Branchennews

Jahresstudie Corona im E-Commerce

Händler stemmen Kraftakt, um Umsatzverluste abzufangen

- 49 % verzeichnen einen Umsatzverlust.
- 33 % verloren Händler durchschnittlich an Umsatz.
- 40 % haben ihr Sortiment erweitert.
- 44 % glauben an weiterhin andauernde Krise.

Bereits zum dritten Mal veröffentlicht der Händlerbund in diesem Jahr eine Corona-Studie zu den Auswirkungen der Krise im E-Commerce. Unter den 245 befragten Online-Händlern zieht mittlerweile etwa ein Drittel (36 %) eine positive Bilanz aus der Krise, womit die Zahl seit Frühjahr um neun Prozentpunkte steigt. Unterdessen leidet der Großteil (49 %) noch immer unter negativen Folgen. Im Vergleich zu April sank deren Anteil um ebenfalls neun Prozentpunkte.

Gewinner und Verlierer gleichen sich an

Während der Ladenschließungen im April konnten die Gewinner unter den Händlern ihre Umsätze um durchschnittlich 51,8 % steigern. Zum Jahresende pegelt sich diese Umsatzsteigerung jedoch bei 30,3 Prozent ein. Gleichzeitig sinken auch die durchschnittlichen Verluste von 67,9 % im April auf 33,5 % im November. Sowohl der große Boom als auch der freie Fall scheinen im E-Commerce vorerst vorbei zu sein. Darüber, wer in das E-Commerce-Jahr positiv oder negativ abschließt, entscheiden hauptsächlich das angebotene Sortiment und die Sichtbarkeit des Shops.

Neue Sortimente und erschwerte Logistik

Da Sortimentserweiterungen besonders im Online-Geschäft leichter umsetzbar sind, als im Einzelhandel, nutzten 40 % der Befragten diese Chance. Im Nachteil ist der Online-Handel allerdings in Sachen Logistik. Hier klagen 66 % Prozent über Probleme bei Zulieferern und 16 % kämpfen sogar mit stornierten Aufträgen. Die weltweite Warenlogistik ist noch immer stark von Corona-Beschränkungen betroffen.

Langfristige und umfassende Veränderung der Branche

Die Stimmungslage und Prognose Hunderter befragter Online-Händler zeigt, dass sich die anfängliche Zuversicht später in Zukunftsangst wandelte. Mittlerweile zehrt die Krisensituation bei 45 % der Befragten an den Nerven. Immer mehr Händler geben sich resigniert und beobachten die Entwicklungen mit Humor. Dem Optimismus aus dem März ist Realismus gewichen. Denn während im Frühjahr nur 6 % daran glaubten, dass die Situation noch lange unverändert bleibt, sind es heute 44 %. Auch an baldige Besserung glauben nur noch 2 % anstatt 18 % im April.

Ausgewählte Ergebnisse:

- 80 % sind von der Corona-Krise betroffen
- 40 % haben ihr Sortiment erweitert.
- 33 % verloren Händler durchschnittlich an Umsatz.
- 44 % glauben an eine lang andauernde Krise.
- 36 % verzeichnen einen Umsatzzuwachs.
- 45 % sind von der derzeitigen Situation genervt.

Alle Studienergebnisse zum Download