwarenmesse: MINT-Spielzeug in Westeuropa: Chancen und Herausforder­ungen im Zuge von Corona

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MINT-Spielzeug in Westeuropa: Chancen und Herausforderungen im Zuge von Corona
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MINT-Spielzeug in Westeuropa: Chancen und Herausforder­ungen im Zuge von Corona

von Euromonitor International

Während des Lockdowns im März 2020 waren in fast allen westeuropäischen Ländern die Schulen geschlossen. Das war vor allem für Eltern, die gleichzeitig arbeiten und ihre Kinder unterrichten mussten, eine beispiellose Herausforderung. Spielzeug aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) war in dieser Situation für viele eine gute Unterstützung.

Unter edukativem oder naturwissenschaftlichem Spielzeug versteht man Spielwaren, die in erster Linie darauf ausgerichtet sind, die Kenntnisse von Kindern in Naturwissenschaften, Geografie, Geschichte oder sonstigen Schulfächern zu erhöhen. 2019 wurden in Westeuropa mit dieser Produktkategorie 378,9 Mio. Euro umgesetzt, wobei das Wachstum im Zeitraum zwischen 2014 und 2019 mit 2% etwa so hoch war wie weltweit. Das Potenzial in der Region Westeuropa ist aber noch nicht ausgeschöpft, sodass sich für Hersteller durchaus noch Chancen bieten.

Umsätze mit naturwissenschaftlichem/edukativem Spielzeug 2015-2019 in Mio. EUR
Quelle: Euromonitor International auf der Grundlage nationaler Statistiken/UN-Statistiken

COVID-19: Fluch oder Segen für MINT-Spielsachen?

Die Coronavirus-Pandemie hat die Welt in ihren Grundfesten erschüttert und Regierungen gezwungen, Lockdowns zu verhängen, um einer weiteren Ausbreitung des Virus Einhalt zu gebieten. In den meisten westeuropäischen Ländern wurden die Schulen geschlossen, was dazu führte, dass 57 Mio. Kinder im Alter zwischen 3 und 12 Jahren sich ihren Schulstoff selbstständig online aneignen mussten. Einige Eltern nahmen das Heft selbst in die Hand und entschieden sich für Home-Schooling. So einfach ist das aber nicht, besonders dann, wenn man auch noch arbeiten muss und keine pädagogische Ausbildung genossen hat.

Um ihren Kindern das Home-Schooling angenehmer und produktiver zu machen, setzten zahlreiche Eltern MINT-Spielwaren ein. Diese gefallen Kindern nicht nur optisch, sondern führen sie auch spielerisch und intuitiv an die Wissensbereiche Naturwissenschaften, Technologie und Technik sowie Mathematik heran. Denn eben diese Berufe werden laut dem OECD Better Life Index  in Zukunft in Westeuropa besonders nachgefragt sein.

Umsätze mit naturwissenschaftlichem/edukativem Spielzeug 2019-2020 in Mio. EUR
Quelle: Euromonitor International auf der Grundlage von nationalen Statistiken/UN-Statistiken

Was macht Home-Schooling eigentlich so schwierig?

Die größte Herausforderung bei der Vermittlung von MINT-Kompetenzen ist der Wettbewerb mit anderen Bildschirmaktivitäten (Tablet, Handy und TV) und die Tatsache, dass ansprechende Lernoptionen, die Kinder wirklich fesseln, dünn gesät sind. Dazu kommt, dass die Kinder von heute meist besser mit der Technik umgehen können als ihre Eltern und viele Eltern deswegen ihre Kinder kaum beim Lernprozess unterstützen können. Außerdem sind viele MINT-Spielzeuge Hightech-Produkte, was dazu führen kann, dass Eltern sich ganz zurückziehen und gar nicht einbringen, wenn ihre Kinder diese Spielsachen nutzen.

Schwierig ist es auch, Kinder dazu zu bringen, eigenständig zu lernen, besonders im Grundschulalter, in dem viel Unterstützung seitens der Lehrerinnen erforderlich ist. Trotz dieser Probleme bieten MINT-Produkte auch Chancen für die Hersteller.

Bieten Sie altersbezogene MINT-Produkte an

Kinderbot™ von Fisher-Price
Quelle: www.fisher-price.com

Eltern wissen, wie wichtig es ist, dass ihre Kinder von frühester Kindheit an MINT-Kompetenzen erwerben, sind aber auch besorgt, wenn der Nachwuchs zuviel Zeit in der digitalen Welt verbringt. Verschiedene Hersteller haben auf diese Sorge reagiert und bieten altersgruppenbezogene Produkte an, mit denen Kinder schrittweise an technische Geräte herangeführt werden. Dadurch erweitern sie gleichzeitig ihre Zielgrupe und machen aus dem Thema Home-Schooling eine Chance für weiteres Wachstum.

Der Kinderbot™ von Fisher-Price, der Marke für Kleinkinder von Mattel, bringt 3-6-jährigen einfache mathematische Konzepte, Farben und Formen näher, während der Laptop des chinesischen Herstellers VTech Schulkinder in den Bereichen Mathematik, Alphabet, Rechtschreibung, Tierkunde und Geografie unterstützt Die Themen sind auf unterhaltsame und interaktive Art und Weise aufbereitet, sodass sowohl Kindern als auch Eltern Spaß damit haben dürften.

Zahllose Möglichkeiten für Kinder aller Altersgruppen

Euromonitor International geht davon aus, dass naturwissenschaftliches/edukatives Spielzeug rund 4% des Umsatzwachstums in Westeuropa ausmachen dürfte. Wer sich ein Stück von diesem Kuchen sichern will muss darauf achten, dass sein Produkt ganz gezielt eine bestimmte Altersgruppe anspricht, denn nur so ist es möglich, den Interessen der Kinder gerecht zu werden und gleichzeitig die Fertigkeiten zu trainieren, die vermittelt werden sollen.

Quelle: Euromonitor International auf der Grundlage von nationalen Statistiken/UN-Statistiken

Dieser Artikel ist von Euromonitor International auf der Grundlage nationaler Statistiken/UN-Statistiken. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

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