Handel

Mobile Bezahlsysteme im Aufwind

Header Mobile Bezahlsysteme im Aufwind

Kontaktloses Bezahlen auf dem Vormarsch

Insbesondere durch die Corona-Pandemie setzt sich der weltweite Trend zum kontaktlosen Bezahlen im Handel weiter fort. Kreditinstitute und Zahlungsdienstleister drängen sich in den stationären Handel, damit Kunden mit deren System auch per Smartphone oder Smartwatch bezahlen. Selbst das Bezahlen per QR-Code, wie es die chinesischen Finanzriesen AliPay und WeChatPay für Touristen aus China anbieten, hat längst in deutschen Drogerien, Discountern und Warenhäusern Einzug gehalten. Für Spielwarengeschäfte in Europa sind die chinesischen Bezahlsysteme nur in besonderen Fällen interessant. Das betont Thomas Weiden, Experte für bargeldlose Bezahlsysteme und Chef der Beratung Wolf & Wolf Consulting. Nur wenn ein Laden an Hochfrequenzstandorten für chinesische Reisegruppen liegt, ist diese Bezahloption praktisch zwingend. Dafür müssten Händler allerdings den Trend zum mobilen Bezahlen per Smartphone oder Smartwatch im Blick haben. Weiden schätzt den Anteil des Mobile Payment im Spielwarenhandel auf durchschnittlich 20 bis 25 Prozent.

Mobile Payment verbreitet sich besonders unter jungen Zielgruppen

Den Vormarsch des Mobile Payments bestätigt auch der Zahlungsdienstleister Mastercard mit seiner Studie durch den Marktforscher GfK. Demnach lassen beschleunigt durch die Corona-Pandemie nahezu zwei Drittel der Kunden in Deutschland Münzen und Scheine stecken und zahlen lieber kontaktlos. Jeder Fünfte bezahlt nach Möglichkeit sogar immer bargeldlos, weil es schneller, hygienischer oder einfacher ist. Außerdem nutzen mittlerweile knapp ein Viertel der Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits Smartphone oder Smartwatch zur Zahlung, berichtet Mastercard weiter. In der Altersklasse der 18- bis 29-Jährigen ist es bereits jeder Dritte. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, dass diese Altersgruppe zum überwiegenden Teil nur noch mobil im stationären Handel bezahlen will. Denn die jüngere Kundengruppe erledigt bereits ihr Online-Banking zu mehr als drei Vierteln mit dem Smartphone.

Die Technik dahinter: NFC-Schnittstelle versus QR- oder Barcode

Technisch geht es beim neuen Bezahlen am Terminal um zwei Varianten, die NFC-Schnittstelle (Near Field Communication) und den QR-(Quick Response) beziehungsweise Barcode-Leser. Bei der NFC-Schnittstelle halten Kunden entweder ihre Kredit-, Debit- und Prepaid-Karte direkt an das Lesegerät oder sie nutzen die NFC-Schnittstelle für das Mobile-Payment-Verfahren per Smartphone bzw. Smartwatch. Hierbei sind dann die Karten in einer App oder Wallet etwa für Apple Pay, Google Pay girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft hinterlegt. 

Beim Bezahlsystem per QR- oder Barcode kommen mobile Bezahllösungen z. B. von dem US-amerikanischen Payback-Pay, der europäischen Mobile-Payment-Lösung Bluecode oder den chinesischen Anbietern.

Banken bieten weitere nationale Lösungen

In Deutschland hat die Sparkasse als marktführende Bankengruppe gerade eine weitere Bezahlvariante für kleinere Händler ohne eigenes Kartenterminal vorgestellt. Sie können ihr Smartphone mit der Sparkassen-App zum Kartenterminal machen. Voraussetzungen sind ein NFC-taugliches Smartphone, ein Händlervertrag für Kartenzahlungen sowie eine stabile Internetverbindung. Auf diese Weise können Händler ohne separates Kartenlesegerät Kartenzahlungen bis 50 Euro kontaktlos annehmen.

China und USA sind Spitzenreiter der mobilen Transaktionen

Mit Blick auf den Globus wird dem Mobile Payment eine rasante Zukunft diagnostiziert. Die britische Beratung Finaria prognostiziert für das laufende Jahr ein Zuwachs von 24 Prozent auf weltweit 2,4 Billionen Dollar. Dieser Wert resultiert aus dem stationären sowie insbesondere dem boomenden Onlinehandel. Vorreiter sind hierbei die asiatischen Länder mit China an der Spitze. Auf Platz zwei folgt der US-Markt mit einem Volumen von 465 Milliarden Dollar. Den durchschnittlichen Bon einer mobilen Transaktion beziffert Finaria auf über 1.600 Dollar – Tendenz weiter rasant steigend. Für 2023 sagt der Finaria-Report dem Mobile Payment einen weiteren Sprung auf 3,5 Billionen Dollar voraus.

Mobile Bezahltrends erreichen den Spielwarenhandel

Der Vormarsch mobiler Bezahlsysteme verlangt auch von Händlern in der Spielwarenbranche, ihren Kunden neue Zahlungsoptionen anzubieten. Entsprechend gilt es, dass sie ihre Terminals mit Augenmaß auf die kommenden Bezahltrends aufrüsten. Immerhin ist in der deutschen Handelslandschaft etwa die Hälfte aller Bezahlterminals älter als sieben Jahre. Das kann bei mobilen Zahlungswünschen zu technischen Problemen führen. Bezahlsystem-Berater Weiden weist noch auf einen weiteren Aspekt hin: Seiner Erfahrung zufolge kennt fast jeder zweite Fachhändler nicht die Kosten seines Bezahlsystems sowie der Zahlarten. Dabei könnten sich mit einer systematischen Analyse aller Kosten rund um die Bezahlprozesse bis zu 30 Prozent einsparen.
 

Info

Spar-Tipp: Vermeiden Sie Kostenfallen der Bezahlsysteme

  • Anschaffungs- und Betriebskosten für moderne Terminalausstattung/-erneuerung 
  • Kosten für Transaktionen für Girocard, Debit- und Kreditkarten, Bluecode, Alipay usw.
  • Kontogebühren für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs
  • Zahlungsabwicklung bei Warenrückgabe oder Umtausch
  • Einbindung von Kartenzahlungen und Mobile Payment in der Buchhaltung

Schon unseren Newsletter abonniert?

Expertenwissen, die neuesten Trends und aktuelle Entwicklungen der Branche. Bleiben Sie mit dem monatlichen Besuchernewsletter der Spielwarenmessetop informiert