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Den Kunden im Handel mit allen Sinnen ansprechen

Header Kunde im Handel mit allen Sinnen begeistern

Einige Unternehmen wenden diesen Ansatz bereits an, aber die sich bietenden Chancen werden noch nicht umfassend durch die Branche genutzt. Fachleute wissen, dass unsere Sinne an unser Gedächtnis gekoppelt sind. Deswegen ist es wahrscheinlicher, dass ein Kunde sich an ein Geschäft erinnert, wenn sein sensorisches Erlebnis positiv war. Darum wächst im Handel die Erkenntnis, dass man Emotionen und Stimmungen steuern kann, indem die richtigen Sinne angesprochen werden, und es so möglich wird, sich nachhaltig ins Gedächtnis von Kunden zu schleichen. Folglich dürfte es sicherlich auch für den Spielwarensektor interessant sein, bei der Planung von Ladengeschäften und ganz generell beim Marketing möglichst viele Sinne anzusprechen.

So bieten Sie Ihren Kunden die beste sensorische Erfahrung

Wenn man Kunden auf der Sinnesebene richtig ansprechen will, sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Zuerst müssen Sie Ihre Kunden kennen, das versteht sich von selbst. Sie müssen wissen, wie sie sich verhalten und was sie gerne bei Ihnen im Laden erleben möchten. So zeigen Studien, dass ein Kunde, dem die Musik in einem Geschäft gefällt, mit größerer Wahrscheinlichkeit auch einen Kauf dort tätigt. Haben Sie sich überhaupt schon einmal gefragt, welche Musik Ihre Zielgruppe so mag? Diese Frage ist vielleicht wichtiger als Sie denken.

Unsere Aufgabe ist es, nicht nur die Sinne von Eltern, sondern auch von Kindern anzusprechen. Das ist schwierig, aber nicht unmöglich. Sie müssen sich nur eine Sache klarmachen: Kinder gehen in der Regel nicht gerne einkaufen, denn Geschäfte sind zwar voller hoch interessanter Sachen, die man aber nicht anfassen darf. Ein Geschäft, das multi-sensorisch vorgeht, überrascht Kinder dagegen und fesselt sie visuell, lässt sie aber gleichzeitig auch ihre anderen Sinne ausleben. Kinder wollen sich bewegen und aktiv sein, sie wollen alles anfassen, was ihnen gefällt, sie wollen Gerüche wahrnehmen und Klänge hören – sie wollen einfach spielen. Ich muss immer an Charlie und die Schokoladenfabrik denken, wenn ich mir so einen Ort vorstelle. Und es gibt auch den ein oder anderen Spielwarenladen, der es geschafft hat, diesen Zauber zu erschaffen. Mit am besten ist das den Machern des JouJou Toy Store im Grand America Hotel in Salt Lake City in den USA gelungen. Das ist ein wirklich besonderer Ort, an dem Kinder sich an ganz unterschiedlichen Dingen erfreuen und interaktiv ausprobieren können und der außerdem auch noch durch sein tolles Design besticht.

Maria Yasko ist auf multisensorisches Design spezialisiert. Die von ihr entwickelte Raumgestaltung für eine Freizeiteinrichtung für Familien mit dem Namen Moomin Valley zeigt auf perfekte Art und Weise, wie Räume interessante sensorische Erfahrungen vermitteln können.

Moomin Valley von Maria Yasko
Open Gallery
Moomin Valley von Maria Yasko
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Achten Sie auf das für Ihre Marke richtige sensorische Erlebnis

Der Concept Store von Dideco im spanischen Valencia
Der Concept Store von Dideco im spanischen Valencia

Ihre Markenidentität ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, der bei der Planung des optimalen multi-sensorischen Erlebnisses berücksichtigt werden sollte. Sie müssen herausfinden, wie Sie die Sinne Ihrer Kunden so stimulieren können, dass es zur Ihrer Marken-Vision passt, und wie Sie von den Kunden wahrgenommen werden wollen. Bei der Auswahl der Stimulantien ist größte Sorgfalt angebracht. Es geht darum, zu verstehen und abzuwägen, wie eine bestimmte Kombination aus visuellen Reizen, Gerüchen, Klängen und haptischen Erfahrungen dazu beiträgt, das zu vermitteln, was Ihre Marke ausmacht.

Der spanische Spielzeughändler Dideco hat unlängst einen Concept Store in Valencia eröffnet, der von der Natur inspiriert ist und alle Sinne stimulieren soll. Dabei haben sich die Designer von den wichtigsten Grundsätzen des Unternehmens leiten lassen: Entdecken, Fühlen und Lernen.

Der multi-sensorische Ansatz groß gedacht

Machen Sie sich bewusst, dass es eine sehr komplexe und fordernde Aufgabe sein kann, den multi-sensorischen Ansatz in Ihrem Laden umzusetzen. Bei der Ansprache des Hörsinnes geht es beispielsweise nicht nur um die Musik, die zu hören ist, sondern auch um die Art und Weise, wie das Verkaufspersonal mit den Kunden spricht (z.B. besonders leise oder ruhig). Konzentrieren Sie sich deshalb am besten auf das Naheliegende und machen Sie nicht zuviel.

Außerdem sollten Sie sich überlegen, ob Sie den multi-sensorischen Ansatz dauerhaft in ihren Laden integrieren oder die Sinne Ihrer Kunden nur zu bestimmten Anlässen in einer besonderen Form ansprechen wollen. Mit zu den besten Initiativen, die ich hier kenne, zählt die „Quiet Hour“, die es bei der britischen Spielwarenhandelskette The Entertainer gibt. Dort gibt es zu bestimmten Zeiten (wie z.B. in der Vorweihnachtszeit) eine Stunde, in der es ruhiger im Laden zugeht als gewöhnlich - dafür wird vor allem die Musik leiser gestellt und die Beleuchtung heruntergedreht. Dadurch kommen insbesondere Kinder mit Autismus gerne vorbei. Mit der Quiet Hour lassen sich aber nicht nur Kinder mit sensorischen Problemen erreichen, sondern auch viele andere Kunden. Schließlich können alle Eltern und Kinder von diesem Ambiente profitieren, denn durch die weniger starken Reize wird jedes Kind ruhiger und gelassener.

„Quiet Hour“ bei The Entertainer

Wie wirkt sich das multi-sensorische Einkaufserlebnis auf die Markentreue aus?

Der multi-sensorische Ansatz ermöglicht es dem Spielzeughandel, das Einkaufserlebnis für Eltern und Kinder im Laden zu optimieren, indem alle Sinne angesprochen werden. Wenn man es richtig macht, lassen sich durch eine Verstärkung des sensorischen Erlebnisses zum einen die Markentreue erhöhen und zum anderen die Umsätze steigern.

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