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ifo und andere Institute kappen den Ausblick für das Eurogebiet

Führende Forschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für das Eurogebiet kräftig gekappt. Für das letzte Vierteljahr 2020 erwarten sie nun ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 2,7 Prozent. Ende September hatten sie noch mit plus 2,2 Prozent gerechnet. Die Prognose wurde wegen der vielen Corona-Infektionen und der Schließung von Teilen der Wirtschaft korrigiert, wie ifo Institut, KOF aus Zürich und Istat aus Rom am Dienstag mitteilten.

Für das erste Quartal 2021 erwarten die Institute nun nur noch ein Wachstum von 0,7 Prozent, nach 1,5 Prozent, wie noch im September gedacht. Erst im zweiten Vierteljahr 2021 sehen sie dann 3,0 Prozent Wachstum. Das dritte Quartal 2020 hingegen lief besser als erwartet. Dafür betrug das Wirtschaftswachstum des Eurogebietes nun satte 12,5 Prozent und nicht nur 8,2 Prozent, wie noch Ende September gedacht. Das bringt das Gesamtjahr 2020 auf minus 7,3 Prozent.

Der Ausblick wird von großer Unsicherheit darüber überschattet, wie sich die Wirtschaft bei steigenden Ansteckungszahlen und gleichzeitigem Beginn der Impfungen gegen Corona entwickelt. Auch könnte ein harter Brexit Lieferketten unterbrechen.

Die Ausgaben der privaten Haushalte schrumpfen im vierten Quartal 2020 um 3,7 Prozent und wachsen im ersten Quartal 2021 um 0,7 Prozent. Im zweiten Quartal wachsen sie dann um 2,7 Prozent.

Die Forscher nehmen für ihre Prognose an, dass ein Fass Öl aus der Nordsee 51 Dollar kostet. Es wird ein Wechselkurs von 1,22 Dollar für einen Euro unterstellt. Unter diesen Voraussetzungen werden die Preise im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal stabil bleiben. Im ersten Quartal 2021 werden sie um 0,3 Prozent sinken und schließlich im zweiten Quartal um 1,5 Prozent steigen.