Spielwarenmesse: Zündstoff für Anders­denker im Toy Business Forum 2019

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Zündstoff für Anders­denker im Toy Business Forum 2019

von Spielwarenmesse eG

Dr. Peter Kreuz ist Unternehmer, Spiegel-Bestsellerautor und Gründer der Initiative Rebels at Work. Niemand könnte besser über Innovation sprechen, über neue Perspektiven und das Brechen mit verstaubten Konventionen als er. Die Financial Times vergleicht den promovierten Sozial- und Wirtschaftswissenschafter und ehemaligen Managementprofessor der Wirtschaftsuniversität Wien mit einem Streichholz, das andere entzündet.

Für das Toy Business Forum hat die Spielwarenmesse® Dr. Kreuz als Redner gewonnen und hat ihm vorab schon einige Fragen gestellt.


Spielwarenmesse®: Sie werden beim Toy Business Forum am Samstag, den 2. Februar sprechen. Worauf können sich die Teilnehmer freuen?

Dr. Peter Kreutz

Dr. Peter Kreuz: Ich möchte die Teilnehmer ermutigen, vergessen zu lernen. Es mag paradox klingen, aber die Fähigkeit zu vergessen – einmal Gelerntes wieder beiseite zu legen – wird in unserer Geschäftswelt und auch in Ihrer Branche immer mehr zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Und ich sehe es immer wieder in den Unternehmen, mit denen ich zusammenarbeite: Die größte Schwierigkeit besteht nicht darin, Leute dazu zu bewegen, neue Ideen anzunehmen, sondern alte zu vergessen. In den Köpfen steckt immer noch die Überlegung: „Aber es funktioniert doch noch. Warum sollen wir unsere Erfolgsrezepte, die gestern noch gefruchtet haben, denn heute in Frage stellen?“ Doch genau das sollten wir tun.

Ist das Traditionelle, das Herkömmliche denn so schlecht?

P. K.: Nein, überhaupt nicht. Problematisch wird es immer dann, wenn Verhaltensmuster, die bislang funktioniert haben und die den Erfolg eines Unternehmens begründet haben, zu heiligen Kühen werden. Die Bereitschaft, traditionelle Überzeugungen zu hinterfragen, konventionelle Erfolgsmuster zu attackieren, intellektuelle Zwangsjacken abzustreifen und Denkgrenzen zu sprengen, muss sehr viel mehr zur Selbstverständlichkeit werden.

Wie kann man das vorantreiben?

P. K.: Wir müssen in unseren Unternehmen mehr bunte Hunde und kritische Geister zulassen. Variantenreichtum, nicht Einheitlichkeit, ist die Grundlage für Erfolg.

Diese kritischen Geister sind aber unangepasst und wollen verändern. Warum sollte man so jemanden beschäftigen?

P. K.: Die Herausforderung liegt auf der Hand: Solche Leute muss man erst einmal aushalten können. Die haben Ecken und Kanten, hinterfragen hartnäckig und geben sich nicht mit einem einfachen Nein zufrieden. Das ist anstrengend und darauf hat man in vielen Unternehmen gar keine Lust. Deshalb sind Menschen, die den Status quo in Frage stellen oftmals ähnlich beliebt wie Kettenraucher im Großraumbüro. Gelebter Irrsinn zum Quadrat ist, dass viele Chefs Ideenreichtum von den Mitarbeitern fordern, tatsächlich aber Anpassung belohnen.

Was können Chefs tun, damit sich ein solches Denken und Handeln stärker verbreitet?

P. K.: Der Managementvordenker Peter Drucker hat es mal so ausgedrückt: "90 Prozent dessen, was wir Management nennen, bedeutet, den eigenen Mitarbeitern im Weg zu stehen." Das ist das Problem vieler Chefs. Sie sehen ihren Job nicht darin, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, die es braucht, um ein solches Denken und Handeln zu entfesseln.

Was müssen Chefs bei der Führung ihrer Mitarbeiter künftig stärker beachten?

P. K.: Ein enges Regelwerk erzieht Menschen dazu, Regelbefolger zu werden. Das wäre schon ein guter Ansatzpunkt für die Führungsarbeit: Welche Regel können wir weglassen? Welchen Prozess können wir radikal vereinfachen? Aufräumen, radikal entrümpeln, mental durchlüften! Alles aus dem Weg räumen, worüber Mitarbeiter sich ärgern und was sie davon abhält, ihre Arbeit fokussiert und mit Engagement zu machen.

Wie lässt sich konkret dagegen angehen?

P. K.: Ein Kunde von mir führt einen Mitarbeiterwettbewerb mit dem Namen „Kill a Stupid Rule“ durch. Das Vorgehen ist sehr clever: Die Mitarbeiter werden gebeten, überflüssige Regeln und unnütze Prozesse zu identifizieren und einen Weg vorzuschlagen, wie man ohne diese auskommen kann. Das löst eine bürokratische Entschlackungskur aus, die Wunder wirkt. Das finde ich vorbildlich.

Kommen wir am Ende noch einmal zurück zum Toy Business Forum: Welche Botschaft möchten Sie den Teilnehmern mitgeben?

P. K.: Sie können nicht etwas Besonderes schaffen können, indem Sie die Besonderheiten anderer kopieren. Es ist der sichere Weg, stets zweiter Sieger zu sein. Sie können sich von anderen Unternehmen inspirieren lassen. Aber dann läuft es darauf hinaus, dass Sie selbst experimentieren, Ihren eigenen Weg entdecken und Antworten für die Zukunft finden.

 

Autor dieses Artikels:

Spielwarenmesse eG

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