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Kampf der Onlineanbieter: Wie sich deutsche Händler gegen Konkurrenz aus Asien wappnen können

ECC KÖLN und Lengow untersuchen die Wahrnehmung von asiatischen Händlern im Netz und zeigen: Die Herkunft eines Onlinehändlers wird von Konsumentinnen und Konsumenten kritisch hinterfragt. Rund zwei Drittel umgehen bewusst Anbieter aus Asien. Aber: Die Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen – deutsche Händler müssen sich wettbewerbsfähiger aufstellen und mit Transparenz punkten.

Online sichtbar zu sein und gegen die Konkurrenz im Netz zu bestehen wird für viele Händler immer schwieriger. Vor allem aus Asien drängen vermehrt Billiganbieter auf den Markt. Aber wie nehmen deutsche Konsumentinnen und Konsumenten die Konkurrenz aus Fernost wahr und wie schätzen Händler hierzulande die Gefahr ein? Diese Fragen stellt die neue Studie des ECC KÖLN in Zusammenarbeit mit Lengow.

Fazit: 65 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten prüfen vor einem Onlinekauf die Herkunft des Händlers und präferieren mehrheitlich deutsche Anbieter.

„Dass man als Händler seine Produkte auch im Netz anbieten muss, und vor allem auf Marktplätzen, haben mittlerweile die meisten verstanden. Nun gilt es gegen asiatische Anbieter und deren immer aggressivere Preise zu bestehen. Daher ist es wichtig zu verstehen: Viele Onlineshopperinnen und -shopper bevorzugen deutsche Anbieter. Händler sollten hierzulande Herkunft und Herstellung ihrer Produkte immer transparent machen – für viele ist das das entscheidende Kaufargument“, ordnet Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH KÖLN, die Studie ein.

Herkunft von Anbieter und Produkt beeinflusst Kaufverhalten

Ein Produkt nicht kaufen, wenn klar wird, dass der Verkäufer aus dem asiatischen Ausland kommt? Ja – sagen 55 Prozent der Befragten. Dabei sind es vor allem Frauen, die asiatischen Anbietern kritisch gegenüberstehen: Einmal bei einem asiatischen Onlinehändler eingekauft, würden nur 35 Prozent dies erneut tun, bei den Männern ist es rund die Hälfte (53 %). Besonders skeptisch stimmen die Konsumentinnen und Konsumenten asiatische Onlinemarktplätze wie AliExpress und Co. Die bekannten Namen OTTO, Amazon oder Zalando überzeugen weitaus mehr, vor allem in puncto Rücksendungen, Datenschutz und Vertrauen in das Angebot. Für rund zwei Drittel der Konsumentinnen und Konsumenten (66 %) wird der Standardcheck der Herkunft des Anbieters beim Kauf über diese Plattformen überflüssig.

Händler wünschen mehr Kontrolle

82 Prozent der befragten deutschen Onlinehändler sehen den steigenden Preiskampf auf asiatischen Billigplattformen als Herausforderung an und finden es zunehmend schwer, sich dagegen zu positionieren. Die größten Fragen kommen bei den meisten Händlern bei der Wahl der für sie geeigneten Plattform auf, sowie in puncto Pflege von Kunden- und Produktdaten. So investiert aktuell rund die Hälfte der befragten Händler bereits in den Ausbau von digitalem Know-how, Produktdatenpflege und digitalen Vertriebswegen. Denn nur durch eine professionelle E-Commerce-Strategie mit einer transparenten Präsentation und Beschreibung der Produkte, insbesondere mit Blick auf Herkunft und Datenschutz, können deutsche Händler sich von der asiatischen Konkurrenz abgrenzen.  

„Es ist wichtig, dass Händler ihren Käuferinnen und Käufer einfach und transparent den qualitativen Unterschied zu Billigprodukten aus Asien klarmachen, vor allem auf Marktplätzen. Dazu müssen gerade Produktdaten gepflegt und optimiert und Informationen zu Produkten schnell beantwortet werden. Sich von der Konkurrenz abzuheben, gerade aus dem Ausland, ist auf den großen Marktplätzen extrem wichtig, denn dort spielt die Herkunft der Verkäufer für die Kundeninnen und Kunden keine so große Rolle, da bereits ein großes Vertrauen herrscht“, empfiehlt Oliver Bogatu, Country Manager DACH bei Lengow.

Über die Studie

Für die Studie „Blick nach Fernost – Herkunft matters“ hat das ECC KÖLN in Zusammenarbeit mit Lengow im August 2021 500 Konsumentinnen und Konsumenten, die regelmäßig auf Onlinemarktplätzen einkaufen, in einer repräsentativen Onlineumfrage nach der Wahrnehmung von asiatischen Plattformen befragt und wie deutsche Händler wettbewerbsfähiger werden können. Ergänzt wurden die Daten durch die Befragung von rund 100 B2C-Onlinehändlern (Pure Player und Multichannel), die unter anderem ihre Produkte über Onlinemarktplätze verkaufen.
 
Die Studie kann kostenfrei im Shop des IFH KÖLN oder bei Lengow heruntergeladen werden.