Branchennews

Kinderschutz: Kindeswohlgefährdungen bleiben auch 2021 auf hohem Niveau

  • Jugendämter melden im zweiten Corona-Jahr 1 % wenigerK indeswohlgefährdungen, aber knapp 2 % mehr Fälle von Hilfebedarf
  • Fast jedes zweite gefährdete Kind war jünger als 8 Jahre
  • In jedem fünften Fall wurden mehrere Arten von Vernachlässigung oder Gewalt festgestellt
  • Die meisten Hinweise kamen von Polizei und Justiz, die zuverlässigsten von den Kindern

Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen ist nach ihrem Höchststand im ersten Corona-Jahr 2020 im zweiten Jahr der Pandemie leicht gesunken: 2021 haben die Jugendämter in Deutschland bei über 59 900 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt festgestellt. Das waren rund 600 Fälle oder 1 % weniger als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sind die Fälle, bei denen die Behörden nach Prüfung des Verdachts zwar keine Kindeswohlgefährdung, aber einen Hilfebedarf festgestellt haben, gleichzeitig um knapp 2 % gestiegen (+ 1 100 Fälle): 2021 meldeten die Jugendämter fast 67 700 Fälle von Hilfebedarf. Im zweiten Corona-Jahr haben die Kindeswohlgefährdungen damit den zweithöchsten Wert seit Einführung der Statistik im Jahr 2012 und die Fälle von Hilfebedarf einen neuen Höchststand erreicht.